Bundesministerium für Gesundheit

Quarantäne und Isolierung

Wer sich beim Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus und der Erkrankung an COVID-19 absondert, kann die weitere Verbreitung des Virus verhindern und andere schützen. Erfahren Sie mehr darüber, wann Quarantäne und Isolierung angebracht sind.

Was versteht man unter Quarantäne und Isolierung - und wo liegt der Unterschied?

Die Quarantäne ist eine zeitlich befristete Absonderung von Personen, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht oder von Personen, die möglicherweise das Virus verbreiten können. Dabei handelt es sich meist um Kontaktpersonen von Erkrankten sowie um Reiserückkehrerinnen und -rückkehrer aus Hochrisiko- oder Virusvariantengebieten. Die Quarantäne kann sowohl behördlich angeordnet sein, als auch freiwillig erfolgen. Die Quarantäne kann sich auf einzelne Personen in deren häuslichen Bereich beschränken oder auch die Bevölkerung einer ganzen Region betreffen. Bitte beachten Sie die aktuell in Ihrem Bundesland gültigen Regeln. Informationen zur Quarantäneregelung bei Einreisen finden Sie hier.

Die Isolierung ist eine behördlich angeordnete Maßnahme bei Erkrankten mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion. Je nach Schwere der Erkrankung kann diese sowohl zu Hause als auch im Krankenhaus erfolgen. Die Entlassung aus der Isolierung erfolgt nach festgelegten Kriterien. In der Regel ist dies der Fall, wenn davon auszugehen ist, dass die Person nicht mehr ansteckend ist. Isolierung (oder auch Isolation) bedeutet eine räumliche Trennung von Erkrankten zu Gesunden. Durch die Isolierung soll die Ansteckung von Gesunden vermieden werden. Wenn Sie positiv auf COVID-19 getestet wurden, beachten Sie bitte die Hinweise, die das Robert Koch-Institut zur häuslichen Isolierung zusammenfasst.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie hier.

Stand: 18.01.2022 

 

Warum ist jetzt eine Änderung der Quarantäne- und Isolierungsregeln nötig?

Angesichts der schnellen Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante haben sich Bund und Länder am 7. Januar 2022 auf eine Verkürzung der Fristen für Isolierung (Infizierte) und Quarantäne (Kontaktpersonen) geeinigt, um zu viele gleichzeitige Personalausfälle in Bereichen der kritischen Infrastruktur - wie in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern - zu vermeiden. Die Verkürzung ist fachlich vertretbar, da bei der Omikron-Variante nach aktueller Studienlage eine kürzere Inkubationszeit vorliegt und auch die Ansteckungszeit im Falle einer Erkrankung ebenfalls verkürzt zu sein scheint.  

Die neuen Regelungen gelten als einheitliche Mindeststandards. In Deutschland entscheiden die Gesundheitsämter über die Anordnung von Quarantäne oder Isolierung. Die Quarantäne- und Isolierungsregelungen liegen im Verantwortungsbereich der Bundesländer, dementsprechend sind die Vorschriften im jeweiligen Bundesland maßgeblich.

Stand: 17.01.2022

Müssen sich die Länder an die neuen Quarantäneregeln halten?

Die Länder haben die neuen Quarantäneregeln in der Videoschaltkonferenz des Bundeskanzlers mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 7. Januar 2022 beschlossen. Diese Beschlüsse haben zwar keinen rechtsverbindlichen Charakter, dienen jedoch dazu, die im Rahmen der landesrechtlichen Regelungen zu ergreifenden Maßnahmen bundesweit möglichst zu vereinheitlichen.

Als fachliche Grundlage hierfür dienen die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zu den Quarantänemaßnahmen.

Stand: 17.01.2022

Welche Regeln gelten für die Isolierung bzw. die Quarantäne?

Enge Kontaktpersonen sollten sich bereits direkt nach Bekanntwerden der eigenen Exposition zu einem bestätigtem SARS-CoV-2-Fall selbstverantwortlich schon vor der Anordnung durch das Gesundheitsamt in Quarantäne begeben und auch ihre eigenen engen Kontakte außerhalb des Haushalts informieren. Dies liegt daran, dass die Inkubationszeit sehr kurz sein kann und eine Ansteckung anderer auch erfolgen kann, wenn man selbst bereits infiziert ist, aber noch keine Symptome hat.

Für alle endet die Isolierung beziehungsweise die Quarantäne in der Regel nach 10 Tagen.

Gerechnet wird für symptomatische Fälle ab Symptombeginn, für asymptomatische Fälle ab dem Tag der Probeentnahme. Für Kontaktpersonen ist der erste volle Tag der Quarantäne der Tag nach dem letzten Kontakt zum bestätigten COVID-19-Fall.

Es besteht die Möglichkeit, sich nach einer nachgewiesenen Infektion unter der Voraussetzung von 48 h Symptomfreiheit oder als Kontaktperson mit einem frühestens nach sieben Tagen abgenommenen PCR- oder zertifizierten Antigen-Schnelltest, der durch das Paul-Ehrlich-Institut festgelegten Mindestkriterien erfüllt, „frei zu testen“ (mit Nachweis; eine Testung im Rahmen der Arbeitgebertestung ist dafür nicht ausreichend). Damit wird auch den Herausforderungen für die kritische Infrastruktur Rechnung getragen. Da auch nach Tag 10 noch Übertragungen der Infektion erfolgen können, wird im Anschluss an die Beendigung der Isolierung beziehungsweise Quarantäne bis zum 14. Tag nach Symptombeginn (Entisolierte), letztem Kontakt mit dem infektiösen Fall (Kontaktpersonen) bzw. Symptombeginn des Primärfalles im Haushalt (Haushaltskontaktpersonen) eine Kontaktreduktion und das kontinuierliche Tragen einer medizinischen Maske im Kontakt mit anderen Personen empfohlen. Kontaktpersonen sollen sich selbst beobachten; sollten innerhalb dieser 14 Tagen Symptome auftreten, die mit einer COVID-19-Erkranklung vereinbar sind, ist sofort eine Selbst-Isolierung durchzuführen.

Für Schülerinnen und Schüler sowie Kinder (z.B. in Schule, Hort, Kita) kann die Quarantäne nach 5 Tagen bei anschließender Testung mittels Antigen-Schnelltest mit der erforderlichen Mindestqualität oder PCR-Test, jeweils mit Nachweis enden, sofern sie in eine serielle Teststrategie eingebunden sind. Für alle übrigen Kinder sollen Isolierung oder Quarantäne in der Regel nach zehn Tagen enden, wenn sie sich nicht vorher "freitesten" lassen. Das geht allgemein nach sieben Tagen, wenn entweder ein negativer PCR- oder Antigen-Schnelltest mit der erforderlichen Mindestqualität vorgezeigt werden kann.

Die Isolierungsdauer von Patientinnen und Patienten im stationären Bereich und von Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeheimen kann sich unterscheiden.

Stand: 17.01.2022

Wie lange müssen Beschäftigte in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe in Isolierung?

Die Verkürzung der Fristen für Isolierung (Infizierte) und Quarantäne (Kontaktpersonen) zielt auch darauf ab, zu viele gleichzeitige Personalausfälle in Bereichen der kritischen Infrastruktur - wie in Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern - zu vermeiden. Für dieses Personal gelten die gleichen Isolierungs- und Quarantäneregeln. Allerdings mit einer Ausnahme für erkrankte Beschäftigte mit Kontakt zu vulnerablen Gruppen:

Um die vulnerablen Personen in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe wirksam zu schützen, kann die Isolierung für diese Beschäftigten auch frühestens nach sieben Tagen inklusive 48 Stunden Symptomfreiheit beendet werden, allerdings muss hier ein an Tag 7 abgenommener PCR-Test mit negativem Ergebnis vorliegen, um den Dienst wiederaufzunehmen.

Stand: 17.01.2022

Für wen gelten Ausnahmen von der Quarantäne?

Diejenigen Kontaktpersonen, die eine Auffrischungsimpfung vorweisen können, sind von der Quarantäne ausgenommen. Dazu sind insgesamt drei Impfungen erforderlich (auch bei jeglicher Kombination mit Janssen® von Johnson & Johnson ).

Dies gilt auch für vergleichbare Gruppen:

  • Geimpfte Genesene: Geimpfte mit einer Durchbruchsinfektion oder Genesene, die eine Impfung im Anschluss an die Erkrankung erhalten haben.
  • Personen mit einer zweimaligen Impfung, ab dem 15. Tag nach der zweiten Impfung bis zum 90. Tag nach der Impfung.
  • Genesene: ab dem 28. Tag bis zum 90. Tag ab dem Datum der Abnahme des positiven Tests.

Eine einmalige Impfung mit Janssen® von Johnson & Johnson  begründet keine Ausnahme von der Quarantäne. Alle Angaben beziehen sich auf in der Europäischen Union zugelassene Impfstoffe.

Stand: 17.01.2022

Ist eine Freitestung mit einem Antigentest ausreichend oder sollten PCR-Testungen bevorzugt werden?

PCR-Testungen sollten für eine Freitestung in erster Linie dann zum Einsatz kommen, wenn eine hohe Sicherheit notwendig ist – bei einer Beschäftigung in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Wiedereingliederungshilfe ist die PCR-Testung nach überstandener Infektion obligatorisch. Für alle anderen Bereiche ist auch ein negativer Antigentest ausreichend.

Stand: 17.01.2022

Sind die Maßnahmen aus virologischer Sicht vertretbar?

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat noch vor der Ministerpräsidentenkonferenz am 7. Januar 2022 eine Empfehlung zu der Frage abgegeben, ob aufgrund des verbreiteten Auftretens der Omikron Variante die Quarantäne- und Isolierungszeiten verkürzt werden sollten. Die Empfehlung ist in die Entscheidung der MPK zum weiteren Vorgehen eingeflossen.

Die bislang bei Vorliegen einer Omikron Variante empfohlene Quarantänedauer von 14 Tagen wurde auf eine maximale Quarantänedauer von 10 Tagen verkürzt. Dies erscheint aufgrund von Hinweisen auf eine kürzere Inkubationszeit fachlich vertretbar bei gleicher Risikoreduktion.

Die bisher vorliegenden Daten weisen darauf hin, dass bis ca. 3 Monate nach der 2. Impfstoffdosis der Grundimmunisierung mit einem mRNA-Impfstoff ein Schutz gegen Infektionen mit der Omikron-Variante von ca. 50-80% besteht, der danach kontinuierlich abfällt. Die Schutzwirkung kann durch eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff wiederhergestellt werden und beträgt danach ca. 55-75%.

Stand: 17.01.2022

Ist die Coronavirus-Einreiseverordnung von diesen neuen Quarantäneregelungen betroffen?

Bei der Coronavirus-Einreiseverordnung bleibt es bei den bisherigen Quarantäne-Regelungen. Mit Blick auf die anerkannten Impfungen begründet allerdings eine einmalige Impfung mit Janssen® von Johnson & Johnson ebenfalls keine Ausnahme von der Quarantäne mehr. Informationen zur Quarantäneregelung bei Einreisen finden Sie hier.

Stand: 17.01.2022

Was mache ich, wenn ich in Quarantäne bin und Lebensmittel benötige?

Häusliche Quarantäne bedeutet, dass man das Haus nicht verlassen darf. Eventuell besteht die Möglichkeit, Angehörige oder Nachbarn zu bitten, dies zu übernehmen. Hierbei gilt es allerdings unbedingt zu beachten, dass kein direkter Personenkontakt besteht und die Einkäufe zum Beispiel zur Abholung vor die Haustür gestellt werden. Einige große Supermarktketten bieten auch einen Lieferdienst an, welcher in der Zeit der Quarantäne ratsam ist. Einige Initiativen vermitteln ebenfalls Hilfesuchende mit Helfenden.

Stand: 10.01.2022

Was muss ich beachten, wenn das Gesundheitsamt bei mir eine Quarantäne anordnet?

Wenn Sie sich nach Kontakt mit einer infizierten Person in Quarantäne begeben müssen, werden Sie aufgefordert werden, ein Quarantänetagebuch zu führen. Dort müssen mögliche Symptome und die Körpertemperatur festgehalten werden. Auch allgemeine Aktivitäten und etwaige Kontakte zu weiteren Personen sollen in dem Tagebuch schriftlich festgehalten werden. Auf der Website des Robert Koch-Instituts steht eine Vorlage für ein „Tagebuch“ für Kontaktpersonen zu COVID-19-Fällen zum Download zur Verfügung. Mehr Informationen zu Quarantäne-Regeln finden Sie in diesem Artikel.

Stand: 10.01.2022

Muss ich mich in Quarantäne begeben, bevor mein Testergebnis bekanntgegeben wird?

Wenn Sie einen Test gemacht haben, weil Sie zum Beispiel Krankheitszeichen bzw. Symptome einer Corona-Infektion haben oder Kontakt zu einem positiv getesteten Menschen hatten, sollten Sie zuhause bleiben und Kontakte zu anderen Menschen vermeiden, bis das Testergebnis eintrifft.

Mehr Informationen zum Thema können Sie auch unserem Artikel “Wann muss ich in Quarantäne, wann in Isolierung?" entnehmen.

Stand: 30.12.2021