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Risikofaktoren und Risikogruppen

COVID-19-Erkrankungen verlaufen bei Menschen ab 60 Jahren und bei Menschen mit Vorerkrankungen oft besonders schwer. Grundsätzlich sind alle Menschen einem erhöhten Risiko ausgesetzt, deren Abwehrkräfte geschwächt sind. Lesen Sie hier mehr zu Risikofaktoren und Riskogruppen in Bezug auf das Coronavirus.

Ich bin chronisch krank. Was muss ich beachten, wenn ich mich mit COVID-19 infiziere?

Chronisch Erkrankte sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, dass eine Infektion mit dem Coronavirus einen schweren Verlauf nimmt. Hier erfahren Sie mehr dazu, wie Sie sich als Risikopatient am besten schützen. Wenn sich bei Ihnen erste Anzeichen einer Infektion zeigen, bleiben Sie bitte zunächst zuhause und vermeiden Sie weitere Kontakte. Rufen Sie Ihre Haus- oder Facharztpraxis an oder, falls diese nicht erreichbar ist, kontaktieren Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117.

Wenn Sie akut an Krebs erkrankt sind, ist in der Regel der Nutzen der Behandlung (Operation, Chemo- oder Strahlentherapie) größer als das Risiko einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus. Sprechen Sie mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt darüber. Bei Schwierigkeiten, einen Untersuchungs- oder Behandlungstermin zu bekommen, hilft Ihnen der Krebsinformationsdienst weiter. Sie erreichen die Stelle täglich von 08:00- 20:00 Uhr telefonisch unter 0800-420 30 40 oder per Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de.

Sollten Sie auf eine Dialyse angewiesen sein, kontaktieren Sie bei Infektionsverdacht Ihr Dialysezentrum telefonisch und besprechen Sie das weitere Vorgehen. Ist der Verdacht begründet, kümmert sich das Zentrum oder ein Krankenhaus darum, dass die Dialyse unter Schutzbedingungen durchgeführt werden kann.

Stand: 27.08.2021

Wie gefährdet sind Menschen mit Vorerkrankungen?

Nicht bei jeder Person, die unter einer Vorerkrankung leidet, verläuft eine Infektion mit dem Coronavirus schwer. Die Aussagen zu Vorerkrankungen als Risikofaktoren basieren vielmehr auf mathematischen Aussagen zu Wahrscheinlichkeiten. Zu den Risikofaktoren gehören unter anderem Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Lunge, Lebererkrankungen, Zuckerkrankheit oder Krebs. Auch ein durch Medikamente (z.B. Cortison) herabgesetztes Immunsystem, starkes Übergewicht und eine durch Rauchen belastete Lunge sind Risikofaktoren. Verschiedene Risikofaktoren können sich auch gegenseitig verstärken. Das heißt, dass ältere Personen mit Vorerkrankungen und anderen Risikofaktoren ganz besonders darauf achten müssen, sich nicht anzustecken. Mit der Befolgung der AHA-Formel: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (richtiges Husten, Niesen und gründliches Händewaschen) und im Alltag Maske tragen, kann jeder und jede einen Beitrag dazu leisten, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Bei Fragen zum eigenen Krankheitsbild sollte Kontakt mit der betreuenden Ärztin oder dem betreuenden Arzt aufgenommen werden.

Weitere Informationen finden Sie in diesem Artikel.

Stand: 20.07.2021

Welche Altersgruppen sind von COVID-19 besonders betroffen?

Alle Altersgruppen können sich infizieren und erkranken. Besonders gefährdet für einen schweren Verlauf sind Menschen höheren Alters (60+) und jene, die bereits von Grunderkrankungen betroffen sind. 

Wenn Sie zu dieser Gruppe gehören, finden Sie hier weitere Informationen.

Stand: 15.09.2021

Ist die Blutgruppe ein Risikofaktor für COVID-19?

Laut Robert Koch-Institut (RKI) kann die ABO-Blutgruppe einen Einfluss auf das individuelle Infektionsrisiko mit dem Coronavirus haben. Dies betrifft sowohl die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, als auch die Schwere der Symptome. Bisherige Studien bewerten den Einfluss der ABO-Blutgruppe auf die Schwere eines COVID-19-Krankheitsverlaufes allerdings als sekundär. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Stand: 29.07.2021

Ich bin Pollenallergiker. Bin ich besonders gefährdet, mich mit COVID-19 zu infizieren?

Nein. Pollenallergikerinnen und -allergiker haben keine verminderte immunologische Abwehr. Die Abwehr gegen Bakterien und Viren ist bei ihnen normal, sie sind nicht immungeschwächt. Menschen mit Heuschnupfen haben eine verstärkte immunologische Reaktion auf die in der Luft fliegenden Pollen. Pollenallergikerinnen und -allergiker sollten die von ihnen eingesetzten Medikamente weiterhin verwenden und nicht absetzen.

Stand: 05.07.2021

Können auch junge Menschen zur Risikogruppe gehören?

Ja, auch junge Menschen können zur Risikogruppe gehören, wenn sie Vorerkrankungen haben. Zum Beispiel wenn sie Medikamente nehmen müssen, die das Immunsystem beeinflussen, oder einen Herzfehler haben. Auch Raucherinnen und Raucher gehören zur Risikogruppe, da bei ihnen aufgrund einer möglichen verringerten Lungenkapazität die Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs höher ist.

Stand: 20.07.2021

Sind junge Menschen vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt?

Auch jüngere Menschen können erkranken und das Virus übertragen. Kinder und Jugendliche können wie Erwachsene Vorerkrankungen haben und zu einer Risikogruppe gehören. Die Verhaltensregeln, die in der AHA-Formel zusammengefasst sind (Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Alltag mit Maske), sind daher auch für junge Menschen wichtig, um sich vor einer Ansteckung zu schützen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Impfempfehlung nun auch für Kinder ab 12 Jahren ausgeweitet; sie empfiehlt die Corona-Impfung mit den beiden mRNA-Impfstoffen nun allgemein für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren, d. h. nicht mehr nur für Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen. Alle Informationen zur Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche finden Sie hier

Stand: 19.08.2021

Ich bin jung. Wieso muss auch ich Abstand halten? Ich gehöre doch nicht zur Risikogruppe.

Nicht nur Personen, die zur Risikogruppe gehören, sollten sich vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen. Es geht darum, einen unkontrollierten Anstieg der Fallzahlen zu verhindern, damit unser Gesundheitssystem leistungsfähig bleibt. Vor allem schützen wir damit nicht nur uns, sondern auch andere, zum Beispiel auch diejenigen, die eher von einem starken Krankheitsverlauf betroffen sind. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass eine Ansteckung mit dem Coronavirus auch bei Menschen außerhalb der Risikogruppe einen schweren Verlauf nehmen kann.

Bitte beachten Sie die Verhaltensregeln, die in der AHA-Formel zusammengefasst sind: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (Husten und Niesen in die Armbeuge sowie gründliches Händewaschen) und im Alltag Maske tragen.

Stand 23.07.2021

Ältere Menschen als Risikogruppe

Weshalb gehöre ich ab einem Alter von 60 Jahren zur Risikogruppe?

Bei Personen im Alter von über 60 Jahren ist das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs größer. Bedingt durch das weniger gut reagierende Immunsystem können Personen über 60 eher schwer erkranken (Immunseneszenz). Zudem können Symptome wie Fieber, die als Reaktion auf eine Infektion auftreten, bei älteren Personen schwächer auftreten oder fehlen, weswegen diese häufig auch später eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Stand: 29.07.2021

Wie kann ich mich als älterer Mensch besonders schützen?

Personen mit Vorerkrankungen und hohen Alters haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer Infektion mit dem Coronavirus und sollten sich deshalb besonders schützen. Die Corona-Schutzimpfung hilft dabei, sich und andere Personen zu schützen. Das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs der COVID-19-Erkrankung kann durch eine Impfung drastisch reduziert werden.

Darüber hinaus rufen Bund und Länder weiterhin dazu auf, bei persönlichen Treffen weiterhin auf die allgemein geltenden Vorsichtsmaßnahmen zu achten, die in der AHA-Formel zusammengefasst sind: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (richtiges Husten, Niesen und gründliches Händewaschen) und im Alltag Maske tragen.

Menschen, die zur Risikogruppe gehören, sollten verstärkt darauf achten, nur eine geringe Zahl an Besucherinnen und Besuchern zu empfangen und sich möglichst mit denselben Personen zu treffen. Beschränken Sie die Besuchsdauer und planen Sie Ihre Treffen am besten an der frischen Luft – draußen ist das Infektionsrisiko geringer als in geschlossenen Räumen. Falls Sie sich nicht draußen treffen können, öffnen Sie regelmäßig die Fenster und sorgen Sie für gute Luftzirkulation im Raum. Vermeiden Sie engen körperlichen Kontakt, der das Risiko einer Tröpfcheninfektion mit sich bringt. Rufen Sie zunächst bei Arztpraxen oder Apotheken an, bevor Sie persönlich dort erscheinen und lassen Sie sich Medikamente oder Rezepte im Idealfall von Kontaktpersonen bringen. Nehmen Sie zudem Angebote zu Ihrer Unterstützung durch Freunde und Familie oder weitere Initiativen wahr.

Stand: 08.09.2021

 

Kann eine Grippeimpfung vorbeugend wirken bei Vorerkrankungen und älteren Menschen, sodass eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus milder verlaufen könnte?

Die Grippeimpfung hat keinen Einfluss auf den Verlauf einer Corona-Infektion. Die Grippeimpfung kann aber das Risiko einer Grippeerkrankung senken und so dazu beitragen, das Gesundheitssystem zu entlasten. Für Beratungen zur Grippeimpfung kontaktieren Sie bitte Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt.

Stand: 27.08.2021

Ist es für Senioren sinnvoll, sich jetzt gegen Pneumokokken impfen zu lassen?

Eine Impfung gegen Pneumokokken hilft nicht gegen eine COVID-19-Erkrankung. Allerdings können Pneumokokken-Infektionen zu schweren Lungenentzündungen und Sepsis führen, wodurch die Versorgung auf einer Intensivstation gegebenenfalls mit Beatmung erforderlich wird. Durch die Impfung sollen Risikopersonen geschützt werden und auch eine weitere Belastung des Gesundheitssystems vermieden werden. Wie auch vor der Pandemie wird die Impfung Personen ab dem Alter von 70 Jahren, Patientinnen und Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen oder chronischen Erkrankungen des Herzens und Patientinnen und Patienten mit Immundefizienz empfohlen. 

Falls Sie vor kurzem die Corona-Schutzimpfung bekommen haben, ist ein Mindestabstand von 14 Tagen zwischen den Impfungen zu beachten. Der Abstand sollte vor Beginn und nach der Impfserie eingehalten werden. Notfallimpfungen (z. B. Tetanus bei Verletzung) sind davon ausgenommen. 

Stand: 09.09.2021