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Corona-Wissen
14:27 · 12. Oktober 2021

Geschützt, aber nicht einsam: Wie Pflegeheime Besuche sicher gestalten

Bei vielen Menschen, die in Pflegeeinrichtungen leben besteht ein erhöhtes Risiko, einen schweren Verlauf von COVID-19 zu erleiden. Überall in Deutschland bemühen sich Pflegeheime, Besuche sicher zu gestalten, um die Bewohnerinnen und Bewohner zu schützen. Hier erfahren Sie, was Sie bei Besuchen beachten müssen.

Hygienemaßnahmen schützen Pflegebedürftige /

Risikogruppen brauchen während der Coronavirus-Pandemie besonderen Schutz

Für Pflegeeinrichtungen in Deutschland ist es eine große Herausforderung: Pflegebedürftige brauchen besonderen Schutz, da sie meist zur Gruppe der Risikopatientinnen und Risikopatienten zählen. Mittlerweile haben alle Risikogruppen ein Impfangebot erhalten. Der größte Teil der Pflegebedürftigen ist vollständig gegen COVID-19 geimpft. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass so sehr viele schwere Krankheitsverläufe sowie Todesfälle verhindert werden konnten. 

Bei bestimmten Personengruppen kann es allerdings zu einer reduzierten oder schnell nachlassenden Immunantwort nach einer vollständigen COVID-19-Impfung kommen. Davon sind insbesondere immungeschwächte Patientinnen und Patienten, Höchstbetagte und Pflegebedürftige betroffen. Eine Auffrischungsimpfung kann in diesen Fällen sehr sinnvoll sein. Seit September 2021 soll insbesondere diesen Personengruppen
im Sinne einer gesundheitlichen Vorsorge in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen eine Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff angeboten werden. Die Entscheidung über die Auffrischungsimpfung hat die Gesundheitsministerinnen- und Gesundheitsministerkonferenz (GMK) am 2. August 2021 beschlossen und am 9. August 2021 präzisiert. Die Impfungen können von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten oder von (mobilen) Teams der Impfstellen vorgenommen werden und sollten in der Regel sechs Monate nach Abschluss der ersten Impfserie erfolgen.

Da eine Infektion mit dem Coronavirus und eine daraus resultierende Erkrankung an COVID-19 trotz Impfung möglich und noch nicht geklärt ist, inwieweit geimpfte Personen das Virus übertragen, bleiben die COVID-19-Schutzmaßnahmen wichtig. Nichtsdestotrotz ist es besonders für Heimbewohnerinnen und Heimbewohner wichtig, Besuch von ihrer Familie und weiteren Angehörigen zu erhalten. Die Länder geben einen Rahmen für Besuchsregelungen vor, zusätzlich gibt es Anordnungen auf Kreis- oder Gemeindeebene. Seit dem 23. August 2021 gilt zudem eine bundesweite verbindliche Testpflicht im Rahmen der 3G-Regel als Voraussetzung für einen Besuch in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen. Für alle Personen, die weder vollständig Geimpfte noch Genesene sind, ist eine Pflicht zur Vorlage eines negativen Antigen-Schnell- oder PCR-Tests vorgesehen. Ein Schnelltest darf nicht älter als 24 Stunden sein, ein PCR-Test nicht älter als 48 Stunden. Ausgenommen sind Kinder bis zum 6. Lebensjahr sowie darüber hinaus Schülerinnen und Schüler, welche bereits im Rahmen des verbindlichen Schulkonzepts regelmäßig getestet werden. Die Auflagen verfolgen das Ziel, Infektionsschutz und soziale Kontakte für Pflegebedürftige zu vereinbaren. Oft ist die Anzahl der Besuchspersonen begrenzt (weiter unten finden Sie Links zu den Regelungen in den einzelnen Bundesländern).  


 

Kein Besuch wie vor der Pandemie

Angehörige dürfen Bewohnerinnen und Bewohner von Pflege- und Altenheimen unter bestimmten Auflagen besuchen. Das gilt auch für Menschen, die in ambulant betreuten Wohngruppen für Menschen mit Behinderung leben. Dennoch müssen diese Menschen auch weiterhin vor möglichen Infektionen geschützt werden. Das heißt, dass ein Besuch, wie er vor der Coronavirus-Pandemie üblich war, noch immer nicht möglich ist. Besucherinnen und Besucher sind verpflichtet, die AHA-Formel einzuhalten: Wann immer möglich 1,5 Meter Abstand halten, husten und niesen in die Armbeuge, vor dem Besuch Hände waschen und während des Besuchs einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Absprache, Anmeldung, Testpflicht

Besucherinnen und Besucher sollten sich neben der Einhaltung der 3G-Regel (Vorlage eines Impf-, Test- oder Genesenennachweises) im Voraus auch vor Ort über aktuelle Regelungen informieren, sich gegebenenfalls anmelden und mit dem Pflegepersonal abklären, welche Besuchsform zu welchen Zeiten ratsam ist. Durch die Absprache mit dem Personal kann ein höheres Besucheraufkommen zu einem bestimmten Zeitpunkt vermieden werden. In einigen Bundesländern ist der Besuch in Pflegeeinrichtungen zeitlich begrenzt und es gilt die 1-1-1-Regel: Eine Person pro Bewohnerin oder Bewohner am Tag. Ausnahmen gibt es hierbei in der Regel für Besuch von Schwerstkranken oder Sterbenden.

Besuche möglichst im Freien ermöglichen

Zahlreiche Pflegeheime haben pragmatische und kreative Konzepte entwickelt, um Besuche durch Angehörige zu ermöglichen. Mögliche Ansteckungen sollen dabei durch gezielte Maßnahmen verhindert werden. So können Balkone in den unteren Etagen als Besuchsbalkone genutzt werden und die Heimbewohnerinnen und Heimbewohner können sich mit ihren Angehörigen im Garten unterhalten. Durch die räumliche Distanz und den Aufenthalt unter freiem Himmel kann das Infektionsrisiko deutlich reduziert werden. Sofern das Heimgelände über einen Garten verfügt, sind auch gemeinsame Spaziergänge an der frischen Luft – unter Wahrung des Mindestabstands von 1,5 Metern – eine gute Möglichkeit, gemeinsam Zeit zu verbringen.
 

Weitere Informationen: 

Grundsätzlich sollten Sie sich vor Ihrem Besuch in einer Pflegeeinrichtung über regionale und lokale Regeln erkundigen. Allgemeine Informationen zu jedem Bundesland finden Sie hier.

Updates zu den Regelungen für Pflegeheime in den Ländern des Pflegeschutzbundes BIVA: 

https://www.biva.de/besuchseinschraenkungen-in-alten-und-pflegeheimen-wegen-corona/

Informationen des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe:

https://www.dbfk.de/de/themen/Covid-Pandemie.php

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