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Bundesministerium für Gesundheit
Eltern mit Kindern
14:11 Uhr · 1. Dezember 2020

Umgang mit Gefühlen

In Familien entstehen womöglich gerade zusätzliche Anspannungen. Einige Hinweise für Eltern, wie sie mit Gefühlen und Konflikten in der Familie besser umgehen können.

Mit Gefühlen während Pandemie besser umgehen /
Bild: Getty Images / Onfokus

Zahlreiche Eltern fühlen sich mit der aktuellen Situation überfordert und machen sich Sorgen. Manche Kinder und Jugendliche fühlen sich etwas einsam, weil sie sich nur eingeschränkt mit Freunden treffen können oder sich langweilen. In Familien entstehen so vielleicht mehr Anspannungen und Konflikte als sonst. Familienmitglieder können sich in dem Fall gegenseitig unterstützen, indem sie einander zuhören und verständnisvoll sind, soweit das möglich ist. Im Folgenden finden Eltern einige Hinweise und Tipps, wie sie mit Gefühlen und Konflikten in der Familie besser umgehen können.

Über Gefühle sprechen, Verständnis und Anerkennung zeigen

Oft hilft es schon, wenn wir einander wirklich zuhören und verständnisvoll reagieren. Sich auszutauschen ist wichtig, denn jedes Familienmitglied geht auf seine eigene Weise mit der aktuellen Situation um. Dabei ist es sinnvoll, „Ich-Botschaften“ zu nutzen (z. B. „Ich fühle mich überfordert, weil…“ oder „Ich habe Angst, dass…“). Vermeiden sollten wir es, andere zu beschuldigen oder etwas zu verallgemeinern („Immer machst du…“, „Nie kannst du…“). Im nächsten Schritt kann man fragen: „Was kann ich/was können wir tun, damit es dir besser geht?“ oder „Was würde dir jetzt guttun?“. Ein Elternteil, der sich überfordert fühlt, kann vielleicht einige Aufgaben an seinen Partner abgeben. Oft sind es auch die kleinen Dinge wie eine Umarmung oder ein Lob, die helfen. 

Geben Sie sich in schwierigen Situationen eine Pause

Viele Eltern und Kinder sind zurzeit angespannter als sonst. Manchmal können Auseinandersetzungen auch einmal lauter werden, was aber meist nur dazu führt, dass sich Beteiligte mehr belastet fühlen. Ein Tipp: Geben Sie sich in solchen Situationen eine kurze Pause, atmen Sie tief durch und zählen Sie innerlich bis Zehn. Versuchen Sie dann, in ruhigem Ton mit Ihrem Kind zu sprechen. Viele Eltern berichten davon, dass dieses Vorgehen ihnen sehr hilft. Auch wenn Partner sich streiten kann es helfen, kurz innezuhalten, um ruhiger und verständnisvoller miteinander umzugehen.

Auch gegenseitig Freiraum geben, ist wichtig

Dennoch kann es mal passieren, dass es zu einem lauten Streit kommt. Dann ist es oft hilfreich, erst einmal auseinanderzugehen, bis man sich beruhigt hat. Achten Sie darauf, sich gegenseitig Freiraum zu geben und beispielsweise zu akzeptieren, dass die Zimmertür jetzt für eine Weile zu bleibt. Dennoch ist es wichtig, dass man bereit bleibt, sich zu versöhnen und mit dem Kind zu sprechen. 

Für uns selbst sorgen und neue Kraft schöpfen

Machen Sie sich immer wieder bewusst, dass es keine leichte Aufgabe ist, sich unter den derzeitigen Bedingungen rund um die Uhr gut um Ihre Kinder zu kümmern. Sie geben Ihr Bestes und wenn Sie sich überfordert oder müde fühlen, ist das ganz normal. Sie sind auch nur ein Mensch und brauchen einmal Zeit für sich. Wenn Sie sich gut um sich selbst kümmern, können Sie auch besser für Ihr Kind da sein. Schaffen Sie sich daher am besten selbst Pausen. Vereinbaren Sie beispielsweise mit Ihrer Familie Zeiten, in denen jeder für sich tun kann, was er oder sie möchte. Es kann helfen, wenn Eltern die Betreuungszeit untereinander aufteilen, um sich gegenseitig zu entlasten. Sie können auch gemeinsam mit ihrem Kind überlegen, wie es sich für eine gewisse Zeit selbstständig beschäftigen und altersgerechte Aktivitäten fest in den Tagesablauf einplanen kann. Nutzen Sie Ihre freie Zeit, um sich mit einem Bad oder beim Musikhören zu entspannen oder tauschen Sie sich telefonisch mit Freunden und Verwandten aus. Vielen Ihrer Freunde oder Verwandten wird es ähnlich gehen wie Ihnen. Darüber zu sprechen, tut meist gut und hilft, uns weniger allein zu fühlen.

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