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Körperliche Gesundheit
13:36 Uhr · 25. Mai 2020

Schwangerschaft: Wie kann ich mein Baby und mich vor einer Coronavirus-Infektion schützen?

Schwangere und Neugeborene gehören in Bezug auf Covid-19 nicht zur besonders gefährdeten Risikogruppe. Vorsichtsmaßnahmen sind dennoch geboten.

Bild: Getty Images / Joana Lopes / EyeEm

Generell machen sich schwangere Frauen viele Gedanken über ihre Gesundheit und die des heranwachsenden Babys. Jetzt, da die Coronavirus-Epidemie unseren Alltag verändert hat, kommen Sorgen hinzu. Die gute Nachricht ist: Schwangere und Neugeborene gehören nicht zu den Gruppen, für die ein erhöhtes Risiko eines schweren Verlaufs der Erkrankung besteht. Gerade bei Kindern verläuft Covid-19 meist milde. Aber es gibt Fälle, in denen auch Kinder schwer erkrankt sind. Daher gelten derzeit für werdende Mütter im Krankenhaus und daheim besondere Verhaltensempfehlungen. 

Kann sich das Neugeborene anstecken? 

Ob Embryos im Mutterleib infiziert werden können, ist noch nicht endgültig geklärt.  Aber bislang sind nur einzelne Fälle von Erkrankungen bei Neugeborenen beobachtet worden, die sich möglicherweise im Mutterleib infiziert haben. In den meisten Fällen zeigen die Kinder, deren Mütter positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden sind, nach der Geburt keine Krankheitszeichen. Auch Hinweise auf durch das Virus ausgelöste Fehlgeburten gibt es nicht. Dennoch sollten sich werdende Mütter vor einer Infektion so gut wie möglich schützen. Halten Sie daher die für die Coronavirus-Epidemie aufgestellten Verhaltensregeln besonders streng ein (dazu gehören das Beachten des Mindestabstands, das Niesen und Husten in die Armbeuge und eine gute Händehygiene). Besteht der Verdacht auf eine Infektion, besprechen Sie das weitere Vorgehen telefonisch mit Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin oder außerhalb der Öffnungszeiten mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der bundesweiten Telefonnummer 116 117. 

Darf ich zur Geburt ins Krankhaus, obwohl ich mit dem Coronavirus infiziert bin? 

Ja! Auf diese Frage gibt Dr. Lars Hellmeyer, Chefarzt der Geburtsmedizin im Berliner Vivantes Klinikum Friedrichshain, im Expertengespräch des Bundesministeriums für Gesundheit ein klare Antwort: „Natürlich muss eine Frau mit Wehen zur Entbindung ins Krankenhaus.“ Das sei unabhängig davon der Fall, ob eine Frau positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden sei oder sich in Quarantäne befinde. Allerdings sollte das medizinische Personal möglichst vorab telefonisch auf eine bestehende oder wahrscheinliche Infektion hingewiesen werden. 

Muss ich alleine in den Kreißsaal? 

Trotz Zugangsbeschränkungen in den Krankenhäusern dürfen werdende Mütter in der Regel auch jetzt eine Begleitperson mit in den Kreißsaal nehmen, sagt Dr. Hellmeyer. „Aber die Person muss gesund sein und es darf nur eine sein.“ Auch in den ersten Stunden nach der Geburt darf der Partner oder eine Begleitperson bei der Mutter bleiben. Wird die Mutter ins Wochenbett verlegt, ist es jedoch Zeit zu gehen. „In unserer Klinik gibt es derzeit keinen Besuch auf der Wochenbettstation“, sagt Dr. Hellmeyer. Es gäbe sonst zu viel Besucherverkehr, der in Zeiten der Coronavirus-Epidemie ein zu großes Infektionsrisiko mit sich bringe. Je nach Region können die Bestimmungen unterschiedlich sein. Bitte informieren Sie sich über die gültigen Vorschriften an Ihrem Ort. 

Kann ich trotz einer Infektion bei meinem Baby bleiben?  

Sollten Sie positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden sein, können Sie trotzdem bei Ihrem Baby bleiben. Vorausgesetzt, dem Baby geht es gut und es muss nicht in der Neugeborenenstation gepflegt werden. Sprechen Sie mit Ihrer Familie und den Sie begleitenden Ärzten oder Ärztinnen über die Risiken und Vorteile und lassen Sie sich zu den zu beachtenden Hygiene-Regeln beraten. Wenn Sie diese einhalten, reduzieren Sie die Gefahr, Ihr Neugeborenes anzustecken. 

Kann sich das Baby beim Stillen anstecken? 

Bisher gibt es keine Nachweise des neuartigen Coronavirus in der Muttermilch. Daher wird davon ausgegangen, dass die Vorteile des Stillens gegenüber den Risiken einer Übertragung des Coronavirus überwiegen. Ist eine Mutter infiziert, ist jedoch eine Übertragung auf das Neugeborene über engen Kontakt und eine Tröpfcheninfektion möglich. Mütter mit Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion sollten daher besonders auf Hygiene achten, rät Dr. Hellmeyer. Dazu gehöre intensives Händewaschen und auch, beim Stillen einen Mundschutz zu tragen. Falls das Baby mit Fläschchen ernährt wird, sollte beim Umgang mit Pumpe und Flasche besonders darauf geachtet werden, diese steril zu halten. 

Sollten wir unseren Kinderwunsch verschieben? 

Da weder Frauen im gebärfähigen Alter noch Neugeborene zu den Risikogruppen für Covid-19 gehören, gibt es keinen medizinischen Grund, sich einen Kinderwunsch jetzt nicht zu erfüllen. 

„Einen Kinderwunsch sollte man auf gar keinen Fall verschieben“, sagt Geburtsmediziner Hellmeyer. „Ich denke gerade in der heutigen Zeit, wo jetzt alle zuhause hocken, dass es dann eher in neun Monaten mehr Kinder geben wird.“ 

Quellen: 

Expertengespräch mit Dr. Hellmeyer:  

https://www.facebook.com/bmg.bund/videos/2727671367331937/?v=2727671367331937

Fragen und Antwortender Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG): 

https://www.dggg.de/fileadmin/documents/Weitere_Nachrichten/2020/20200312_GBCOG_FAQ_Corona.pdf