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Eltern mit Kindern
13:52 Uhr · 13. Mai 2020

Kindern und Jugendlichen helfen

Kinder und Jugendliche bekommen die aktuellen Einschränkungen deutlich zu spüren. Oft fehlt ihnen der Austausch mit Gleichaltrigen. Was können Eltern jetzt tun, um ihren Kindern und Jugendlichen zu helfen?

Bild: Getty Images / Westend61

Kinder und Jugendliche bekommen die aktuellen Einschränkungen im täglichen Leben deutlich zu spüren. Der Schulalltag gestaltet sich anders als üblich,  viele Aufgaben müssen eigenständig zuhause bearbeitet werden. Treffen mit Freunden oder Aktivitäten in Gruppen sind möglicherweise nur eingeschränkt möglich. Vieles hat sich auf zuhause verlagert. Das kann zu Langeweile führen, einsam machen oder Konflikte in der Familie begünstigen. Was können Eltern jetzt tun, um ihren Kindern und Jugendlichen in dieser schwierigen Situation zu helfen?

Schützen Sie sich und Ihr Kind vor andauernder Berichterstattung zum Thema COVID-19. Wenn dieses Thema zu viel Raum einnimmt, kann das Ängste, Sorgen und Verunsicherung verstärken. Versuchen Sie daher, Medien- und Nachrichtenzeiten zu begrenzen. Erklären Sie Ihrem Kind die aktuelle Situation in altersgerechten Worten. Geben Sie ehrliche Antworten auf eventuell aufkommende Fragen. Es ist völlig in Ordnung, nicht auf alles eine Antwort zu haben. Wenn Sie eine Frage Ihres Kindes nicht beantworten können, sagen Sie es (z. B. „Wir wissen es nicht, aber wir versuchen, es herauszufinden“). Unter folgenden Links finden Sie kindgerechte Erklärungen rund um das Thema COVID-19:

https://www.corona-und-du.info/#willkommen

https://www.kinder-ministerium.de/deine-rechte

https://www.wdrmaus.de/extras/mausthemen/corona/index.php5

https://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2020-03/fragen-coronavirus-kinder-einfach-erklaert-viren-homeoffice-ansteckung

https://www.zdf.de/kinder/logo/wichtige-infos-zum-coronavirus-100.html

Miteinander reden. 

Reden Sie offen mit Ihrem Kind über seine Gefühle. Fragen Sie nach, was Ihr Kind gerade beschäftigt. Das können belastende Gefühle sein, aber auch Dinge, die Ihr Kind gerade gerne tut. Z.B., welche Musik es gerade hört. Wenn Sie Ihrem Kind zeigen, dass Sie offen sind und Zeit haben, wird es Ihnen auch eher von Dingen erzählen, die es belasten. Wichtig ist dabei, dass Sie Ihrem Kind zuhören und es ausreden lassen. Versuchen Sie sich in Ihr Kind hineinzuversetzen und stellen Sie sich vor, wie es Ihnen selbst gehen würde, wenn Sie ein Kind wären. Versuchen Sie das, was Ihr Kind Ihnen erzählt nicht zu bewerten oder zu verurteilen. Sondern zeigen Sie Ihrem Kind stattdessen, dass es völlig in Ordnung ist, sich so zu fühlen. Dann können Sie gemeinsam überlegen, wie Sie die Situation gemeinsam verbessern können.

Projekte starten.

Ermutigen Sie Ihr Kind dazu, ein Projekt zu beginnen. Vielleicht gibt es ein altes Hobby, das wiederentdeckt werden kann, oder vielleicht hat Ihr Kind die Idee für eine neue Beschäftigung (z. B. ein Instrument spielen, Stricken, ein Bild malen, Geschichten schreiben). Auch das Zimmer auszumisten bzw. umzudekorieren oder Samen auf dem Fensterbrett zu pflanzen können interessante Projekte sein. Bei diesen kann Ihr Kind täglich Fortschritte beobachten und Erfolgserlebnisse haben.

Digitale Medien als Chance. 

Jugendliche sind in der digitalen Zeit aufgewachsen, das Internet mit all seinen Möglichkeiten ist fester Bestandteil ihres täglichen Lebens. Während der Coronavirus-Pandemie können sie an Online-Sportkursen oder Konzerten ohne Publikum teilhaben. Auch Streaming-Angebote für Filme, Serien oder Videospiele können über Phasen der Langeweile hinweghelfen. Außerdem gibt es eine große Bandbreite von Podcasts (z. B. bei digitalen Musik- und Hörspieldiensten). Es ist jedoch wichtig, darauf zu achten, mit welchen Inhalten sich Ihr Jugendlicher beschäftigt und einen Ausgleich zu schaffen. Sie können feste Zeiten vereinbaren, in denen sich Ihr Kind mit digitalen Medien beschäftigen kann. Außerhalb dieser Zeiten ist dann Raum für Bewegung an der frischen Luft und gemeinsame Aktivitäten zuhause.

Helfen Sie Ihrem Teenager, mit anderen verbunden zu bleiben. 

Für Jugendliche ist es enorm wichtig, sich zu Gleichaltrigen zugehörig und mit ihnen verbunden zu fühlen. In diesem Alter sind die Eltern vielleicht nicht mehr die wichtigsten Bezugspersonen. Die Isolation von Freunden kann daher besonders belastend sein. Unterstützen Sie Ihren Jugendlichen deshalb dabei, durch soziale Netzwerke und andere Wege verbunden zu bleiben, z. B. über Video-Konferenzen oder Nachrichten-Apps. Videoanrufe können Sie auch gemeinsam mit Ihrem Kind planen. 

Hilfsangebote

Machen Sie sich Sorgen um Ihr Kind oder haben Sie den Eindruck, dass Ihr Kind Unterstützung braucht? Manchmal hilft es, sich jemandem außerhalb der Familie anzuvertrauen. Es gibt spezifische Beratungsangebote für Kinder und Jugendliche, die anonym und kostenfrei sind. Vielleicht möchte Ihr Kind es vor Ihnen nicht zugeben, aber wenn Sie ihm die Informationen auf einen Zettel schreiben, kann es selbst entscheiden, ob es das Angebot nutzen möchte oder nicht. 

Auch für Eltern gibt es Beratungsangebote: