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Bundesministerium für Gesundheit
Erfahrungsberichte
12:16 Uhr · 2. Februar 2021

Daniela, 39, aus dem Münsterland

Wegen ihrer Vorerkrankung Mukoviszidose verhielt sich die Betriebswirtin mit ihrer Familie umsichtig. Und doch: Corona schlich sich in ihr Leben.

Illustration: Neele Jacobi, tactile.news

“Ich durfte auf gar keinen Fall Corona bekommen!” 

Ich habe von Geburt an mit Mukoviszidose zu kämpfen. Das ist eine Erbkrankheit, bei der viele Körperzellen nicht richtig normal funktionieren. Ich habe deshalb vor allem Probleme mit der Lunge: Husten, Engegefühl, häufige Infekte. Jeden Morgen und Abend inhaliere ich Kochsalz mit Salbutamol sowie weitere Medikamente. Manchmal nehme ich Asthmamittel, bei Infekten der Atemwege auch Antibiotika.  

Aber ich habe die Krankheit ganz gut im Griff und kann ein fast normales Leben als berufstätige Mutter führen. Natürlich durfte ich mit dieser Vorgeschichte auf gar keinen Fall Corona bekommen! Schon früh haben wir deshalb unseren Haushalt so umgestellt, dass mein Mann an meiner Stelle einkaufen ging, und statt im Büro arbeiteten wir beide im Homeoffice. 

Als unser Nachbar im März Geburtstag hatte, sangen wir zwar ein Ständchen, aber draußen vor der Haustür, mit großem Abstand. Auch an der Kaffeetafel drinnen saßen wir anschließend zu viert auf Distanz, allerdings haben die Kinder miteinander gespielt. 

“Das Virus hat einen weiten Weg zurückgelegt - bis zu uns”

Die Krankheit schaffte es vermutlich genau bei dieser Feier, sich in unser Leben zu schleichen. Das Virus hat einen weiten Weg zurückgelegt bis zu uns: Zuerst hatte es den Vater eines Kollegen unseres Nachbarn erwischt, wie wir später erfuhren. Er gehörte zu den Rückkehrern aus Ischgl. Dann wurde unser Nachbar krank, schließlich mein Mann. 

Eigentlich fühlte er sich fünf Tage nach unserem Besuch nur leicht krank, hatte weder Fieber noch Husten. Aber vorsichtshalber bezog er ein eigenes Zimmer in unserem Haus. Fast zeitgleich begann auch ich, mich unwohl zu fühlen und bekam Halsschmerzen. 

Ich machte mir aber keine Gedanken. Denn im Vergleich zu meinen gewohnten Lungen-Infekten waren die Symptome milde und verschwanden bald wieder. Außerdem passten sie nicht zu den damals bekannten Anzeichen einer Corona-Erkrankung. 

Grafik: Visual Driven / tactile.news

“Corona ist wirklich unberechenbar”

Mein Mann fühlte sich länger nicht fit und morgens schmeckte ihm der Kaffee nicht mehr. Einen Antikörper-Test konnten wir erst Wochen später durchführen: Wir beide hatten Corona gehabt. Ich war natürlich super erleichtert, dass es bei mir, anders als befürchtet, so glimpflich verlaufen war.

Ausgerechnet mein Mann aber kämpft noch heute mit den Folgen. Er war immer ein sportlicher Typ, der Gesunde in der Familie. Jetzt muss er sich beim Sport mehr anstrengen als früher, ist schneller erschöpft und bekommt immer mal wieder Kopfschmerzen. Corona ist wirklich unberechenbar. 

Das Robert Koch-Institut zu dem Fall

Daniela gehört zu den Menschen, die ihre Infektion recht genau zurückverfolgen können. Sie vermutet: Ein Rückkehrer aus dem Skigebiet Ischgl steckte die Nachbarn an. Die gehörten zum kleinen sozialen Kreis, mit dem ihre Familie Kontakt hatte. Ihr Fall zeigt, dass man sich auch bei vertrauten Personen anstecken kann und, dass eine Infektion genügt, um viele Mitglieder im sozialen Kreis anzustecken. Daniela hat die Erbkrankheit Mukoviszidose. Im Deutschen Mukoviszidose-Register werden COVID-19 Fälle dokumentiert. Bisher gibt es sehr wenige gemeldete Fälle unter Mukoviszidose-Patient:innen. (Quelle: www.muko.info/faqs-zum-coronavirus)

Robert Koch-Institut

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