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Bundesministerium für Gesundheit
Psychisch stabil bleiben
15:01 · 7. April 2021

Übermäßige Sorgen verringern

Mit der Coronavirus-Pandemie sind für viele Menschen Sorgen verbunden, denn es hat sich vieles verändert und die Unsicherheit ist nach wie vor groß.

Die Corona-Pandemie kann Sorgen verstärken.

Für Menschen mit psychischen Vorbelastungen, wie zum Beispiel einer Angsterkrankung, kann die Bewältigung dieser Unsicherheiten erschwert sein. Möglicherweise sind übermäßige und langanhaltende Sorgenketten zurückgekehrt oder haben sich verschlimmert. Vielleicht kreisen die Gedanken unaufhaltsam um das Infektionsrisiko nahestehender Menschen, um die eigene Gesundheit im Allgemeinen oder um die unsichere Zukunft – und das macht ein Gefühl von Unruhe, Anspannung und Angst. Wir möchten Sie mit den folgenden Tipps und Informationen bei der Bewältigung Ihrer Sorgen unterstützen.

Vermeiden Sie es, sich übermäßig mit verunsichernden Nachrichten über die Coronavirus-Pandemie zu beschäftigen. Informieren Sie sich höchstens ein bis zwei Mal pro Tag, idealerweise zu bestimmten Zeiten des Tages und nur in einem begrenzten Umfang. Nutzen Sie dabei unbedingt zuverlässige und seriöse Informationsquellen.

Die Deutsche Angst-Hilfe e.V. stellt zum Beispiel mit dem Angebot „angstfrei.news“einen Wegweiser durch die Corona-Informationsflut des Internets und der sozialen Netzwerke zur Verfügung. „Angstfreie“ Nachrichten werden kuratiert und täglich um 8:00 Uhr und um 20:00 Uhr zur Verfügung gestellt. 

Finden Sie außerdem weitere Tipps und Links zum Umgang mit Nachrichten hier auf dieser Website!

  • Vergessen Sie nicht: Gedanken sind nur Gedanken. Sie tauchen ganz natürlich auf und gehen auch ganz selbstverständlich wieder, wenn Ihnen nicht zu viel Aufmerksamkeit zuteilwird. Sie stellen nicht zwangsläufig Wahrheiten dar.
  • Versuchen Sie nicht, bedrohliche Gedanken zu unterdrücken, denn sie kommen trotzdem. 
  • Akzeptieren Sie stattdessen, dass manchmal automatische Sorgengedanken auftauchen und lassen Sie sie einfach vorbeiziehen, wie Fische im Fluss oder Wolken am Himmel.
  • Wenn es Ihnen nicht leichtfällt, sich auf diese Art von Ihren Sorgengedanken zu lösen, denken Sie die bedrohlichen Szenarien bewusst zu Ende. Was könnte im schlimmsten Fall passieren? Könnten Sie diesen schlimmsten Ausgang Ihres Sorgen-Szenarios bewältigen? Welche Fertigkeiten und Ressourcen hätten Sie dafür zur Verfügung?
  • Verzichten Sie auf Rückversicherungen bei anderen Menschen, denn dies führt nur kurzfristig zu Beruhigung und Entlastung, langfristig nehmen die Sorgen dadurch leider zu. Dies ist auch dann der Fall, wenn Sie die für Sie bedrohlichen Situationen vermeiden. 

Weitere Hilfestellungen finden Sie auch auf den folgenden Websites:

  • Informationen zu Selbsthilfemöglichkeiten bei Angsterkrankungen, wie z.B. Selbsthilfegruppen oder Online-Beratung erhalten Sie auf der Website der Deutschen Angsthilfe e.V.
  • Konkrete Übungen zur Bewältigung von Sorgen und Angstgefühlen stellt zum Beispiel das Online-Training get.calm und move.on zur Verfügung, das derzeit kostenlos im Rahmen einer Evaluationsstudie der Leuphana Universität Lüneburg in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem GKV-Bündnis für Gesundheit zur Verfügung gestellt wird.

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