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Körperliche Gesundheit
01:25 Uhr · 16. Oktober 2020

Wann muss ich in Quarantäne oder Isolierung?

Was sollten Sie tun, wenn Sie einen ernsthaften Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung haben oder ein Verdachtsfall in Ihrer Familie, WG oder bei der Arbeit besteht? Und was ist der Unterschied zwischen einer Quarantäne und einer häuslichen Isolierung? Hier erfahren Sie, welche Regeln jeweils gelten.

Bleiben Sie bei einer Erkrankung zuhause /
Bild: Getty Images / Luis Alvarez

Eine Quarantäne und eine Isolierung sind nicht das gleiche – auch wenn beides bedeutet, dass kein Kontakt zu anderen Personen stattfinden soll, um diese nicht anzustecken. Eine Quarantäne ist immer dann erforderlich, wenn nicht sicher ist, ob sich eine Person angesteckt hat, etwa bei Kontakt mit einem Infizierten oder nach Rückkehr aus einem Risikogebiet. Die Inkubationszeit von COVID-19, d.h. die Zeit zwischen Infektion und dem ersten positiven Test bzw. den ersten Krankheitszeichen kann bis zu 14 Tagen betragen. Daher wird in der Regel eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. 

Eine Isolierung erfolgt, wenn das neuartige Coronavirus bereits nachgewiesen wurde, also der Test positiv ausgefallen ist. Wenn keine Krankheitszeichen auftreten oder die Erkrankung leicht verläuft, können die Patienten zuhause isoliert werden (häusliche Isolierung). Bei einem schweren Verlauf erfolgt die Isolierung im Krankenhaus. Die Beendigung der Isolierung ist erst möglich, wenn sicher ist, dass die Patientin oder der Patient keine anderen Menschen mehr anstecken kann. Das ist frühestens nach 10 Tagen mit zwei Tagen ohne Krankheitszeichen der Fall.

Was tun, wenn ich mich krank fühle?

Wenn Sie selbst Symptome verspüren, melden Sie sich telefonisch bei Ihrer Hausärztin bzw. Ihrem Hausarzt, beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 oder bei Ihrem zuständigen Gesundheitsamt. Auf Basis der ärztlichen Beurteilung Ihrer Situation und Ihres Zustands wird entschieden, ob und wann ein Test erfolgt. 

Bleiben Sie, abgesehen von notwendigen Arztbesuchen, die telefonisch abgestimmt werden sollten, bei Symptomen möglichst zuhause und achten Sie auf die Verhaltensregeln, die in der AHA-Formel zusammengefasst sind: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln befolgen und eine Alltagsmaske tragen. 

Solange Ihr Testergebnis nicht vorliegt, sind Sie, Ihre Haushaltsmitglieder und auch Ihre Arbeitskolleginnen und -kollegen, mit denen Sie in letzter Zeit direkten Kontakt hatten, nicht verpflichtet, sich in Quarantäne zu begeben – es sei denn das Gesundheitsamt hat dies angeordnet. 

Wenn Sie positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden und sie nicht aufgrund eines schweren Verlaufs ins Krankenhaus müssen, wird eine häusliche Isolierung angeordnet. Wenn Sie mit Ihrer Familie oder in einer Wohngemeinschaft leben, achten Sie darauf, Ihren Kontakt zueinander einzuschränken, um mögliche Übertragungen des Virus zu vermeiden. Dies können Sie bewirken, indem Sie auf eine räumliche Trennung von anderen Haushaltsmitgliedern achten. In der Orientierungshilfe des Robert Koch-Instituts für Bürgerinnen und Bürger können Sie sich über die wichtigsten Maßnahmen und präventiven Schritte informieren.

Besuch von Personen, die nicht zu Ihrem Haushalt gehören, ist in dieser Zeit nicht erlaubt. Es ist ratsam, dass Sie sich Einkäufe oder weitere Lieferungen vor Ihrem Haus- oder Wohnungseingang ablegen lassen.

Was tun, wenn bei jemandem in meinem Umfeld Verdacht auf COVID-19 besteht?

Wenn in Ihrer Familie, Ihrer WG oder an Ihrer Arbeitsstelle Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht, müssen Sie - sofern das Gesundheitsamt es nicht anordnet - zunächst nicht in Quarantäne. 

Wenn sich der Verdacht durch einen positiven Test bestätigt und Sie engen Kontakt zu der Person hatten, wird eine Quarantäne angeordnet. Ein enger Kontakt bedeutet, dass man mindestens 15 Minuten mit dieser Person persönlich gesprochen hat oder direkten Kontakt mit Atemwegssekreten hatte, z. B., angeniest oder angehustet wurde.

Während der Zeit in Quarantäne werden Sie dazu aufgefordert, ein Quarantäne-Tagebuch zu schreiben, in dem Sie Ihre Symptome, Körpertemperatur und Kontakte zu anderen Personen festhalten.

Nicht in Quarantäne müssen in der Regel Personen, die sich innerhalb der letzten zwei Wochen beispielsweise lediglich im gleichen Raum mit einer infizierten Person aufgehalten haben, aber keinen engen Kontakt hatten.

Einreisende aus Risikogebieten müssen sofort in Quarantäne

Für Einreisende aus Risikogebieten gelten besondere Regelungen: Wenn Sie einreisen und sich in den letzten 14 Tagen vor Einreise in einem Risikogebiet befunden haben, sind Sie dazu verpflichtet, sich testen zu lassen oder sich in häusliche Isolation zu begeben. Wenn Sie sich testen lassen (freiwillig oder auf Anforderung des Gesundheitsamtes) gilt: Während Sie auf ihr Testergebnis warten, müssen Sie sich auf direktem Weg in ihre eigene Häuslichkeit oder eine andere geeignete Unterkunft begeben und dort bleiben, bis das Ergebnis vorliegt. Das zuständige Gesundheitsamt überwacht die Quarantäneverpflichtung. Weitere Informationen für Einreisende aus dem Ausland finden Sie hier.

Wann darf man die Quarantäne oder häusliche Isolierung verlassen?

Wann eine Quarantäne oder eine häusliche Isolierung beendet werden darf, entscheidet das zuständige Gesundheitsamt, bei infizierten Personen in Abstimmung mit der ärztlichen Betreuung.

Bei Menschen, die wegen eines Verdachts auf eine Ansteckung in Quarantäne sind, wird diese in der Regel nach 14 Tagen wieder aufgehoben, wenn sie keine Krankheitsanzeichen zeigen.  

Bei Personen, die wegen einer COVID-19-Erkrankung in häuslicher Isolierung sind, wird frühestens zehn Tage nach Krankheitsbeginn die Isolierung aufgehoben, wenn sie seit mindestens 48 Stunden keine Krankheitsanzeichen mehr haben.  

Auch bei Personen, bei denen zwar der Erreger nachgewiesen wurde, die aber keine Krankheitszeichen entwickeln (asymptomatische Infektion), ist eine Entlassung frühestens nach zehn Tagen möglich.  

Informieren Sie Ihre Kontaktpersonen über die Corona-Warn-App

Bitte tragen Sie Ihr positives Testergebnis in der Corona-Warn-App ein. So können Personen, die sich in Ihrer Nähe aufgehalten haben, über ihre Risikobegegnung benachrichtigt werden. Die App unterstützt die Arbeit des Gesundheitsamtes, indem Sie Kontakte identifiziert, die sich ggf. in Quarantäne begeben müssen. Infektionsketten können so schneller identifiziert, das Gesundheitssystem entlastet und das neuartige Coronavirus schneller eingedämmt werden.