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Körperliche Gesundheit
Vor 47 Minuten

Wann muss ich in Quarantäne oder Isolierung?

Was sollten Sie tun, wenn Sie einen ernsthaften Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung haben oder ein Verdachtsfall in Ihrer Familie, WG oder bei der Arbeit besteht? Und was ist der Unterschied zwischen einer Quarantäne und einer häuslichen Isolierung? Hier erfahren Sie, welche Regeln jeweils gelten.

Bleiben Sie bei einer Erkrankung zuhause /
Bild: Getty Images / Luis Alvarez

Unterscheidung: Quarantäne und Isolierung

Eine Quarantäne und eine Isolierung sind nicht das gleiche – auch wenn beides bedeutet, dass kein Kontakt zu anderen Personen stattfinden soll, um diese nicht anzustecken. Eine Quarantäne ist immer dann erforderlich, wenn nicht sicher ist, ob sich eine Person angesteckt hat, etwa bei Kontakt mit einem Infizierten oder nach Rückkehr aus einem Risikogebiet. Die Inkubationszeit von COVID-19, d. h. die Zeit zwischen Infektion und dem ersten positiven Test bzw. den ersten Krankheitszeichen, kann etwa 10 Tage betragen. Daher wird in der Regel eine 14-tägige Quarantäne für Personen mit höherem Infektionsrisiko (Kategorie 1 Kontaktperson) angeordnet. Für Kontaktpersonen kann die häusliche Quarantäne von 14 auf 10 Tage verkürzt werden. Bedingung ist ein negatives Testergebnis (Antigen-(Schnell-) oder PCR-Test).

Eine Isolierung erfolgt, wenn das neuartige Coronavirus bereits nachgewiesen wurde, also der Test positiv ausgefallen ist. Wenn keine Krankheitszeichen auftreten oder die Erkrankung leicht verläuft, können die Patienten zuhause isoliert werden (häusliche Isolierung). Bei einem schweren Verlauf erfolgt die Isolierung im Krankenhaus. Die Beendigung der Isolierung ist erst möglich, wenn sicher ist, dass die Patientin oder der Patient keine anderen Menschen mehr anstecken kann. Das ist frühestens nach 10 Tagen mit zwei Tagen ohne Krankheitszeichen der Fall.

Was tun, wenn ich mich krank fühle?

Wenn Sie selbst Symptome verspüren, melden Sie sich telefonisch bei Ihrer Hausärztin bzw. Ihrem Hausarzt, beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 oder bei Ihrem zuständigen Gesundheitsamt. Auf Basis der ärztlichen Beurteilung Ihrer Situation und Ihres Zustands wird entschieden, ob und wann ein Test erfolgt. 

Bleiben Sie, abgesehen von notwendigen Arztbesuchen, die telefonisch abgestimmt werden sollten, bei Symptomen möglichst zuhause und achten Sie auf die Verhaltensregeln, die in der AHA-Formel zusammengefasst sind: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln befolgen und im Alltag Maske tragen. 

Bei Symptomen Kontakte reduzieren

Solange Ihr Testergebnis nicht vorliegt, sind Sie, Ihre Haushaltsmitglieder und auch Ihre Arbeitskolleginnen und -kollegen, mit denen Sie in letzter Zeit direkten Kontakt hatten, nicht verpflichtet, sich in Quarantäne zu begeben – es sei denn das Gesundheitsamt hat dies angeordnet. Dennoch ist es sinnvoll, dass Ihre Kontaktpersonen ebenfalls ihre Kontakte reduzieren, möglichst zuhause bleiben und sich umsichtig verhalten, bis Ihr Testergebnis vorliegt. 

Häusliche Isolierung nach positivem Test

Wenn Sie positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden und Sie nicht aufgrund eines schweren Verlaufs ins Krankenhaus müssen, wird eine häusliche Isolierung angeordnet. Wenn Sie mit Ihrer Familie oder in einer Wohngemeinschaft leben, achten Sie darauf, Ihren Kontakt zueinander einzuschränken, um mögliche Übertragungen des Virus zu vermeiden. Dies können Sie bewirken, indem Sie auf eine räumliche Trennung von anderen Haushaltsmitgliedern achten. In der Orientierungshilfe des Robert Koch-Instituts für Bürgerinnen und Bürger können Sie sich über die wichtigsten Maßnahmen und präventiven Schritte informieren.

Besuch von Personen, die nicht zu Ihrem Haushalt gehören, ist in dieser Zeit nicht erlaubt. Es ist ratsam, dass Sie sich Einkäufe oder weitere Lieferungen vor Ihrem Haus- oder Wohnungseingang ablegen lassen.

Was tun, wenn bei jemandem in meinem Umfeld Verdacht auf COVID-19 besteht?

Wenn in Ihrer Familie, Ihrer WG oder an Ihrer Arbeitsstelle Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht, müssen Sie - sofern das Gesundheitsamt es nicht anordnet - zunächst nicht in Quarantäne. Dennoch sollten auch sie, solange Sie auf Ihr Testergebnis warten, ihre Kontakte herunterfahren, möglichst zuhause bleiben und sich umsichtig verhalten.

Als Kontaktperson in Quarantäne gehen

Wenn sich der Verdacht durch einen positiven Test bestätigt und Sie engen Kontakt zu der Person hatten, wird eine Quarantäne angeordnet. Ein enger Kontakt bedeutet, dass man mindestens 15 Minuten mit dieser Person persönlich gesprochen hat oder direkten Kontakt mit Atemwegssekreten hatte, z. B. angeniest oder angehustet wurde.

Während der Zeit in Quarantäne werden Sie dazu aufgefordert, ein Quarantäne-Tagebuch zu schreiben, in dem Sie Ihre Symptome, Körpertemperatur und Kontakte zu anderen Personen festhalten.

Nicht in Quarantäne müssen in der Regel Personen, die sich innerhalb der letzten zwei Wochen beispielsweise lediglich im gleichen Raum mit einer infizierten Person aufgehalten haben, aber keinen engen Kontakt hatten.

Einreisende aus Risikogebieten müssen sofort in Quarantäne

Zum 8. November 2020 wurde die neue Muster-Quarantäneverordnung durch Landesregelungen umgesetzt. Da die Länder die Muster-Quarantäneverordnung in eigener Zuständigkeit umsetzen, informieren Sie sich bitte über die Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes, in das Sie einreisen. Jede und jeder, die oder der aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, soll sich zehn Tage in Quarantäne begeben. Einreisende müssen sich vor ihrer Ankunft in Deutschland auf www.einreiseanmeldung.de anmelden und den Nachweis darüber bei Einreise mit sich führen. Nach frühestens fünf Tagen nach Einreise können die Einreisenden die Quarantäne vorzeitig beenden, wenn Sie einen negativen Corona-Test besitzen. Die Testung darf frühestens fünf Tage nach Einreise vorgenommen worden sein.

Lesen Sie hier mehr zu den Regeln für Einreisende aus Risikogebieten. 

Wann darf man die Quarantäne verlassen?

Wann eine Quarantäne oder eine häusliche Isolierung beendet werden darf, entscheidet das zuständige Gesundheitsamt, bei infizierten Personen in Abstimmung mit der ärztlichen Betreuung. Die Quarantäne nach Einreise aus einem Risikogebiet endet, wenn ein negatives Testergebnis vorliegt. Die zugrundeliegende Testung darf erst mindestens fünf Tage nach Einreise vorgenommen worden sein. Dieses Testergebnis ist innerhalb von zehn Tagen nach der Einreise der zuständigen Behörde auf Verlangen unverzüglich vorzulegen.

Bei Menschen, die wegen eines Verdachts auf eine Ansteckung in Quarantäne sind, wird diese in der Regel nach 10 Tagen wieder aufgehoben, wenn sie keine Krankheitsanzeichen zeigen.  

Menschen, für die ein höheres Infektionsrisiko bestand (Kontaktperson der Kategorie 1), und wegen eines Verdachts auf eine Ansteckung in Quarantäne sind, wird diese in der Regel nach 14 Tagen wieder aufgehoben, wenn sie keine Krankheitsanzeichen zeigen. Für Kontaktpersonen kann die häusliche Quarantäne von 14 auf 10 Tage verkürzt werden. Bedingung ist ein negatives Testergebnis (Antigen-(Schnell-) oder PCR-Test).

Und wann die Isolierung?

Bei Personen, die wegen einer COVID-19-Erkrankung in häuslicher Isolierung sind, wird frühestens 10 Tage nach Krankheitsbeginn die Isolierung aufgehoben, wenn sie seit mindestens 48 Stunden keine Krankheitsanzeichen mehr haben.  

Auch bei Personen, bei denen zwar der Erreger nachgewiesen wurde, die aber keine Krankheitszeichen entwickeln (asymptomatische Infektion), ist eine Entlassung frühestens nach zehn Tagen möglich.  

Informieren Sie Ihre Kontaktpersonen über die Corona-Warn-App

Bitte tragen Sie Ihr positives Testergebnis in der Corona-Warn-App ein. So können Personen, die sich in Ihrer Nähe aufgehalten haben, über ihre Risikobegegnung benachrichtigt werden. Die App unterstützt die Arbeit des Gesundheitsamtes, indem Sie Kontakte identifiziert, die sich ggf. in Quarantäne begeben müssen. Infektionsketten können so schneller identifiziert, das Gesundheitssystem entlastet und das neuartige Coronavirus schneller eingedämmt werden.

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