Bundesministerium für Gesundheit

Entwicklung und Fallzahlen

Hier haben wir alle Fragen zu aktuellen Fallzahlen, was diese bedeuten und wie sich diese auf die Regelungen und Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie auswirken, zusammengestellt.

Wo erfahre ich, welche Regelungen in meinem Bundesland gelten?

Bitte informieren Sie sich zu länderspezifischen Regelungen bei offiziellen Stellen in Ihrem Bundesland, zum Beispiel auf den Seiten Ihrer Landesregierung: 

Stand: 02.11.2021

Wie aktuell sind die Fallzahlen der Infizierten, die das Robert Koch-Institut täglich meldet?

Das Robert Koch-Institut (RKI) analysiert fortlaufend verschiedene Datenquellen, um die Lage in Deutschland so genau wie möglich erfassen und einschätzen zu können. Es werden die bundesweit einheitlich erfassten und an das RKI übermittelten Daten zu bestätigten COVID-19-Fällen dargestellt. Die Gesundheitsämter übermitteln ihre Daten gemäß Infektionsschutzgesetz spätestens am nächsten Arbeitstag elektronisch an die zuständige Landesbehörde und von dort an das RKI. In der aktuellen Lage übermitteln die meisten Ämter täglich. Das Robert Koch-Institut veröffentlicht nur Fälle, bei denen eine labordiagnostische Bestätigung unabhängig vom klinischen Bild vorliegt.

Die Daten werden im RKI einmal täglich jeweils um 0:00 Uhr aktualisiert. Alle Informationen werden bewertet und im täglichen Situationsbericht veröffentlicht. Eine Übersicht über die Fälle in Deutschland ist hier zu finden. Die Übersicht wird montags bis freitags aktualisiert. Die aktuellen COVID-19-Meldedaten nach Bundesland und bis auf Kreisebene sind täglich, auch am Wochenende, dieser grafischen Übersicht zu entnehmen.

Durch die Dateneingabe und Datenübermittlung entsteht von dem Zeitpunkt des Bekanntwerdens des Falls bis zur Veröffentlichung durch das RKI ein Zeitverzug, sodass es Abweichungen hinsichtlich der Fallzahlen zu anderen Quellen geben kann.

Stand: 18.11.2021

Was ist die Hospitalisierungsrate und wie wird sie erhoben?

Die Hospitalisierungsrate weist die in den letzten 7 Tagen hospitalisierten COVID-19-Fälle  bezogen auf 100.000 Menschen aus. Die Angaben können nach Altersgruppe und Bundesland aufgeschlüsselt werden.

Krankenhäuser sind verpflichtet, Hospitalisierungen (Krankenhausaufenthalte) von COVID-19-Erkrankten an das jeweilige Gesundheitsamt zu melden. Der Grund für die Aufnahme ins Krankenhaus muss in Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung stehen und die Meldung ans Gesundheitsamt muss innerhalb von 24 Stunden nach Aufnahme erfolgen.

Welche Regelungen ab welcher Hospitalisierungsrate gelten, können Sie hier nachlesen.

Wie hoch die Hospitalisierungsrate in Ihrem Bundesland ist, können Sie auf der Website des Robert Koch-Instituts einsehen.

Stand: 22.11.2021 

Was gilt ab welcher Hospitalisierungsrate?

Seit dem 18. November 2021 gelten flächendeckende Zugangsbeschränkungen im öffentlichen Leben, die sich an der Hospitalisierungsrate in dem jeweiligen Bundesland orientieren. Die Hospitalisierungsrate gibt die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patientinnen und -Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen an.

Ab einer Hospitalisierungsrate von 3 gilt die 2G-Regel. Das bedeutet, es haben flächendeckend nur noch Geimpfte oder Genesene Zutritt zu Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen, Gastronomie sowie Zugang zu körpernahen Dienstleistungen und Beherbergungen.

Liegt die Hospitalisierungsrate über 6, gilt die 2G-Plus-Regel. Tritt diese in Kraft, müssen Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Test vorlegen. Diese Regelung gilt insbesondere an Orten mit besonders hohem Infektionsrisiko - etwa in Diskotheken, Clubs oder Bars.  

Spätestens wenn die Hospitalisierungsrate den Wert von 9 überschreitet, werden weitere Maßnahmen (zum Beispiel Kontaktbeschränkungen) durch die Bundesländer ergriffen.

Wenn der Schwellenwert an fünf Tagen in Folge unterschritten wird, können die 2G-Regelungen wieder zurückgenommen werden. Ausgenommen von der 2G-Regel sind Kinder und Jugendliche unter 18 sowie Personen, die nicht geimpft werden können.

Wie hoch die Hospitalisierungsrate in Ihrem Bundesland ist, können Sie auf der Website des Robert Koch-Instituts einsehen.

Stand: 19.11.2021

Was wird gemeldet?

Laut Meldeverordnung müssen die Krankenhäuser folgende Angaben über die COVID-Patientinnen und Patienten an das jeweilige Gesundheitsamt weitergeben:

  • Name, Vorname, Geschlecht, Geburtsdatum
  • Adresse und weitere Kontaktdaten (zum Beispiel Telefonnummer, E-Mail)
  • Überweisung, Aufnahme und Entlassung aus dem Krankenhaus, gegebenenfalls intensivmedizinische Behandlung und deren Dauer und erfolgte Beatmungsmaßnahmen
  • Diagnose oder Verdachtsdiagnose
  • Tag der Erkrankung, Tag der Diagnose, gegebenenfalls Tag des Todes und wahrscheinlicher Zeitpunkt oder Zeitraum der Infektion
  • Angaben zum Impfstatus, einschließlich Art der verwendeten Impfstoffe
  • Tätigkeit, Betreuung oder Unterbringung in einer Einrichtung, zum Beispiel Krankenhaus, Gemeinschaftseinrichtungen (zum Beispiel Kita, Schule), Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen, Obdachlosenunterkünfte, Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende, Justizvollzugsanstalten
  • wahrscheinlicher Infektionsweg, einschließlich Umfeld, in dem die Übertragung wahrscheinlich stattgefunden hat, mit Name, Anschrift und weiteren Kontaktdaten der Infektionsquelle und wahrscheinliches Infektionsrisiko
  • Behandlungsergebnis und Serostatus in Bezug auf COVID-19
  • Ort, an dem die Infektion wahrscheinlich erworben worden ist
  • Zugehörigkeit zur Bundeswehr

Stand: 16.11.2021

Wo werden Daten zu Hospitalisierungen und zur Hospitalisierungsinzidenz veröffentlicht?

Die Daten zur Hospitalisierungsrate werden arbeitstäglich unter den folgenden Links aktualisiert. Einmal wöchentlich werden die Daten in diesem Wochenbericht des RKI bewertet und eingeordnet.

Die dazugehörigen Daten können unter folgenden Links heruntergeladen werden:

Stand: 17.11.2021

Wie akkurat bildet die Hospitalisierungsrate das Infektionsgeschehen ab?

Die Hospitalisierungsinzidenz ist ein wichtiger Parameter, um das Infektionsgeschehen zu beurteilen – aber nicht der einzige. Wie bei Surveillancesystemen üblich, ist die Datenqualität abhängig von der Schnelligkeit der Erhebung. Die Hospitalisierungsinzidenz wird nach Meldedatum des Falles ausgewiesen und nicht nach dem Hospitalisierungsdatum. Durch Nachmeldungen kann sich der Wert für zurückliegende Zeiträume verändern. Die tagesaktuell gemeldete Hospitalisierungsinzidenz stellt zunächst damit nur einen Näherungswert dar. In der 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz sind diese Ungenauigkeiten aber bereinigt.

Weitere Informationen zur Hospitalisierungsinzidenz finden Sie beim Robert Koch-Institut.

Stand: 22.11.2021

Gibt es genügend Intensivbetten?

Die Mehrheit von COVID-19-Erkrankten zeigt lediglich milde Symptome. Dennoch benötigen etwa 1–4 Prozent eine Behandlung auf der Intensivstation. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ermöglicht frühzeitig, Engpässe (zum Beispiel bei Intensivbetten) zu erkennen. Mit dem DIVI-Intensivregister werden freie und belegte Behandlungskapazitäten in der Intensivmedizin von etwa 1.300 Akut-Krankenhäusern in Deutschland erfasst. Auf der Internetseite des Registers können Sie interaktive Karten verfolgen und sich weiter informieren. Durch diese tägliche Erfassung kann die Versorgung von Corona-Patientinnen und -Patienten als auch die allgemeine Notfallversorgung gewährleistet bleiben. Krankenhäuser haben außerdem Notfallkonzepte erarbeitet, die die intensivmedizinische Behandlung sicherstellt. Wenn Klinik-Kapazitäten ausgereizt sind, werden zudem Beatmungskapazitäten außerhalb von Intensivstationen genutzt. Intensivbetten sind derzeit also sichergestellt. Trotzdem appellieren Bund und Länder, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen, an die AHA-Formel zu halten und Kontakte so weit wie möglich einzuschränken. So können Infektionen beziehungsweise schwere COVID-19-Verläufe von vornherein vermieden werden.

In der Corona-Warn-App wird die bundesweite 7-Tage Hospitalisierungsinzidenz sowie der Anteil der Belegung aller betreibbaren Intensivbetten in Deutschland angezeigt. 

Stand: 25.10.2021

Was bedeutet "Triage" im Gesundheitssystem?

Mit "Triage" ist die Einteilung von Verletzten und Kranken nach der Schwere der Fälle gemeint. Der Begriff "Triage" kommt aus dem Französischen und bedeutet "Auswahl" oder "Sichtung". Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegerinnen und Pfleger sollen damit leichter entscheiden können, wer zuerst behandelt wird. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Militärmedizin. Die Soldaten mit den besten Aussichten auf Genesung sollten zuerst Hilfe bekommen, und nicht unbedingt die Menschen, die sie am nötigsten brauchten, um zu überleben.

Dieser Ansatz steht im Konflikt mit den eigentlichen Prinzipien der Medizin: In einer Notaufnahme werden Menschen, denen es besonders schlecht geht, auch besonders dringlich behandelt. Wenn Zeit, Personal oder Materialien knapp sind und eine angemessene Versorgung aller nicht möglich ist, wandelt sich das jedoch. In solchen dramatischen Situationen dient die Triage dazu, Behandlungsentscheidungen so zu treffen, dass möglichst viele Menschen überleben.

Bei COVID-19-Erkrankten würde es beispielsweise um die Entscheidung gehen, wer bei eingeschränkten Behandlungskapazitäten vorrangig intensivmedizinisch behandelt wird. Auch deswegen ist jede Anstrengung wichtig, die Infektionszahlen niedrig zu halten und so die Kapazitäten des Gesundheitssystems nicht zu überlasten.

Stand: 24.11.2021

Was versteht man unter der Reproduktionszahl R, und wie wichtig ist diese Zahl für die Bewertung zur jeweils aktuellen Ausbreitung des Coronavirus?

Die Reproduktionszahl R beschreibt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt. Diese Zahl kann nicht alleine als Maß für Wirksamkeit von Maßnahmen herangezogen werden. Unter anderem muss die absolute Zahl der Neuinfektionen klein genug sein, um die Kapazitäten von Intensivbetten nicht zu überlasten. Am Anfang einer Pandemie gibt es den Startwert R0, der beschreibt, wie viele Menschen eine Infizierte oder ein Infizierter im Mittel ansteckt, wenn es noch keine Immunität in der Bevölkerung gibt, noch kein Impfstoff verfügbar ist und noch keine Infektionsschutzmaßnahmen getroffen wurden. Beim Coronavirus lag R0 zwischen 2,4 und 3,3, das heißt, jede und jeder Infizierte hat im Mittel etwas mehr als zwei bis etwas mehr als drei Personen angesteckt. Ohne Gegenmaßnahmen wäre die Zahl der Infektionen rasch exponentiell ansteigen. Durch Infektionsschutzmaßnahmen lässt sich die Reproduktionszahl verringern.

Es gilt:

  • Wenn R größer 1, dann steigende Anzahl täglicher Neuinfektionen
  • Wenn R gleich 1, dann konstante Anzahl täglicher Neuinfektionen
  • Wenn R kleiner 1, dann sinkende Anzahl täglicher Neuinfektionen.

Beim Coronavirus ist es das Ziel, die Reproduktionszahl stabil bei unter 1 zu halten. Weitere Informationen erhalten Sie beim Robert Koch-Institut.

Stand: 16.11.2021 

Wie hoch ist die Dunkelziffer bei COVID-19 im Verhältnis zu den aktuellen Fallzahlen?

Die Zahl der nicht gemeldeten Fälle in ganz Deutschland ist nicht bekannt. Eine Studie des Robert Koch-Instituts in der Gemeinde Kupferzell in Baden-Württemberg hat gezeigt, dass in dem Ort 3,7-mal mehr Infektionen nachgewiesen werden konnten, als bislang bekannt waren.

Mehr zur bundesweiten Corona-Monitoring Studie des RKI lesen Sie hier

Stand: 27.10.2021

Warum sind die Fallzahlen am Wochenende geringer als an Arbeitstagen?

Hierfür gibt es mehrere Gründe. Zum einen suchen am Wochenende meist weniger Personen eine Ärztin oder einen Arzt auf. Dadurch werden weniger Tests gemacht und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden. Dazu kommt, dass am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden Daten an das Robert Koch-Institut (RKI) übermitteln. Gemäß Infektionsschutzgesetz sollte die Übermittlung, sobald die Falldefinitionen des RKI erfüllt sind, spätestens am folgenden Arbeitstag erfolgen. In der aktuellen Lage übermitteln jedoch die meisten Gesundheitsämter früher und häufiger als gesetzlich vorgesehen, meist täglich, auch am Wochenende.

Stand: 29.11.2021

Was sind Hotspots?

Mit der Bezeichnung "Hotspot" oder "Corona-Hotspot" wird meist eine Region bezeichnet, die ein besonders hohes Infektionsaufkommen verzeichnet. Dabei werden auch Städte und Gemeinden oder einzelne Wohnanlagen als "Corona-Hotspots" bezeichnet, wenn dort relativ viele Infizierte wohnen. Eine ähnliche deutsche Bezeichnung wäre beispielsweise das Wort "Brennpunkt". Eine genaue Definition dafür gibt es nicht.

Wird ein Ort oder eine Region als Hotspot identifiziert, wird sofort ein konsequentes Beschränkungskonzept unter Einbeziehung der zuständigen Landesbehörden umgesetzt. Die Landesgesundheitsbehörden informieren darüber das Robert Koch-Institut.

Stand: 15.11.2021

Was sind sogenannte "Superspreader" oder "Superspreading-Events"?

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben beobachtet, dass manche Menschen sehr viele Infektionen übertragen, während andere Infizierte nur wenige oder sogar niemanden infizieren. Wenn eine oder wenige mit dem Coronavirus infizierte Personen für derartig viele Neuinfektionen sorgen, nennt man dies „Superspreader". Eine Veranstaltung, auf der viele Menschen durch wenige hochinfektiöse Menschen angesteckt werden, nennt man dementsprechend „Superspreading-Event".

Stand: 28.10.2021