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Virusvarianten

Mittlerweile sind neue Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2 im Umlauf, die teilweise als besorgniserregend gelten, weil sie teilweise hochansteckend sind und sich dadurch sehr schnell verbreiten. Erfahren Sie hier wie gefährlich die neuen Virusvarianten sind und wie Sie sich am besten schützen können.

Was bedeuten die verschiedenen Varianten des Coronavirus für uns und was weiß man über sie?

Seit Ende 2020 über die zunehmende Verbreitung neu aufgetretener Virusvarianten berichtet, die zunächst in Großbritannien (Alpha), Südafrika (Beta), Brasilien (Gamma) oder Indien (Delta & Kappa) entdeckt wurden. Virusvarianten werden im Volksmund oft vereinfacht und irreführenderweise als Mutationen bezeichnet. Diese Varianten weisen eine erhöhte Übertragbarkeit und höhere Reproduktionsanzahl auf. Um einen besseren Überblick über Virusvarianten zu bekommen, fördert die Bundesregierung die bundesweite Sequenzierung der Viren. Virologische Basisdaten und Informationen zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 stellt das Robert Koch-Institut (RKI) hier zur Verfügung. Angesichts der neu aufgetretenen Varianten ist es umso wichtiger, die AHA-Formel konsequent zu beachten, um generell eine Übertragung des Coronavirus zu verhindern und die Ausbreitung der neuen, möglicherweise noch stärker ansteckenden Varianten einzudämmen.

Einen Artikel zu Coronavirus-Varianten finden Sie hier

Stand: 23.06.2021 

Wie schütze ich mich am besten vor den Virusvarianten?

Einige der Virusvarianten sind ansteckender als das ursprüngliche Coronavirus und verbreiten sich deshalb schneller. Das Einhalten der AHA-Formel und die vollständige Corona-Schutzimpfung bieten weiterhin den besten Schutz gegen das Virus und seine Varianten.

Alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, schützen – nach Abschluss der Impfserie von meist zwei Impfdosen – nach derzeitigem Kenntnisstand sehr gut vor einer Erkrankung durch die Variante Alpha. Nach aktuellen Laborstudien zeigen einige Impfstoffe allerdings bei den Varianten Beta und Delta eine geringfügigere Wirksamkeit als gegen das ursprüngliche Coronavirus SARS-CoV-2 – denn die Antikörper, die das Immunsystem nach der Corona-Schutzimpfung gebildet hat, sind gegen das veränderte Virus weniger wirksam. Auch wenn eine Impfung möglicherweise nicht so effektiv vor einer Infektion mit den Varianten Beta und Delta schützt wie vor anderen Varianten, so zeigen erste Studien, dass die Schutzwirkung vor schweren Corona-Verläufen bei einer Infektion mit der Delta-Variante mit der Notwendigkeit einer Behandlung im Krankenhaus, sowohl bei den Vektor-Impfstoffen (Vaxzevria® von AstraZeneca und Janssen® von Johnson & Johnson ) wie auch mRNA-Impfstoffen (Comirnaty® von BioNTech/Pfizer ​​​​​​​und Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna ) nach einer vollständigen Impfserie bei über 90% liegt.

In Kombination mit der AHA-Formel – Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (richtiges Husten, Niesen und gründliches Händewaschen) und im Alltag Maske tragen – bleiben Sie und Ihre Mitmenschen bestmöglich geschützt.

Stand: 13.07.2021

Wieso gelten manche Virusvarianten als "besorgniserregend"?

Varianten des Coronavirus, die verschiedene Mutationen aufweisen, die mit besonderen Eigenschaften wie höherer Übertragbarkeit und einer veränderten Immunantwort im Zusammenhang stehen können, werden als "Variant of concern" oder zu Deutsch "besorgniserregende Variante" eingestuft. Varianten die diese Besonderheit nicht aufweisen, gelten nur als "von Interesse", oder auch "Variant of interest", und stehen unter Beobachtung. 

Weltweit und auch in Deutschland werden verschiedene Varianten des Coronavirus beobachtet, die als besorgniserregend eingestuft werden. Dazu zählen Alpha (B.1.1.7), Beta (B.1.351), Gamma (P.1) und Delta (B.1.617.2). Das Robert Koch-Institut veröffentlicht auf seiner Website wöchentliche Berichte zu den Virusvarianten in Deutschland.

Stand: 09.07.2021 

Wieso wurden die verschiedenen Varianten des Coronavirus umbenannt?

Diese Entscheidung wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefällt. 

Die unterschiedlichen Varianten des Coronavirus werden nun nach den Buchstaben des griechischen Alphabets benannt, um eine Stigmatisierung der Länder zu vermeiden, in denen sie erstmals entdeckt wurden. 

Nach dem neuen System heißt die sogenannte britische Variante B.1.1.7 nun Alpha, die erstmals in Südafrika entdeckte Mutante B.1.351 wird zu Beta, die brasilianische Variante P.1 zu Gamma. Bei der sogenannten indischen Variante B.1.617 wird unterschieden zwischen der besorgniserregenden Variante B.1.617.2, die zu Delta wird, und der Variante B.1.617.1, die derzeit als „von Interesse“ eingestuft wird. Sie heißt nun Kappa.

Stand: 23.06.2021

Wie gefährlich sind die Varianten des Coronavirus?

Wissenschaftlich fundierte Informationen zu der SARS-CoV-2-Virusvarianten aus Großbritannien (Alpha), Südafrika (Beta), Brasilien (Gamma), Indien (Delta & Kappa) finden Sie beim Robert Koch-Institut.

Stand: 23.06.2021

 

Wie häufig treten die Varianten Alpha, Beta, Kappa und Delta auf?

Im Dezember 2020 berichteten britische Behörden von der neuen SARS-CoV-2-Virusvariante Alpha (B.1.1.7), die erstmals im September 2020 in Großbritannien nachgewiesen wurde. Bislang ist sie die dominierende Variante des Coronavirus in Deutschland, wie das Robert Koch-Institut berichtet. Ihre Verbreitung lag in Deutschland in der Kalenderwoche 20 bei pro 100 positiv getesteten Personen in 93% der Fälle vor.

Die Beta-Variante, die zuerst in Südafrika nachgewiesen wurde, zeigte sich in Deutschland bislang lediglich in 1% der Fälle.

Die Virusvariante Delta (B.1.617.2), die zunächst in Indien entdeckt wurde, ist infektiöser und wahrscheinlich unempfindlicher gegen das Coronavirus gebildete Antikörper als der Urtyp des Virus. Die WHO hat die Variante deshalb am 10. Mai 2021 zur besorgniserregenden Variante erklärt.

Die Variante Kappa steht noch unter Beobachtung und gilt bislang nicht als besorgniserregend.

Das Robert Koch-Institut veröffentlicht wöchentlich einen Bericht zum Vorkommen der Virusvarianten von SARS-CoV-2 in Deutschland. Hier können Sie die Berichte einsehen.

Stand: 24.06.2021

Gehen die Varianten Delta und Kappa mit einer erhöhten Gefährlichkeit oder Ansteckungsfähigkeit einher?

Die SARS-CoV-2-Varianten Delta und Kappa zeichnen sich unter anderem durch zwei Aminosäureaustausche im viralen Spike-Protein aus, die mit einer reduzierten Wirksamkeit der humoralen (E484Q, L452R) beziehungsweise auch zellulären (L452R) Immunantwort in Verbindung gebracht werden. Außerdem gibt es Hinweise, dass der L452R-Austausch die Bindung des Virus an den Zielzellrezeptor ACE-2 verstärkt und damit möglicherweise die Übertragbarkeit der Variante erhöht. Weitergehende Daten liegen jedoch noch nicht vor.

Variante Delta ist vermutlich infektiöser und wahrscheinlich unempfindlicher gegen das Coronavirus gebildete Antikörper als der Urtyp des Virus. Die WHO hat die Variante deshalb am 10. Mai 2021 zur besorgniserregenden Variante erklärt. Erste Studien zeigen, dass die Schutzwirkung vor schweren Corona-Verläufen nach einer Infektion mit der Delta-Variante mit der Notwendigkeit einer Behandlung im Krankenhaus, sowohl bei Vektor-Impfstoffen wie auch mRNA-Impfstoffen nach der Zweitimpfung bei über 90% liegt. Weiterführende Informationen zur COVID-19-Impfung finden Sie in der aktuellen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Die Variante Kappa steht noch unter Beobachtung und gilt bislang nicht als besorgniserregend.

Stand: 12.07.2021

Welche Reise-Regelungen gelten für Virusvariantengebiete?

Grundsätzlich gilt für Einreisende aus Virusvarianten-Gebieten nach Deutschland derzeit für den Personenverkehr per Zug, Bus, Schiff und Flug ein Beförderungsverbot, um die Ausbreitung von Virusvarianten möglichst zu verhindern. Von diesem Einreiseverbot gibt es sehr eng begrenzte Ausnahmen, unter anderem für deutsche Staatsangehörige und Menschen mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland. Für diese Personen zählt die Ausweispflicht eines negativen Testergebnisses bei der Einreise aus den aufgelisteten Virusvariantengebieten. Dieser Nachweis kann unter anderem auch bei der Einreisekontrolle verlangt werden. Auch Genesene und Geimpfte müssen über einen solchen Testnachweis verfügen. Daneben gelten eine grundsätzliche Anmelde- und eine vierzehntägige Quarantänepflicht. Die Quarantäne kann dabei nicht verkürzt werden – auch nicht mit einem negativen Corona-Testergebnis. Die Maßnahmen für Reisende können Sie im Detail hier nachlesen.

Von Reisen in Virusvariantengebiete wird dringend abgeraten. Eine Auflistung der Virusvariantengebiete finden Sie beim Robert Koch-Institut.

Auch bei Reisen gilt es die AHA+A-Formel zu beachten – Abstand einhalten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (richtiges Husten, Niesen und gründliches Händewaschen), im Alltag Maske tragen und die Corona-Warn-App nutzen.   

Stand: 23.06.2021

Was ist ein Virusvariantengebiet?

Virusvariantengebiete sind Risikogebiete mit besonderen Merkmalen. Dies können Gebiete sein, in denen eine Virusvariante (Mutation) des Coronavirus SARS-CoV-2 verbreitet aufgetreten ist, die nicht zugleich in Deutschland verbreitet auftritt und von der anzunehmen ist, dass von ihr ein besonderes Risiko ausgeht. Solche besonderen Risiken können sich unter anderem daraus ergeben, dass die Virusvariante

  • vermutlich oder nachweislich leichter übertragen wird,
  • aufgrund einer anderen Eigenschaft die Infektionsausbreitung beschleunigt,
  • die Krankheitsschwere verstärkt
  • oder gegen die die Wirkung einer durch Impfung oder überstandene COVID-Infektion erreichte Immunität abgeschwächt ist.

Stand: 30.07.2021

Kann ein COVID-19-Impfstoff Schutz bieten, wenn das SARS-CoV-2-Virus mutiert?

Die Mutation von Viren ist ein natürlicher Vorgang, bei dem sich das genetische Material des Virus verändert. Dies geschieht bei verschiedenen Viren mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Wenn ein Virus mutiert, heißt dies nicht automatisch, dass die genetische Veränderung die Wirksamkeit des Impfstoffs beeinflusst.

So bieten Impfstoffe gegen bestimmte Viruserkrankungen, beispielsweise Masern oder Röteln, auch noch Jahrzehnte nach ihrer Entwicklung einen wirksamen und langanhaltenden Schutz vor den Erregern. Bei anderen Erkrankungen wie der Grippe ändern sich die Virusstämme hingegen oft und in einem solchen Ausmaß, dass die Zusammensetzung der Impfstoffprodukte jährlich aktualisiert werden muss, damit er wirksam ist (jährliche Stammanpassung). Zudem bieten neue Impfstoffplattformen wie die mRNA-Impfstoffe den Vorteil, dass sie schnell an Virusvarianten angepasst werden können.

Die nationalen Arzneimittelbehörden wie das Paul-Ehrlich-Institut, die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und die internationale Wissenschaftsgemeinschaft gehen auch der Frage nach, ob Virusvarianten die Wirksamkeit von COVID-19-Impfstoffen beeinflussen.

Alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, schützen nach derzeitigen Erkenntnissen sehr gut vor einer Erkrankung durch Alpha, der Virusvariante, die erstmals in Großbritannien entdeckt wurde – und genauso auch vor schweren Erkrankungen durch die anderen Varianten. So ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft davon auszugehen, dass die bisher beobachteten Virusvarianten Alpha, Beta (entdeckt in Südafrika), Delta/Kappa (entdeckt in Indien) und Gamma (entdeckt in Brasilien) die Wirksamkeit der bisher zugelassenen mRNA-Impfstoffe (Comirnaty® von BioNTech/Pfizer , Spikevax® (Vaccine Moderna) von Moderna ) vermutlich kaum beeinträchtigen. Erste Studien zeigen, dass die Schutzwirkung vor schweren Corona-Verläufen bei einer Infektion mit der Virusvariante Delta mit der Notwendigkeit einer Behandlung im Krankenhaus, sowohl bei Vektor-Impfstoffen wie auch mRNA-Impfstoffen nach der Zweitimpfung bei über 90% liegt.

Eine Begründung für diese Annahme ist, dass nur einzelne für den Immunschutz relevante Erkennungsstellen des Oberflächen-Spikeproteins (S-Protein) von den Virusmutationen betroffen sind. Zudem wird sowohl eine komplexe Immunantwort bestehend aus Antikörpern, als auch eine zelluläre Immunantwort durch die Impfung hervorgerufen. Zu weiteren bekannten Virusvarianten, die z. B. in Vietnam oder Thailand entdeckt wurden, stehen noch keine Daten zur Verfügung.

Eine Übersicht über diese und weitere SARS-CoV-2-Varianten stellt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Verfügung. Einen Überblick über aktuelle Sequenzen liefert u.a. die Internetseite des Konsiliarlabors an der Berliner Charité. Molekularbiologische Details zu den Varianten Alpha und Beta hat das Robert Koch-Institut (RKI) aufbereitet. Sie sind hier abrufbar.

Die Wirksamkeit der Impfstoffe und ihre Wirkung gegen Virusvarianten werden kontinuierlich überprüft. Alle Hersteller planen zudem verschiedene Anpassungen ihrer Impfstoffe, die – falls es notwendig sein sollte – besser vor den Virusvarianten schützen sollen.

Weitere Informationen können Sie auch unserem Artikel Wie gefährlich sind die Coronavirus-Varianten? entnehmen. 

Stand: 13.07.2021

Auch in Deutschland treten vermehrt Corona-Infektionen auf, die in Zusammenhang mit den bekannten Varianten stehen. Schützen die zugelassenen Impfstoffe auch gegen die mutierten Erreger?

Ja. Die verfügbaren Impfstoffe wirken auch gegen die verschiedenen Varianten des Coronavirus. Studienergebnisse zeigen, dass die Schutzwirkung allerdings nur bei einer vollständig abgeschlossenen Impfserie besteht. 

Nach aktuellem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass die Wirksamkeit der zugelassenen COVID-19-Impfstoffe prinzipiell ähnlich sind. Sollte die Wirksamkeit der Impfstoffe jedoch durch weitere Mutationen der hier zirkulierenden Viren erheblich absinken, wäre es den Impfstoffherstellern möglich, die verfügbaren COVID-19-Impfstoffe innerhalb weniger Wochen entsprechend anzupassen. Alle Hersteller haben inzwischen angepasste Impfstoffe in der klinischen Entwicklung. Mit ersten Zulassungen dieser angepassten Impfstoffe ist in der zweiten Jahreshälfte 2021 zu rechnen.

Mehr Informationen können Sie unserem Artikel Wie gefährlich sind die Coronavirus-Varianten? entnehmen.

Stand: 28.07.2021