Bundesministerium für Gesundheit

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Entwicklung und Fallzahlen

Hier haben wir alle Fragen zu aktuellen Fallzahlen, was diese bedeuten und wie sich diese auf die Regelungen und Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie auswirken, zusammengestellt.

Wo erfahre ich, welche Regelungen in meinem Bundesland gelten?

Bitte informieren Sie sich zu länderspezifischen Regelungen bei offiziellen Stellen in Ihrem Bundesland, zum Beispiel auf den Seiten Ihrer Landesregierung: 

Stand: 07.09.2021

Wie aktuell sind die Fallzahlen der Infizierten, die das Robert Koch-Institut täglich meldet?

Das Robert Koch-Institut (RKI) analysiert fortlaufend verschiedene Datenquellen, um die Lage in Deutschland so genau wie möglich erfassen und einschätzen zu können. Es werden die bundesweit einheitlich erfassten und an das RKI übermittelten Daten zu bestätigten COVID-19-Fällen dargestellt. Die Gesundheitsämter übermitteln ihre Daten gemäß Infektionsschutzgesetz spätestens am nächsten Arbeitstag elektronisch an die zuständige Landesbehörde und von dort an das RKI. In der aktuellen Lage übermitteln die meisten Ämter täglich. Das Robert Koch-Institut veröffentlicht nur Fälle, bei denen eine labordiagnostische Bestätigung unabhängig vom klinischen Bild vorliegt.

Die Daten werden im RKI einmal täglich jeweils um 0:00 Uhr aktualisiert. Alle Informationen werden bewertet und im täglichen Situationsbericht veröffentlicht. Eine Übersicht über die Fälle in Deutschland ist hier zu finden. Die Übersicht wird montags bis freitags aktualisiert. Die aktuellen COVID-19-Meldedaten nach Bundesland und bis auf Kreisebene sind täglich, auch am Wochenende, dieser grafischen Übersicht zu entnehmen.

Durch die Dateneingabe und Datenübermittlung entsteht von dem Zeitpunkt des Bekanntwerdens des Falls bis zur Veröffentlichung durch das RKI ein Zeitverzug, sodass es Abweichungen hinsichtlich der Fallzahlen zu anderen Quellen geben kann.

Stand: 28.07.2021

Gibt es genügend Intensivbetten?

Die Mehrheit von COVID-19-Erkrankten zeigt lediglich milde Symptome. Dennoch benötigen etwa 1–4 Prozent eine Behandlung auf der Intensivstation. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ermöglicht frühzeitig, Engpässe (zum Beispiel bei Intensivbetten) zu erkennen. Mit dem DIVI-Intensivregister werden freie und belegte Behandlungskapazitäten in der Intensivmedizin von etwa 1.300 Akut-Krankenhäusern in Deutschland erfasst. Auf der Internetseite des Registers können Sie interaktive Karten verfolgen und sich weiter informieren. Durch diese tägliche Erfassung kann die Versorgung von Corona-Patientinnen und -Patienten als auch die allgemeine Notfallversorgung gewährleistet bleiben. Krankenhäuser haben außerdem Notfallkonzepte erarbeitet, die die intensivmedizinische Behandlung sicherstellt. Wenn Klinik-Kapazitäten ausgereizt sind, werden zudem Beatmungskapazitäten außerhalb von Intensivstationen genutzt. Intensivbetten sind derzeit also sichergestellt, trotzdem appellieren Bund und Länder, sich an die AHA-Formel zu halten und Kontakte so weit wie möglich einzuschränken. So können sich Infektionen von vornherein vermeiden lassen. Die Corona-Warn-App trägt außerdem dazu bei, das Gesundheitssystem zu entlasten.

Stand: 26.08.2021

Was bedeutet "Triage" im Gesundheitssystem?

Mit "Triage" ist die Einteilung von Verletzten und Kranken nach der Schwere der Fälle gemeint. Der Begriff "Triage" kommt aus dem Französischen und bedeutet "Auswahl" oder "Sichtung". Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegerinnen und Pfleger sollen damit leichter entscheiden können, wer zuerst behandelt wird. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Militärmedizin. Die Soldaten mit den besten Aussichten auf Genesung sollten zuerst Hilfe bekommen, und nicht unbedingt die Menschen, die sie am nötigsten brauchten, um zu überleben.

Dieser Ansatz steht im Konflikt mit den eigentlichen Prinzipien der Medizin: In einer Notaufnahme werden Menschen, denen es besonders schlecht geht, auch besonders dringlich behandelt. Wenn Zeit, Personal oder Materialien knapp sind und eine angemessene Versorgung aller nicht möglich ist, wandelt sich das jedoch. In solchen dramatischen Situationen dient die Triage dazu, Behandlungsentscheidungen so zu treffen, dass möglichst viele Menschen überleben.

Bei COVID-19-Erkrankten würde es beispielsweise um die Entscheidung gehen, wer bei eingeschränkten Behandlungskapazitäten vorrangig intensivmedizinisch behandelt wird. Auch deswegen ist jede Anstrengung wichtig, die Infektionszahlen niedrig zu halten und so die Kapazitäten des Gesundheitssystems nicht zu überlasten.

Stand: 06.08.2021

Was versteht man unter der Reproduktionszahl R, und wie wichtig ist diese Zahl für die Bewertung zur jeweils aktuellen Ausbreitung des Coronavirus?

Die Reproduktionszahl R beschreibt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt. Diese Zahl kann nicht alleine als Maß für Wirksamkeit von Maßnahmen herangezogen werden. Unter anderem muss die absolute Zahl der Neuinfektionen klein genug sein, um die Kapazitäten von Intensivbetten nicht zu überlasten. Am Anfang einer Pandemie gibt es den Startwert R0, der beschreibt, wie viele Menschen eine Infizierte oder ein Infizierter im Mittel ansteckt, wenn es noch keine Immunität in der Bevölkerung gibt, noch kein Impfstoff verfügbar ist und noch keine Infektionsschutzmaßnahmen getroffen wurden. Beim Coronavirus lag R0 zwischen 2,4 und 3,3, das heißt, jede und jeder Infizierte hat im Mittel etwas mehr als zwei bis etwas mehr als drei Personen angesteckt. Ohne Gegenmaßnahmen wäre die Zahl der Infektionen rasch exponentiell ansteigen. Durch Infektionsschutzmaßnahmen lässt sich die Reproduktionszahl verringern.

Es gilt: Wenn R größer 1, dann steigende Anzahl täglicher Neuinfektionen, Wenn R gleich 1, dann konstante Anzahl täglicher Neuinfektionen, Wenn R kleiner 1, dann sinkende Anzahl täglicher Neuinfektionen.

Beim Coronavirus ist es das Ziel, die Reproduktionszahl stabil bei unter 1 zu halten. Weitere Informationen erhalten Sie beim Robert Koch-Institut.

Stand: 17.08.2021 

Wie hoch ist die Dunkelziffer bei COVID-19 im Verhältnis zu den aktuellen Fallzahlen?

Die Zahl der nicht gemeldeten Fälle in ganz Deutschland ist nicht bekannt. Eine Studie des Robert Koch-Instituts in Kupferzell hat gezeigt, dass in dem Ort 3,9-mal mehr Infektionen nachgewiesen werden konnten, als bislang bekannt waren.

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Stand: 18.08.2021

Warum sind die Fallzahlen am Wochenende geringer als an Arbeitstagen?

Hierfür gibt es mehrere Gründe. Zum einen suchen am Wochenende meist weniger Personen eine Ärztin oder einen Arzt auf. Dadurch werden weniger Tests gemacht und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden. Dazu kommt, dass am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden Daten an das Robert Koch-Institut (RKI) übermitteln. Gemäß Infektionsschutzgesetz sollte die Übermittlung, sobald die Falldefinitionen des RKI erfüllt sind, spätestens am folgenden Arbeitstag erfolgen. In der aktuellen Lage übermitteln jedoch die meisten Gesundheitsämter früher und häufiger als gesetzlich vorgesehen, meist täglich, auch am Wochenende.

Stand: 09.09.2021

Was sind Hotspots?

Mit der Bezeichnung "Hotspot" oder "Corona-Hotspot" wird meist eine Region bezeichnet, die ein besonders hohes Infektionsaufkommen verzeichnet. Dabei werden auch Städte und Gemeinden oder einzelne Wohnanlagen als "Corona-Hotspots" bezeichnet, wenn dort relativ viele Infizierte wohnen. Eine ähnliche deutsche Bezeichnung wäre beispielsweise das Wort "Brennpunkt". Eine genaue Definition dafür gibt es nicht. Als Hotspot werden Regionen verstanden, die kumulativ mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen beziehungsweise Einwohner innerhalb der letzten 7 Tage verzeichnen. Wenn dies geschieht, wird sofort ein konsequentes Beschränkungskonzept unter Einbeziehung der zuständigen Landesbehörden umgesetzt. Die Landesgesundheitsbehörden informieren darüber das Robert Koch-Institut.

Stand: 18.08.2021

Was sind sogenannte "Superspreader" oder "Superspreading-Events"?

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben beobachtet, dass manche Menschen sehr viele Infektionen übertragen, während andere Infizierte nur wenige oder sogar niemanden infizieren. Wenn eine oder wenige mit dem Coronavirus infizierte Personen für derartig viele Neuinfektionen sorgen, nennt man dies „Superspreader". Eine Veranstaltung, auf der viele Menschen durch wenige hochinfektiöse Menschen angesteckt werden, nennt man dementsprechend „Superspreading-Event".

Stand: 28.07.2021