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Bundesministerium für Gesundheit
Psychisch stabil bleiben
15:09 · 7. April 2021

Die „Corona-Zeit“ ohne Alkohol und Drogen überstehen

Die Coronavirus-Pandemie bringt viele Herausforderungen mit sich und ist für viele Menschen mit einer erhöhten psychischen Belastung verbunden. Wenn vieles zusammenkommt, was nicht gut auszuhalten ist, kann das Bedürfnis nach Alkoholkonsum oder anderen Rauschmitteln erneut auftreten oder zunehmen. Dann wird alles – vermeintlich – etwas leichter und entspannter, die Sorgen verblassen ein wenig und die Stimmung ist eine Zeit lang besser. Leider jedoch hält dieser Effekt nur kurzfristig an. Langfristig führt ein übermäßiger Konsum zu gravierenden gesundheitlichen, psychischen und sozialen Problemen.

Sie können die Pandemie ohne Alkohol meistern.

Wie überstehen Sie die „Corona-Zeit“ also am besten ohne Alkohol und Drogen? 

Seien Sie zuversichtlich! Sie können die Situation ohne Alkohol und Drogen meistern!

Finden Sie hilfreiche Wege, belastende Gefühle und Gedanken zu bewältigen. Zum Beispiel, indem Sie sich ablenken und etwas Wohltuendes unternehmen. Finden Sie hierfür Wege wie zum Beispiel Musik, Bewegung und Sport, Zeit in der Natur, ein spannendes Buch oder einen Film. Im Themenbereich Gedanken und Gefühle bewältigen haben wir hierzu ausführlichere Tipps zusammengestellt. 

Teilen Sie Ihre Sorgen mit vertrauten Menschen, denn darüber zu sprechen und Verständnis und Hilfestellung zu erhalten, kann sehr entlastend sein.

Wenn der Drang nach Alkohol oder Drogen zunimmt, können Sie zum Beispiel Folgendes tun: Zählen Sie von 100 bis 0 in Siebener-Schritten rückwärts, trinken Sie langsam viel Wasser, bis Sie nichts mehr aufnehmen können, zählen Sie bestimmte Worte in Radio- oder Fernsehsendungen (z. B. das Wort „und“), beschreiben Sie laut, was Sie um sich herum wahrnehmen, duschen sie kalt, powern Sie sich aus. 

Sorgen Sie täglich gut für sich. Erhalten Sie sich eine gute Tagesstruktur, einen Ausgleich zu anstrengenden Aufgaben und Pflichten und planen Sie regelmäßig positive Aktivitäten.

Bleiben Sie in Bewegung. Machen Sie täglich Sport und powern Sie sich aus. Wenn nötig, in Ihrer Wohnung. Im Internet oder über Apps auf Ihrem Smartphone finden Sie ein großes Angebot an angeleiteten Trainingseinheiten.

Was motiviert Sie, abstinent zu bleiben? Machen Sie sich bewusst, wofür es sich lohnt, auf das Suchtmittel zu verzichten! Was ist Ihnen wichtig, was Sie durch langfristigen Konsum verlieren könnten?

Weitere hilfreiche Anregungen für eine suchtmittelfreie Bewältigung der psychischen Belastungen durch die Coronavirus-Pandemie gibt auch die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs).

Auch die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. stellt auf ihrer Website viele Informationen zur Verfügung, insbesondere unter dem Link finden Sie konkrete Vorschläge, wie Sie Abstand vom Alkohol gewinnen und abstinent bleiben können. 

Wenn Sie jedoch das Gefühl haben, nicht mehr auf Alkohol oder Drogen verzichten und den Konsum nicht mehr allein unter Kontrolle bringen zu können, erkundigen Sie sich umgehend hinsichtlich Beratungsmöglichkeiten und suchen Sie Hilfe auf! 

Hier informiert Sie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) über Beratungsangebote und hilft Ihnen bei der Suche nach einer Beratungsstelle in Ihrer Nähe.

Nutzen Sie ggf. auch das Infotelefon der BZgA zur Suchtvorbeugung: https://www.bzga.de/service/infotelefone/suchtvorbeugung/ oder die Sucht- und Drogen-Hotline: https://www.bzga.de/service/infotelefone/sucht-drogen-hotline/

Ebenso finden Sie Informationen auf der Website des Blauen Kreuzes , dort werden auch spezifische Informationen im Kontext der Corona-Pandemie angeboten.

Wenn Sie unter depressiven oder Angstsymptomen leiden, finden Sie auf unserer Website ergänzende Hinweise und Tipps, z.B. unter folgenden Themenbereichen:

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