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Medizinisches und pflegerisches Personal
15:10 Uhr · 29. Mai 2020

Für sich selbst sorgen

Bei der Tätigkeit in der medizinischen oder pflegerischen Versorgung kann die Fürsorge für sich selbst leicht in den Hintergrund geraten. Und doch ist sie so bedeutsam, damit Sie selbst gut durch diese anstrengende Zeit finden und Ihre Kräfte erhalten können.

Bild: Getty Images / Zia Soleil

Dies ist eine Zeit, in der Sie im Rahmen Ihrer Tätigkeit in außergewöhnlichem Maß gefordert sind. Täglich geht es in der medizinischen Versorgung darum, Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung bestmöglich bei der Genesung zu unterstützen und Leben zu erhalten – und das unter erschwerten Arbeitsbedingungen. Pfleger und Pflegerinnen in der Altenpflege kämpfen dagegen darum, dass die ihnen anvertrauten Menschen nicht erkranken und müssen gleichzeitig mit wesentlichen Einschränkungen in ihren Einrichtungen umgehen. 

Die Tätigkeit in der medizinischen oder pflegerischen Versorgung ist mit einer immensen Anstrengung für Sie verbunden und dennoch richten Sie Ihre Aufmerksamkeit stets mit so viel Engagement und Fürsorge auf das Wohl anderer Menschen. Dabei kann die Fürsorge für sich selbst leicht in den Hintergrund geraten. Und doch ist sie so bedeutsam, damit Sie selbst gut durch diese anstrengende Zeit finden und Ihre Kräfte erhalten können. 

Wir möchten Sie dabei unterstützen, Ihre psychische Gesundheit während der Coronavirus-Epidemie zu erhalten. Wir haben für Sie zusammengetragen, wie Sie etwas Wohltuendes für sich selbst tun können: 

Positive Gedanken über sich selbst sind bedeutsam! Nehmen Sie wahr, was Sie gerade leisten: Stresserscheinungen durch Ihre Arbeit sind unter den derzeitigen Bedingungen völlig normal. Sich unter Druck und auch erschöpft zu fühlen, bedeutet in keinem Fall, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein oder gar, den Job nicht gut zu machen. Im Gegenteil. Betrachten Sie Ihr Engagement und nehmen Sie bewusst wahr, wieviel Sie leisten. Ein wohlwollender Blick ist selbstfürsorglich und tut gut.

Machen Sie sich in diesem Zusammenhang auch immer wieder bewusst, was Ihre Tätigkeit für Sie, für die Ihnen anvertrauten Menschen und schließlich auch für unsere Gesellschaft bedeutet. Sie setzen sich beständig dafür ein, Menschen zu unterstützen, zu schützen und zu retten. Das ist nicht selbstverständlich. Dies wird gerade in den letzten Wochen auch darin deutlich, dass sehr viele Menschen in unserem Land ihre Wertschätzung bezüglich Ihrer Tätigkeit ausdrücken.

Trennen Sie Beruf und Privates: Etablieren Sie ein hilfreiches Ritual, um sich bewusst für einige Zeit aus Ihrer Tätigkeit zu verabschieden und in Ihre ganz private Umgebung zurückzukehren. Finden Sie hierzu auch ergänzende Tipps unter dem Thema „Anforderungen bewältigen“ auf dieser Seite.

Halten Sie wohltuende Bewegung aufrecht: Eine wohltuende Art der Bewegung ist eine gute Möglichkeit, um psychisch stabil zu bleiben und für sich selbst zu sorgen. Behalten Sie bei, was Sie Ihnen auch schon vor der Coronavirus-Epidemie an Bewegung gutgetan hat. Sollte dies aufgrund von Einschränkungen nicht mehr möglich sein, suchen Sie am besten nach geeigneten und für Sie passenden Ersatz. Allein schon regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft können den Kopf frei machen und Stress reduzieren. Vielleicht haben Sie aber auch Lust auf eine Yoga-Einheit oder eine andere Art von Workout zuhause, sportliche Aktivitäten im Garten oder eine Fahrradfahrt.

Den Geist beruhigen: Ihre Tätigkeit bringt mit sich, dass Sie ständig im Kontakt mit anderen Menschen sind und sich stets aufmerksam auf deren Situation und Bedürfnisse einstellen müssen. Vielleicht tut es Ihnen gut, wenn Sie in diesen Zeiten besonders darauf achten, dass Ihre Sinne und Ihr Geist zur Ruhe kommen können. Ein wenig Stille für sich ganz allein, vielleicht entspannende Musik, eine Entspannungsübung oder eine kleine Meditation, ein Eintrag in ein Tagebuch oder den Kopf leeren im Gespräch mit einem vertrauten Menschen. Finden Sie heraus, was Ihnen im Moment am besten hilft, um gedanklich zur Ruhe zu kommen.

Eigene Bedürfnisse achtsam wahrnehmen: Eigene grundsätzliche Bedürfnisse wie Essen und Trinken, einen Moment Pause etc. sollten Sie unbedingt auch während Ihrer Arbeitszeit berücksichtigen. Unter dem Stichwort „Anforderungen bewältigen“ haben wir hierzu Ideen zusammengetragen. Insbesondere während der Freizeit ist eine achtsame Hinwendung zu den eigenen Bedürfnissen jedoch sehr wichtig, um Kraft zu tanken und sich selbst gut versorgen zu können. Stellen Sie Bedürfnisse nach Erholung in Ihrer ganz individuellen Form keinesfalls zurück. Sorgen Sie dabei auch für ausreichend erholsamen Schlaf.

Sich ein wenig Genuss gönnen: Sich selbst etwas Genuss zu verschaffen, ist eine besonders schöne Form der Selbstfürsorge. Was finden Sie besonders schön, was verbinden Sie mit Genuss? Vielleicht die Berührung von warmem Wasser, ein besonderer Geschmack oder Duft, angenehme Klänge, schöne Farben, ein alltägliches, vertrautes Geräusch, sanfte Berührungen, eine schöne Bewegung. Für ein wenig Genuss braucht es gar nicht viel Zeit, es genügen ein paar Augenblicke, die auch gut im Alltag Platz finden können. 

Eine kostenlose psychotherapeutische Beratung für alle Pflegeberufe bietet der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe/ Bundespsychotherapeutenkammer an unter:

https://www.dbfk.de/de/themen/psych4nurses.php