Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Wissen
09:41 · 21. Dezember 2021

Ansteckung mit Corona: So wird das Virus übertragen

Die Ansteckung mit dem Coronavirus erfolgt vor allem durch Tröpfchen oder Aerosole („Schwebeteilchen“) in der Luft. Auch eine Schmierinfektion über Oberflächen ist möglich. Hier erfahren Sie mehr zur Übertragung des Coronavirus und wie Sie das Risiko einer Infektion bestmöglich verringern.

Ansteckung mit COVID-19 durch Tröpfcheninfektion

Das Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Übertragung kann über verschiedene Wege erfolgen und findet vor allem über die Atemwege statt. Das Risiko für eine Ansteckung hängt dabei von unterschiedlichen Faktoren ab: Die Menge der Viruspartikel, die die infizierte Person ausscheidet, ist beispielsweise ein Faktor oder die Dauer eines Kontakts mit einer infizierten Person, ebenso wie der Ort eines persönlichen Treffens: In geschlossenen Räumen ist das Risiko einer Übertragung des Coronavirus höher als an der frischen Luft. Ebenso können Virusvarianten wie z. B. die derzeit in Deutschland vorherrschende Variante Delta, leichter von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Infektion über Tröpfchen

Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich über Tröpfchen oder Aerosole („Schwebeteilchen“) in der Luft. Wenn eine infizierte Person hustet, niest, lacht oder spricht, scheidet sie Tröpfchen und Aerosole mit Viren aus. Diese verbreiten sich in einem Umkreis von etwa 1,5 Metern und setzen sich auf Oberflächen ab. Aerosole schweben über einen längeren Zeitraum in der Luft und können eine Infektion verursachen.

Ansteckung mit COVID-19 durch Tröpfcheninfektion

Je näher eine Person der oder dem Infizierten kommt, desto mehr infektiöse Tröpfchen und Aerosole können sie erreichen. Mit dem Mindestabstand von 1,5 Metern schützen Sie sich davor, Viren einzuatmen. Je konsequenter der Abstand eingehalten wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung des Coronavirus.

Zudem sollten Räume, in denen sich mehrere Menschen gleichzeitig aufhalten, regelmäßig gelüftet werden, um für einen Luftaustausch zu sorgen. Eine (medizinische oder FFP2-) Maske kann zusätzlichen Schutz bieten. Trägt eine infizierte Person eine Maske, kann diese einen Teil der ansteckenden Tröpfchen und Aerosole abfangen, sodass sie sich nicht so schnell verbreiten wie ohne Schutz. Hier können Sie mehr zu den unterschiedlichen Maskentypen nachlesen. 

Mindestabstand schützt vor einer Ansteckung

Weitere Übertragungswege: Schmierinfektion

Auch eine Übertragung der Coronaviren über Oberflächen ist möglich. Die Viren können auf unbelebten Oberflächen wie Metall, Glas oder Plastik überleben. Die Überlebensdauer der ansteckenden Viren bestimmt sich vor allem durch Umweltfaktoren wie die Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder die Beschaffenheit der Oberfläche. Wie lange Coronaviren auf Oberflächen leben können, wird untersucht. Das Robert Koch-Institut (RKI) fasst die Forschungsergebnisse im Epidemiologischen Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19 zusammen.

Regelmäßiges und gründliches Händewaschen ist wichtig, um sich vor einer Schmierinfektion zu schützen. Auch das Husten und Niesen in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch kann eine Übertragung des Virus vermeiden.

Ansteckung mit COVID-19 über Tröpfcheninfektion

In der folgenden Infobox sind die wichtigsten Hygieneregeln zum Schutz vor einer Coronavirus-Infektion für Sie zusammengefasst:

Hygienetipps für einen sicheren Alltag

  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife und nehmen Sie sich hierfür 20-30 Sekunden Zeit. Sollten Sie unterwegs keine Möglichkeit zum Händewaschen haben, nutzen Sie Händedesinfektionsmittel.
  • Vermeiden Sie bei der Begrüßung anderer Menschen Berührungen wie Händeschütteln oder Umarmungen.
  • Halten Sie beim Husten oder Niesen genügend Abstand zu anderen Menschen und drehen Sie sich dabei von ihnen weg und Husten oder Niesen Sie nicht in die Hände, sondern in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch, das Sie danach entsorgen. Grundsätzlich sollten Sie bei Krankheitsanzeichen zuhause bleiben und telefonisch eine Ärztin bzw. einen Arzt konsultieren.
  • Berühren Sie Ihr Gesicht so selten wie möglich.
  • Achten Sie auf eine gute Haushaltshygiene und nutzen Sie zum Putzen handelsübliche Reinigungsmittel. Der Einsatz von Desinfektionsmitteln wird nicht routinemäßig empfohlen.

Die AHA-Formel schützt vor einer Infektion mit dem Coronavirus

Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung über einen der oben genannten Übertragungswege kann durch das Einhalten der AHA-Formel verringert werden. Wenn Sie den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten, die Hygieneregeln beachten und im Alltag eine Maske tragen, schützen Sie damit sich und Ihr Umfeld. Auch das L in der erweiterten AHA+A+L-Formel ist eine wichtige Schutzmaßnahme: Gründliches Lüften senkt das Infektionsrisiko über Aerosole, wie Sie hier nachlesen können. Auch mit der Verwendung der Corona-Warn-App können Sie einen Beitrag leisten, die Verbreitung des Virus einzudämmen und die Fallzahlen zu senken. Denn die App hilft unter anderem dabei, festzustellen, ob Sie in Kontakt mit einer infizierten Person waren und daraus ein Ansteckungsrisiko entstanden sein kann.

Schutz durch Impfung

Die Corona-Schutzimpfung bietet den besten Schutz vor einer Infektion, Erkrankung und vor allem vor schweren COVID-19-Verläufen. Die bisher zugelassenen Impfstoffe waren in der klinischen Erprobung sehr effektiv. Die Studiendaten zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, an dem Virus zu erkranken, bei den gegen COVID-19 geimpften Teilnehmerinnen und Teilnehmern zwischen 70 und 95 Prozent geringer war als bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die mit einem Placebo geimpft wurden. Das bedeutet, dass eine gegen COVID-19 geimpfte Person nach Kontakt mit SARS-CoV-2 mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erkranken wird. Über welchen Zeitraum eine geimpfte Person vor einer COVID-19 Erkrankung geschützt ist, das heißt. wie lange der Impfschutz besteht, wird derzeit noch untersucht.

Ansteckung und Übertragung trotz Impfung

Die COVID-19-Impfstoffe haben eine hohe individuelle Schutzwirkung und schützen die geimpfte Person vor einem schweren Krankheitsverlauf. Es kann jedoch auch in seltenen Fällen trotz einer Corona-Schutzimpfung zu einer Corona-Infektion kommen, da die Impfung keinen hundertprozentigen Schutz bietet. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns trotz Impfung an die AHA-Formel halten und unsere Kontakte möglichst beschränken.

Zu einer Ansteckung kann es auch dann kommen,

  • wenn die Infektion bereits kurz vor der Impfung stattgefunden hat (wenn also in der Inkubationszeit geimpft wurde. Die mittlere Inkubationszeit bei COVID-19 beträgt 5-6 Tage.)
  • wenn die Infektion in den ersten Tagen nach der Impfung erfolgt, bevor der Impfschutz vollständig ausgebildet wurde. Eine Wirkung der Impfung tritt in der Regel 10-14 Tage nach Verabreichung ein. Für den vollen Schutz benötigen Sie in der Regel zwei Impfstoffdosen (außer beim Impfstoff Janssen® von Johnson&Johnson).
  • obwohl eine vollständige Impfung vorliegt. Man spricht dann von einem Impfdurchbruch.

Oft werden aber auch Atemwegsinfekte, die durch andere Erreger verursacht werden, fälschlicherweise für ein Impfversagen gehalten. Das Auftreten einer fieberhaften Erkältung aufgrund anderer Erreger bedeutet aber kein Versagen der COVID-19-Impfung. Zudem kann die Impfung selbst leichte fieberhafte Reaktionen hervorrufen (siehe Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen wurden nach einer COVID-19-Impfung beobachtet?), die eine Reaktion des Immunsystems darstellen und nicht mit einer Atemwegs- oder Corona-Infektion verwechselt werden sollten.

Auch die Viruslast ist bei Menschen, die trotz einer COVID-19-Impfung PCR-positiv sind, deutlich reduziert und hält weniger lange an, so dass das Übertragungsrisiko niedriger ist. Trotzdem ist nicht ganz auszuschließen, dass Geimpfte andere Menschen anstecken können. In der Summe ist das Risiko einer Virusübertragung stark vermindert.

Darum sind die Inzidenzen gerade so hoch

  1. Es gibt immer noch viele Ungeimpfte
    In Deutschland können sich alle Menschen ab 5 Jahren schnell und unkompliziert gegen das Coronavirus impfen lassen. Dennoch sind viele immer noch ungeimpft. Unter den Nicht-Geimpften kann sich das Virus einfacher übertragen und verbreiten: Sie infizieren sich häufiger als geimpfte Personen und sind nach einer Infektion deutlich ansteckender als geimpfte Personen.
  2. Die Virusvariante Delta ist ansteckender
    Die zurzeit in Deutschland vorherrschende Delta-Variante ist deutlich ansteckender und führt zu schwereren Krankheitsverläufen, als die vorherigen Varianten und der Wildtyp des Virus: Laut einer Studie ist das Risiko, bei einer Infektion mit der Delta-Variante ins Krankenhaus zu müssen, etwa doppelt so hoch wie bei der Alpha-Variante. Weitere Infos zu Virusvarianten finden Sie hier.
  3. Wir haben seit einiger Zeit wieder deutlich mehr Freiheiten
    Ob Restaurant-, Konzert- oder Kneipenbesuch – im Vergleich zum letzten Jahr haben wir deutlich mehr Freiheiten. Durch den Lockdown im vergangenen Jahr gab es wesentlich weniger Kontakte und somit Möglichkeiten für das Virus, sich zu verbreiten. Seitdem weniger Einschränkungen herrschen, ist auch die Zahl der Kontakte – und damit die Zahl der Infektionen – wieder gestiegen.
  4. Wir verbringen wieder mehr Zeit in Innenräumen
    Draußen ist es kalt und ungemütlich, das soziale Leben verlagert sich daher wieder nach drinnen. Familienfeste, Partys oder Barbesuche: Dadurch, dass wieder mehr Menschen an einem Ort zusammenkommen können, insbesondere in Innenräumen, überträgt sich auch das Virus leichter und das Ansteckungsrisiko steigt. Die AHA+A+L-Formel ist weiterhin wichtiger Bestandteil im Kampf gegen das Virus: Abstand halten, Hygieneregeln beachten, im Alltag Maske tragen, die Corona-Warn-App benutzen und Lüften – auch unter Geimpften, Genesenen und Getesteten! Und: Nehmen Sie auch das kostenfreie Testangebot wahr oder machen Sie einen Selbsttest, bevor Sie sich in Situationen mit anderen Menschen begeben.
  5. Der Impfschutz muss jetzt aufgefrischt werden
    Neue Studiendaten zeigen, dass der Impfschutz insbesondere bei älteren und immungeschwächten Personen mit der Zeit nachlassen kann. Um den Schutz aufrechtzuerhalten, sollten vor allem besonders gefährdete Menschen den Impfschutz in der Regel etwa sechs Monate nach einer vollständigen Impfserie auffrischen. Gut zu wissen: Grundsätzlich haben alle Bürgerinnen und Bürger Anspruch auf eine Auffrischungsimpfung. Informieren Sie sich hierzu und vereinbaren Sie gegebenenfalls zeitnah einen Termin. Dies ist aktuell besonders wichtig, gerade auch im Hinblick auf die wesentlich ansteckendere Virusvariante Delta.
  6. Auch Geimpfte und Genesene können das Virus übertragen
    Untersuchungen zufolge ist zwar anzunehmen, dass vollständig Geimpfte oder Genesene, die sich mit dem Coronavirus infizieren, nur eine geringe Viruslast und somit auch ein geringeres Übertragungsrisiko haben. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass Geimpfte und Genesene andere anstecken. Sie sollten daher weiterhin vorsichtig sein, die empfohlenen Schutzmaßnahmen einhalten, die Testangebote nutzen und sich vor allem bei Krankheitssymptomen frühzeitig testen lassen.

Die gesamte AHA-Grafik zum Download finden Sie hier:

PDF: So wird das Coronavirus übertragen

Das könnte Sie auch interessieren