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Bundesministerium für Gesundheit
Corona-Wissen
10:50 · 25. Mai 2021

Schwangerschaft: Wie kann ich mein Baby und mich vor einer Coronavirus-Infektion schützen?

Auch Schwangere und Neugeborene müssen sich vor dem Coronavirus schützen. Was diese zu beachten haben und neueste Erkenntnisse zu diesem Themenfeld erfahren Sie hier.

Sichere Schwangerschaft und Geburt trotz Pandemie/

Generell machen sich schwangere Frauen viele Gedanken über ihre Gesundheit und die des heranwachsenden Babys. Jetzt, da die Coronavirus-Pandemie unseren Alltag verändert hat, kommen Sorgen hinzu.  Bei Kindern verläuft COVID-19 zwar meist milde, es gibt aber auch Fälle, in denen Kinder schwer erkrankten. Vor allem für Schwangere mit Vorerkrankungen bzw. vorbestehenden Risikofaktoren wie Adipositas, chronischem Bluthochdruck oder vorbestehender Diabetes ist die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf von COVID-19 erhöht und nimmt mit steigendem Alter zu. Daher gelten derzeit auch für werdende Mütter im Krankenhaus und zuhause besondere Verhaltensempfehlungen.

Kann sich das Neugeborene anstecken? 

Bislang sind nur einzelne Fälle von Erkrankungen bei Neugeborenen beobachtet worden, die sich möglicherweise im Mutterleib infiziert haben. In den meisten Fällen zeigen die Kinder, deren Mütter positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, nach der Geburt keine Krankheitszeichen. Auch Hinweise auf durch das Virus ausgelöste Fehlgeburten gibt es nicht. Es ist jedoch zu beachten, dass hohes Fieber – ein häufig beobachtetes Symptom bei COVID-19 – während der Frühphase der Schwangerschaft das Risiko von Komplikationen und Fehlbildungen erhöhen kann. Werdende Mütter sollten sich vor einer Infektion so gut wie möglich schützen. Halten Sie daher die für die Coronavirus-Pandemie aufgestellten Verhaltensregeln besonders streng ein (dazu gehören das Tragen einer Maske im Alltag, das Beachten des Mindestabstands, das Niesen und Husten in die Armbeuge oder ein Papiertaschentuch und eine gute Händehygiene) Achten Sie außerdem auf ausreichendes und regelmäßiges Lüften in Innenräumen. Besteht der Verdacht auf eine Infektion, besprechen Sie das weitere Vorgehen telefonisch mit Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin oder außerhalb der Öffnungszeiten mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der bundesweiten Telefonnummer 116 117.   

Zur Geburt ins Krankenhaus - auch mit Coronavirus-Infektion? 

„Natürlich muss eine Frau mit Wehen zur Entbindung ins Krankenhaus.“  Das sagt Dr. Lars Hellmeyer, Chefarzt der Geburtsmedizin im Berliner Vivantes Klinikum Friedrichshain. Und zwar unabhängig davon, ob eine Frau positiv auf das Coronavirus getestet worden sei oder sich in Quarantäne befinde. Allerdings sollte das medizinische Personal möglichst vorab telefonisch auf eine bestehende oder wahrscheinliche Infektion hingewiesen werden. 

Ist eine Begleitung im Kreißsaal erlaubt? 

Trotz Zugangsbeschränkungen in den Krankenhäusern dürfen werdende Mütter in der Regel eine Begleitperson mit in den Kreißsaal nehmen, sagt Dr. Hellmeyer. „Aber die Person muss gesund sein.“ Auch in den ersten Stunden nach der Geburt darf der Partner bzw. die Partnerin oder eine Begleitperson bei der Mutter bleiben. Wird die Mutter ins Wochenbett verlegt, so wird die Besucherregelung unterschiedlich gehandhabt. Bitte informieren Sie sich über die gültigen Vorschriften an Ihrem Ort.  

Kann ich trotz einer Infektion bei meinem Baby bleiben?  

Sollten Sie positiv auf das Coronavirus getestet worden sein, können Sie trotzdem bei Ihrem Baby bleiben - vorausgesetzt, dem Baby geht es gut und es muss nicht in der Neugeborenenstation gepflegt werden. Sprechen Sie mit Ihrer Familie und den Sie begleitenden Ärztinnen oder Ärzten über die etwaigen Risiken und Vorteile und lassen Sie sich zu den zu beachtenden Hygiene-Regeln beraten. Wenn Sie diese einhalten, reduzieren Sie die Gefahr, Ihr Neugeborenes anzustecken. 

Kann sich das Baby beim Stillen anstecken? 

Bisher gibt es keine Nachweise des Coronavirus in der Muttermilch. Daher wird davon ausgegangen, dass die Vorteile des Stillens gegenüber den Risiken einer Übertragung des Coronavirus überwiegen. Ist eine Mutter infiziert, ist jedoch eine Übertragung auf das Neugeborene über engen Körperkontakt und eine Tröpfcheninfektion möglich. Mütter mit Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion sollten daher besonders auf Hygiene achten. Dazu gehört intensives Händewaschen sowie das Tragen einer Maske beim Stillen. Falls das Baby mit Fläschchen ernährt wird, sollte beim Umgang mit Pumpe und Flasche besonders darauf geachtet werden, diese steril zu halten.

Impfung von bis zu zwei Kontaktpersonen

Schwangere können, selbst oder über eine sie vertretende Person bis zu zwei enge Kontaktpersonen bestimmen und bei der behandelnden Ärztin oder dem Arzt angeben. Diese erhalten dann die Möglichkeit, einen Termin für die die Corona-Schutzimpfung zu vereinbaren. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Das ganze Expertengespräch mit Dr. Hellmeyer finden Sie hier.

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