Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Wissen
10:42 · 22. November 2021

Sichere Gesundheitsversorgung in der Corona-Pandemie

Apotheken, Arztpraxen und Krankenhäuser haben besondere Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen zum Infektionsschutz getroffen. Angebote der medizinischen Versorgung sind sicher und sollten auch während der Corona-Pandemie wahrgenommen werden. Erfahren Sie mehr.

Apotheken, Arztpraxen, Krankenhäuser sind sicher.

Hohe Sicherheits- und Hygienestandards in Apotheken und Arztpraxen

Die hohen Hygienestandards in Apotheken und Arztpraxen wurden zu Beginn der Corona-Pandemie weiter verschärft. Desinfektionsmittel, Plexiglasscheiben, Masken und auch Handschuhe gehören seitdem zu den Standards in vielen Apotheken und Arztpraxen. Die Räumlichkeiten in Arztpraxen wurden so eingerichtet, dass Patientinnen und Patienten in der Pandemie gut und sicher versorgt werden können. Der Mindestabstand von 1,5 Meter wird durch Diskretionszonen, Beschilderungen oder Zutrittsbeschränkungen geregelt.

Mobile Dienste von Apotheken und Arztpraxen

Wer die Vermutung hat, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollte nicht in die Hausarztpraxis gehen, sondern sich zunächst telefonisch Rat einholen. Außerhalb der Sprechzeiten können Sie sich auch an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden (Telefonnummer 116 117). In dringenden Fällen kann dieser Sie zu einem Corona-Testcenter leiten oder einen Hausbesuch organisieren. Auch Apotheken muss man nicht unbedingt persönlich aufsuchen. Melden Sie sich telefonisch in Ihrer Apotheke und fragen Sie nach dem Botendienst, der Arzneimittel kontaktfrei nach Hause liefert. Dieser Service richtet sich insbesondere an Personen, die sich in Quarantäne befinden sowie Menschen, die aufgrund hohen Alters oder wegen Vorerkrankungen zu den COVID-19-Risikogruppen zählen.

Digitale Videosprechstunde von Zuhause

Seit Beginn der Corona-Pandemie bieten immer mehr Arztpraxen eine Videosprechstunde an. Ein Vorteil der Videosprechstunde in der Pandemie ist, dass Patientinnen und Patienten dafür nicht das Haus verlassen müssen und so potenzielle Ansteckungssituationen vermeiden. Insbesondere für Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 haben oder in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, hat sich die Videosprechstunde bei alltäglichen Erkrankungen bewährt. Die digitale Sprechstunde ist auch dann möglich, wenn die Patientin oder der Patient zuvor noch nicht in der Praxis in Behandlung war. Lediglich im Falle einer psychotherapeutischen Behandlung ist – bis auf wenige Ausnahmen – ein persönlicher Erstkontakt nach wie vor notwendig. Natürlich ist eine Videosprechstunde nicht in allen Fällen ein vollwertiger Ersatz für eine klassische Sprechstunde. Deshalb sollten Sie im Vorfeld klären, ob sie in Ihrem konkreten Fall in Frage kommt. Rufen Sie zunächst in der Praxis an und fragen Sie nach, ob eine Videosprechstunde möglich ist und vereinbaren Sie gegebenenfalls einen Termin. Viele Praxen haben bestimmte Videosprechzeiten eingerichtet und informieren darüber auf ihrer Webseite. 
Für die Videosprechstunde wird keine besondere Technik benötigt. Allerdings müssen Sie Zugang zu einem Computer, Laptop, Tablet oder Smartphone mit Kamera und Mikrofon haben. Zusätzlich benötigen Sie eine Internetverbindung. Die Videosprechstunde wird über einen zertifizierten Videoanbieter durchgeführt, der alle datenschutzrechtlichen Vorgaben erfüllt. Mehr Informationen zur Videosprechstunde finden Sie in diesem Artikel und auf diesem Informationsblatt der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). 

Das E-Rezept kommt 2022

Um die Behandlung mit Arzneimitteln sicherer zu gestalten, Abläufe in Apotheken und Arztpraxen zu erleichtern und allgemein Arztbesuche in Zeiten der Corona-Pandemie einfacher zu machen, gibt es ab Januar 2022 das E-Rezept. Dieses digitale Rezept wird dann zukünftig sowohl nach digitalen als auch normalen Arztbesuchen ausgestellt und kann online wie auch stationär zum Einsatz kommen. Das E-Rezept ermöglicht viele neue digitale Anwendungen. Von der Medikationserinnerung bis hin zum Medikationsplan mit eingebautem Wechselwirkungscheck. So kann einfach überprüft werden, ob alle Arzneimittel untereinander verträglich sind. Mehr Informationen zum E-Rezept finden Sie hier.

Getrennte Versorgung von COVID-19 Erkrankten

Zögern Sie nicht, bei Beschwerden zur Ärztin, zum Arzt oder ins Krankenhaus zu gehen. Kliniken und Arztpraxen haben sich gut auf die Pandemie eingestellt und behandeln COVID-19-Erkrankte getrennt von anderen Patientinnen und Patienten. Potenziell Infizierte sollten telefonisch einen Termin vereinbaren und werden entweder nur zu bestimmten Zeiten empfangen oder – soweit räumlich möglich – in abgesonderten Warte- und Behandlungszimmern versorgt. Da vor allem kleinere Praxen dies nicht immer bewerkstelligen können, gibt es vielerorts Absprachen. Größere Praxen übernehmen zum Teil Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf COVID-19, die ihre gewohnte Hausarztpraxis nicht aufsuchen können. Diese COVID-19-Praxen können eine hinreichende Trennung der Patientinnen- und Patienten  sicherstellen. Der ärztliche Bereitschaftsdienst informiert deutschlandweit unter der Telefonnummer 116 117 darüber, wie man sich im Falle einer vermuteten Infektion verhalten sollte und wohin man sich wenden kann. Welche Symptome auftreten können und was Sie in dem Fall tun können, lesen Sie im Artikel Fieber, Husten, Unwohlsein: Verdacht auf COVID-19.

Vorsorgeuntersuchungen unbedingt wahrnehmen

Die Patientinnen- und Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Claudia Schmidtke, ruft dazu auf, notwendige Arzttermine sowie Gesundheitsuntersuchungen und Eingriffe trotz der anhaltenden Corona-Pandemie wahrzunehmen:

„Die regelmäßige Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen ist dringend zu empfehlen, um potenziell ernsthafte Erkrankungen rechtzeitig festzustellen. Insbesondere Gesundheitsuntersuchungen für Kinder und Jugendliche sind ein wichtiges Instrument, um die altersgemäße gesundheitliche Entwicklung regelmäßig ärztlich zu überprüfen. Diese Untersuchungen sollten rechtzeitig absolviert oder schnellstmöglich nachgeholt werden. Aber auch Patientinnen und Patienten mit chronischen Krankheiten müssen darauf achten, Früherkennungs- oder Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen, um frühzeitig auf mögliche Verschlechterungen des Gesundheitszustandes zu reagieren“, erklärt Prof. Dr. Claudia Schmidtke.

Vorsorgeuntersuchungen oder Impftermine können und sollten wahrgenommen werden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert über Möglichkeiten der Vorsorge und Früherkennung von Krankheiten für Frauen und Männer.

Die Versorgung in Krankenhäusern ist sichergestellt

„Niemand sollte im Notfall aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus auf die dringend notwendige medizinische Hilfe in einem Krankenhaus verzichten“ warnt die Patientinnen- und Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Claudia Schmidtke. Zwar waren planbare Eingriffe zu Beginn der Pandemie bewusst verlegt worden, doch galt dies zu keinem Zeitpunkt für dringende Fälle. „Notfälle, etwa nach Unfällen, oder akute Erkrankungen, wie zum Beispiel ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt, bedürfen einer schnellen Versorgung im Krankenhaus“, betonte Schmidtke. „Die Versorgung von Notfällen in den Krankenhäusern ist sichergestellt. Sie erfolgt unter Beachtung der notwendigen Isolationsmaßnahmen von COVID-19-Patientinnen und Patienten.“ 

Ob und in welchem Umfang planbare, nicht medizinisch dringende Operationen verschoben werden, hängt vom Verlauf der Corona-Pandemie ab. Sind viele Menschen erkrankt, die eine Behandlung im Krankenhaus oder gar auf einer Intensivstation benötigen, kann es notwendig werden, dass Krankenhäuser ihre Kapazitäten neu verteilen müssen. Das kann dazu führen, dass aufgrund der Mehrbelastung durch COVID-19-Erkrankte planbare, nicht dringende Operationen verschoben werden müssen. Ein gutes Indiz dafür, wie stark die Krankenhäuser aktuell belastet sind, ist die Hospitalisierungsrate. Diese gibt an, wie viele Personen bezogen auf 100.000 Menschen in den letzten sieben Tagen mit einer COVID-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden mussten. Hier können Sie die Hospitalisierungsrate einsehen. Zudem werden im DIVI-Intensivregister freie und belegte Behandlungskapazitäten in der Intensivmedizin von etwa 1.300 Akut-Krankenhäusern in Deutschland erfasst. Auf der Internetseite des Intensivregisters können Sie sich dazu weiter informieren.

 Hier können Sie die Mitteilung der Patientinnen- und Patientenbeauftragten der Bundesregierung nachlesen.

Auf Ihre Mithilfe kommt es an!

Im Vergleich zu vielen anderen Ländern ist Deutschland bisher relativ gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Das liegt zum Teil daran, dass wir ein solides Gesundheitssystem haben, das sich in den vergangenen Monaten bewährt hat. Es liegt aber auch an der großen Bereitschaft der Bevölkerung einen Beitrag dazu zu leisten, das Virus zu stoppen. 

Nur wenn wir uns auch in Zukunft an die Regeln halten, wird es gelingen, die Pandemie weiter einzudämmen. Damit Arztpraxen und Apotheken sichere Orte bleiben, gilt auch hier: Beachten Sie die AHA-Formel. Das heißt:

  • Abstand halten: Achten Sie auf 1,5 Meter Mindestabstand zu Ihren Mitmenschen. 
  • Hygiene beachten: Befolgen Sie die Hygieneregeln in Bezug auf Niesen, Husten und Händewaschen. 
  • Alltag mit Maske

In Krankenhäusern gilt zudem die 3G-Regel: Besucherinnen und Besucher sind dazu verpflichtet, beim Betreten entweder einen Impf-, Genesenen- oder negativen Testnachweis vorzulegen. Krankenhausbesuche von Angehörigen, Freundinnen, Freunden oder Bekannten sollten während der Corona-Pandemie auf ein notwendiges Minimum reduziert werden, um die eigene und die Infektionsgefahr der Patientinnen und Patienten zu minimieren. Informieren Sie sich vor Ort bei dem entsprechenden Krankenhaus über eventuelle Besuchsbeschränkungen und Verhaltensregelungen.

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