Bundesministerium für Gesundheit

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Pflegeberufe

Pflegebedürftige benötigen auch in der Coronavirus-Pandemie ausreichend Unterstützung. Um alle Beteiligten optimal vor einer Infektion und weiteren Folgen zu schützen, müssen bestimmte Maßnahmen wie Abstand, Reduzierung von unnötigem Kontakt und Hygiene beachtet werden. Wie Menschen in Pflegeberufen am besten damit umgehen, lesen Sie hier.

Kann ich Menschen anstecken, die ich pflege? – und: Kann ich mich bei Menschen anstecken, die ich pflege?

Eine Ansteckungsgefahr besteht bei allen Beteiligten im direkten Kontakt. In der Pflege sollten persönliche Schutzmaßnahmen ergriffen werden, wie zum Beispiel das Tragen einer Atemschutzmaske, von Handschuhen und Kittel. Außerdem kann ein Augenschutz sinnvoll sein. Bitte beachten Sie Anordnungen zum Tragen von Schutzkleidung.

Um sich vor dem Coronavirus zu schützen, sollte man generelle Hygienemaßnahmen sowie die AHA-Formel einhalten: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), die Hygieneregeln beachten und im Alltag Maske tragen.

Im Einzelnen bedeutet das: 

  • Häufiges und richtiges Händewaschen: Mindestens 20 Sekunden mit ausreichend Seife. Danach die Hände gründlich abtrocknen, um verbliebene Keime mit dem Handtuch zu entfernen. Vor allem in der Pflege bietet sich hier der Gebrauch von Einmal-Handtüchern an. Handtücher, die mehrmals verwendet werden, könnten ein guter Nährboden für Bakterien sein oder (Corona-)Viren eine Nische bieten, in der diese länger infektiös bleiben.
  • Wenig ins Gesicht fassen: Das Virus wird in erster Linie über die Schleimhäute übertragen. Daher sollten Sie diese möglichst nicht berühren. Daher bitte nicht mit ungewaschenen Händen die Augen reiben oder Mund und Nase berühren. Wenn Sie keine Möglichkeit haben, sich die Hände zu waschen, nutzen Sie Desinfektionsmittel, bevor Sie ihr Gesicht berühren. So minimieren Sie die Gefahr einer Ansteckung. 
  • Finger wenig nutzen: Wo es möglich ist, sollten Sie den Ellbogen statt der Finger nutzen. So lassen sich viele Türen beispielsweise statt mit der Hand mit dem Arm öffnen. Besonders Türklinken – und diese besonders in Pflegeheimen mit vielen Besuchspersonen – sind ein idealer Ort, um Viren zu verbreiten. Auch die Knöpfe in Fahrstühlen oder an anderen elektrischen Großgeräten sollten Sie so gut wie möglich meiden, um sich nicht zu infizieren. Die meisten großen Knöpfe lassen sich mit dem Ellbogen bedienen. Versuchen Sie auch, Handläufe in Fluren und Treppenhäusern zu meiden.
  • Häufig lüften: Frische Luft trägt außerdem dazu bei, dass das Infektionsrisiko geringer wird. Weisen Sie auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegeheims darauf hin, dass sie öfter als sonst das Zimmer lüften sollten.
  • Mindestabstand zu Personen: Ungefähr zwei Meter Abstand sollte man im Idealfall zu anderen Personen halten, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. In der Freizeit mag dieses Vorgehen praktikabel sein. Für die meisten Pflegekräfte ist es dagegen kaum umsetzbar. Und auch für Heimbewohnerinnen und -bewohner ist der Mindestabstand nur schwierig einzuhalten, da Körperkontakt oft die Voraussetzung für pflegerisches Handeln darstellt. Umso wichtiger ist es daher, dass auf die angesprochenen Hygienemaßnahmen in besonderem Maße geachtet wird.

Neben den Maßnahmen zum Eigenschutz, gibt es aber auch einige Tipps, die man beachten sollte, um andere Menschen zu schützen. Dazu gehören:

  • Nieshygiene: Wenn Sie niesen müssen, dann bitte nicht in die Hände. Nutzen Sie stattdessen die Armbeuge, um die Tröpfchen abzufangen.
  • Auf Händeschütteln verzichten: Von Ärztinnen und Ärzten in Praxen und Kliniken kennen wir diese Maßnahme häufig während der Erkältungssaison. Aktuell sollten auch die Beschäftigten in der Pflege dazu übergehen. Verzichten Sie – wo es geht – darauf, Hände zu schütteln. Denken Sie daran: Das Coronavirus ist durch eine Schmierinfektion übertragbar. 

Neben den genannten Hygiene-Maßnahmen reduziert auch die Corona-Schutzimpfung das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Mehr Informationen zur Corona-Schutzimpfung finden Sie hier.

Stand: 29.09.2021

Wann besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko?

Ein höheres Infektionsrisiko besteht bei direktem Kontakt zu Sekreten oder Körperflüssigkeiten von an COVID-19 erkrankten Personen. Das kann beim Anhusten oder Anniesen beziehungsweise bei medizinischen oder pflegerischen Maßnahmen der Fall sein. Das Risiko kann durch die Verwendung von entsprechender Schutzausrüstung vermindert werden. Dazu gehören Atemschutzmasken, die mindestens den Standard der FFP2-Maske erfüllen. Das Robert Koch-Institut stellt auf seiner Website Informationen zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Patientinnen und Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2 zur Verfügung.

Mehr Informationen zur richtigen Schutzausrüstung finden Sie hier.

Stand: 25.08.2021

Warum ist es sinnvoll, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in einem medizinischen oder pflegerischen Bereich arbeiten, regelmäßig testen lassen?

Mit präventiven Reihentests in Krankenhäusern und Pflegeheimen und durch das Testen von Kontaktpersonen von Infizierten lassen sich Infektionsketten schnell erkennen und können besser unterbrochen werden.

Die Nationale Teststrategie sieht vor, dass auch Personal in Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen und stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen weiterhin getestet wird.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Robert Koch-Instituts.

In der Testverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) ist konkret geregelt, dass Pflegeeinrichtungen auf der Grundlage eines einrichtungsbezogenen Testkonzepts eine bestimmte Menge an PoC-Antigen-Tests („Schnelltests“) beschaffen und nutzen können. In stationären Einrichtungen können bis zu 30 PoC-Antigen-Tests und von ambulanten Einrichtungen bis zu 20 dieser Tests je Pflegebedürftigem pro Monat beschafft und genutzt werden. Die Kosten für das Testmaterial werden erstattet. Die PoC-Antigen-Tests sollen von den Einrichtungen eingesetzt werden für die Testung von Personen, die dort tätig sind, die dort gepflegt und betreut werden oder die als Besuchsperson eine stationäre Pflegeeinrichtung betreten wollen. Auf Landesebene wird in Verordnungen und Allgemeinverfügungen vorgegeben, wie häufig Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pflegeheimen auf das Corona-Virus getestet werden müssen.

Festlegungen zu Testpflichten und -häufigkeiten für Personal und Besuchspersonen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen werden von den einzelnen Bundesländern getroffen. Für Besuchspersonen von Krankenhäusern und Pflegeheimen gilt in allen Bundesländern seit  dem 23. August 2021 die 3G-Regel, nach welcher der Zutritt nur für geimpfte, genesene oder getestete Personen zu gewähren ist.

Stand: 11.10.2021

Wie können sich Personen schützen, die Vorerkrankungen haben und/oder in Pflegeberufen arbeiten?

Personen mit bestimmten Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung. Für diese Personengruppe ist es besonders wichtig, die Kontakt- und Hygieneregeln einzuhalten und die Corona-Schutzimpfung zu bekommen. Auch Pflegekräfte sollten sich, falls noch nicht geschehen, möglichst schnell impfen lassen.

Laut der aktuellen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) wird Personen mit einer (schweren) Immundefizienz ab vier Wochen beziehungsweise sechs Monaten nach der abgeschlossenen Impfserie eine Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen. Pflegepersonal, beziehungsweise Beschäftigten mit direktem Kontakt zu Patientinnen und Patienten, empfiehlt die STIKO ebenfalls ab sechs Monaten nach abgeschlossener Impfserie eine Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff. Mehr zum Thema Auffrischungsimpfung haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Stand: 21.10.2021

 

Was gilt für Besuchspersonen von pflegebedürftigen Menschen?

Beim Zusammensein mit pflegebedürftigen Menschen und Menschen mit Behinderung, zum Beispiel bei Besuchen in einem Pflegeheim oder einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung, sind die grundsätzlichen Hygieneregeln (AHA+L) zu beachten. Auflagen für Besuche in Pflegeheimen, Einrichtungen der Behindertenhilfe und anderen Wohnformen legen die Bundesländer in Verordnungen und Allgemeinverfügungen fest. Besucherinnen und Besucher können sich auch bei der Einrichtung über die aktuell gültigen Regelungen erkundigen. In vielen Einrichtungen sollen Besuche vorher angemeldet werden. Für Besucherinnen und Besucher in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe gilt grundsätzlich seit dem 23. August die 3G-Regel: Zutritt bekommen nur Besuchspersonen, die vollständig geimpft, genesen oder (negativ) getestet sind. Menschen, die also weder vollständig geimpft noch genesen sind, müssen einen negativen Antigen-Schnelltest (nicht älter als 24 Stunden) oder einen negativen PCR-Test (nicht älter als 48 Stunden) vorlegen.

Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 35 können die Bundesländer die 3G-Regel auch ganz oder teilweise aussetzen.

Stand: 04.10.2021

Werden Menschen mit Behinderung besonders geschützt?

Bitte informieren Sie sich über Bestimmungen zu den Besuchsregelungen für stationäre Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe in der jeweiligen Einrichtung.

Stand: 24.09.2021

Was ist im Umgang mit Menschen mit Demenz zu beachten?

Häufig zählen Menschen mit Demenz durch ihr höheres Alter zur Risikogruppe. Hier ist also besondere Vorsicht geboten. Da viele Demenzerkrankte nicht in der Lage sind, die Hygieneregeln (AHA+L+A-Formel) einzuhalten, ist auch das Risiko einer Ansteckung erhöht. Auf eigene Hygienemaßnahmen sollte demnach verstärkt geachtet werden. Die Betreuung sollte in enger Absprache mit den Angehörigen organisiert werden. Pflegeheime haben zum Teil besondere Hygienemaßnahmen, die vor Ort umgesetzt werden müssen. Bitte berücksichtigen Sie auch regionale Vorschriften.

Durch die Corona-Pandemie entfallen viele Aktivitäten und Angebote für Menschen mit Demenz. Vor allem Bewegung ist ein wichtiger Baustein zur Prävention von Demenz, es macht Spaß und kann sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Auf dieser Website finden Sie Sportübungen und Trainingsanleitungen für Menschen mit Demenz. Die Videos finden Sie hier. Weitere Informationen, welche Strategie die Bundesregierung im Umgang mit Demenzerkrankten verfolgt, finden Sie hier.

Stand: 20.09.2021 

Darf ich die Anzahl der Patientenbesuche reduzieren?

Sie dürfen die Zahl der Patientinnen und Patienten, die Sie täglich versorgen, nicht eigenmächtig reduzieren. Bitte wenden Sie sich mit Fragen dieser Art an Ihre Vorgesetzte beziehungsweise Ihren Vorgesetzten.

Stand: 25.08.2021

Was muss ich tun, wenn es in der Pflegeeinrichtung, in der ich arbeite, eine oder mehrere an COVID-19 erkrankte Personen gibt?

Falls es in der Pflegeeinrichtung, in der Sie arbeiten, eine oder mehrere erkrankte Personen gibt, beachten Sie bitte folgende Hinweise:

  • Erkrankte Bewohnerinnen und Bewohner und/oder infizierte Kundschaft von Pflegediensten sind umgehend beim zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Die Kontaktdaten des zuständigen Gesundheitsamtes müssen im Pflegedienst und im Heim zentral hinterlegt und für alle Mitarbeitenden zugänglich sein. Sie sollten eine verantwortliche Person – auch eine Vertretung für diese – benennen, die dem Gesundheitsamt als Ansprechperson mitgeteilt wird und die die erforderlichen und angeordneten Maßnahmen einleitet.
  • Sofort ist eine Isolation zu empfehlen.
  • Informieren Sie umgehend telefonisch die zuständige Hausärztin oder den zuständigen Hausarzt bzw. den ärztlichen Bereitschaftsdienst.
  • Rufen Sie bei lebensbedrohlicher Symptomatik den Rettungsdienst an und geben Sie einen Hinweis auf eine mögliche COVID-19-Erkrankung.
  • Halten Sie sich an die Anweisungen der Gesundheitsbehörde.
  • Sofern eine Krankenhausaufnahme nicht erforderlich ist, muss die oder der Betroffene in der Einrichtung isoliert werden, bis das Ergebnis der Diagnostik vorliegt (meist einen Tag).
  • In der Pflege von Erkrankten mit Fieber oder Atemwegssymptomen sollte den Empfehlungen entsprechende Schutzausrüstung verwendet werden. 

Detaillierte Informationen zu Prävention und Management von COVID-19 in Alten- und Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen entnehmen Sie dem gleichnamigen Dokument des Robert Koch-Instituts (RKI). Informationen zu Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter medizinischem und nicht medizinischem Personal in Alten- und Pflegeeinrichtungen bei Personalmangel finden ebenfalls auf der Website des RKI.

Stand: 25.08.2021

Muss ich es melden, wenn sich eine Pflegekraft im Pflegeheim mit dem Coronavirus angesteckt hat?

Positive Testergebnisse, etwa eines PoC-Antigentests, sind umgehend dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden und es ist eine PCR-Testung zur Bestätigung / Klärung (Diagnostik) zu veranlassen.

Erkrankte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Atemwegserkrankungen sollten nicht zur Arbeit kommen, sondern zuhause bleiben. Hier finden Sie seitens des RKI Hinweise zur Prävention und zum Management von Erkrankungen in Altenheimen.

Stand: 08.10.2021

 

Wo finde ich Informationen darüber, wie man mit Ausbrüchen in öffentlichen Einrichtungen vorgeht?

Ausbruchsgeschehen müssen so schnell wie möglich erkannt werden, damit sie durch Infektionsschutzmaßnahmen eingedämmt werden können. Weitere Ansteckungen können so verhindert werden. Die Gesundheitsämter suchen daher gezielt Erkrankungsfälle im Umfeld von Erkrankten (aktive Fallfindung), um sie so früh wie möglich zu identifizieren und Infektionsketten zu unterbrechen, aber auch, um das Ausmaß des Infektionsgeschehens abzuschätzen.

Die nationale Teststrategie sieht außerdem vor, durch vermehrtes Testen in öffentlichen Einrichtungen Infektionsketten frühzeitig aufzudecken. Lesen Sie hier warum es sinnvoll ist, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in einem medizinischen oder pflegerischen Bereich arbeiten, regelmäßig testen lassen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) stellt einen Leitfaden zum Vorgehen bei Häufungen von COVID-19 für den öffentlichen Gesundheitsdienst zur Verfügung. Für das Management von Ausbrüchen in Altenheimen und medizinischen Einrichtungen gibt es spezielle Empfehlungen. Eine Infografik auf der Website des RKI erklärt die aktive Fallfindung.

Stand: 29.09.2021

Welche Änderungen ergeben sich bei den regelmäßig abzurufenden Beratungseinsätzen nach § 37 Absatz 3 des Elften Buches Sozialgesetzbuches?

Für Pflegegeldempfängerinnen und -empfänger besteht die Pflicht zur Beratung in der eigenen Häuslichkeit durch einen zugelassenen Pflegedienst, eine anerkannte Beratungsstelle oder eine von der Pflegekasse beauftragte Pflegekraft (Beratungsbesuch). Pflegegeldempfängerinnen und -empfänger mit den Pflegegraden 2 und 3 müssen die Beratungsbesuche einmal halbjährlich und Pflegegeldempfängerinnen und -empfänger mit den Pflegegraden 4 und 5 einmal vierteljährlich abrufen. Die Beratung kann bis einschließlich 31. Dezember 2021 telefonisch, digital oder per Videokonferenz durchgeführt werden, wenn die oder der Pflegebedürftige dies wünscht.

Stand: 30.09.2021

Welche Sonderregelungen zur Kurzzeitpflege gibt es?

 

Bis einschließlich 30. September 2020 bestand der Anspruch auf Kurzzeitpflege in Einrichtungen, die stationäre Leistungen zur medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation erbringen, abweichend von § 42 Absatz 4 SGB XI auch ohne dass gleichzeitig eine Maßnahme der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation für eine Pflegeperson erbracht wird. Des Weiteren übernahmen die Pflegekassen abweichend von § 42 Absatz 2 Satz 2 SGB XI bei Kurzzeitpflege im Zeitraum vom 28. März 2020 bis einschließlich 30. September 2020, Aufwendungen bis zu einem Gesamtbetrag von 2418 Euro, sofern diese in Einrichtungen, die stationäre Leistungen zur medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation erbringen, geleistet wurde. Die Sonderregelungen sollten, wie andere Maßnahmen auch, möglichen Versorgungsengpässen vorbeugen. Von ihnen wurde aber kaum Gebrauch gemacht. Die Befristung wurde daher nicht verlängert.

Stand: 26.08.2021

Wie können Menschen, die einen Antrag auf Pflegeleistungen gestellt haben, durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen begutachtet werden?

Die Begutachtung von Pflegebedürftigkeit erfolgt grundsätzlich durch eine umfassende persönliche Befunderhebung im Wohnbereich der antragstellenden Person. Mit dem Ziel, das Gesundheitswesen und die Pflege bei der Bewältigung der Corona-Pandemie zu unterstützen, wurden jedoch Ausnahmeregelungen zur Pflegebegutachtung geschaffen. Zum Schutz pflegebedürftiger Personen vor zusätzlichen Ansteckungsgefahren durch das Coronavirus SARS-CoV-2 können nach § 147 Absatz 1 Elftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI) Gutachten aufgrund der zur Verfügung stehenden Unterlagen erstellt werden. Zugleich werden die antragstellende Person und andere zur Auskunft fähige Personen, wie Angehörige, Nachbarinnen und Nachbarn oder Ärztinnen und Ärzte von den Gutachterinnen und Gutachtern zur Person des Antragstellers in strukturierten Interviews telefonisch oder auf digitalem Weg befragt.

Dies setzt jedoch voraus, dass eine solche Begutachtung ohne Untersuchung des Versicherten in seinem Wohnbereich zwingend erforderlich ist (beispielsweise aufgrund bestimmter Vorerkrankungen des oder der Versicherten). Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) hat im Benehmen mit dem Spitzenverband Bund der Pflegekassen (GKV Spitzenverband) bundesweit einheitliche Maßgaben für bestimmte Fallkonstellationen entwickelt. Zudem sind bei der Entscheidung auch regionale und behördliche Vorgaben zu berücksichtigen.

Die Maßgaben können hier abgerufen werden. Das Hygienekonzept der MDK-Gemeinschaft ist unter diesem Link abrufbar.

Stand: 15.10.2021

Was muss zur Vorsorge in einem Haushalt von Pflegebedürftigen vorhanden sein?

In einem Haushalt mit Pflegebedürftigen sollte Folgendes zur Vorsorge vorhanden sein:

  • Desinfektionsmittel (Flüssigkeiten oder Gele auf Alkoholbasis mit mindestens 60% Alkoholgehalt)
  • Handschuhe
  • Masken (sogenannte OP-Masken oder FFP2-, KN95- oder N95-Masken)
  • Thermometer

Weitere Informationen zum Schutz vor Corona und zur Prävention vor einer Ansteckung finden Sie hier.

Stand: 25.08.2021

Wie soll die Corona-Warn-App von medizinischem und pflegerischem Personal bei Tätigkeiten wie z. B. Krankentransporten verwendet werden?

Bei der Arbeit mit Personen, die sich über die Corona-Warn-App als positiver Fall verifiziert haben, rät das Robert Koch-Institut (RKI) medizinischem und pflegerischem Personal mit adäquater Schutzausrüstung im Hinblick auf die persönliche Verwendung der Corona-Warn-App bestimmte Vorkehrungen zu treffen. Um ihre Risikoeinschätzung nicht zu verfälschen, sollte je nach Fall die Bluetooth-Funktion kurzzeitig deaktiviert werden. Nur so kann die Warnmeldung als zuverlässige Risikomitteilung interpretiert werden.

Bei der Arbeit mit Personen, die sich bereits als positiver Fall verifiziert haben lassen, werden keine weiteren Codes durch die App ausgetauscht und somit auch keine neuen Warnmeldungen generiert. Ein erhöhtes Risiko wird ausschließlich für Begegnungen für die letzten 14 Tage vor der Verifikation ausgesprochen. Bei der Arbeit mit Personen, die sich allerdings erst nachträglich über die Corona-Warn-App als positiver Fall identifiziert haben, werden bis zum Zeitpunkt der Verifikationen 14 Tage rückwirkend Warnmeldungen für Kontaktpersonen generiert. Dem Personal wird bei der Arbeit mit diesen Fällen also eine Risiko-Begegnung und evtl. auch ein erhöhtes Risiko angezeigt werden. In diesem Fall ist anzuraten, die Bluetooth-Funktion bei der Behandlung zu deaktivieren, da andernfalls eine Warnmeldung mit erhöhtem Risiko die Folge ist. Auch bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einem ungeklärten Infektionsstatus, ist anzuraten die Bluetooth-Funktion zu deaktivieren. Lässt sich die behandelnde Person später als ein positiver Fall verifizieren, wird dem behandelnden Personal ansonsten ein erhöhtes Risiko angezeigt.

Bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einem ungeklärten Infektionsstatus ohne adäquate Schutzausrüstung des Personals, kann die App ohne Funktionseinschränkung genutzt werden. Lässt sich die behandelnde Person später als ein positiver Fall verifizieren, wird dem behandelnden Personal ein erhöhtes Risiko angezeigt. Diese Warnmeldung ist dann als eine adäquates Risikomitteilung zu interpretieren. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website des Robert Koch-Instituts.

Stand: 08.10.2021