Leichte Sprache
16:29 · 16. Dezember 2021

Behandlung einer Corona-Erkrankung

Viele Menschen stecken sich mit Corona an und spüren es kaum. Andere Menschen haben einen sehr schweren Krankheits-Verlauf oder leiden an Spät-Folgen. Welche Behandlungen sind möglich?

Behandlung von COVID-19 Erkrankungen

Muss ich etwas tun, auch wenn ich nur leicht an Corona erkrankt bin?

Ja! Sie müssen trotzdem mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin Kontakt aufnehmen. Er oder sie sagt Ihnen, was Sie tun müssen. In jedem Fall müssen Sie zu Hause bleiben, damit Sie niemanden anstecken. 
Sie können sich zu Hause gut erholen. Dort haben sie Ruhe. Oft hilft schon viel Schlaf, gesundes Essen und viel trinken. So erholen sich Ihr Körper und Ihr Immunsystem am besten.

Übrigens: Etwa 80 von 100 Personen haben nur einen leichten Krankheits-Verlauf.

 

Wann spricht man von einem schweren Krankheits-Verlauf?

Etwa 7 von 100 Personen haben einen schweren Krankheits-Verlauf und müssen in ein Krankenhaus. 

Bei einem schweren Verlauf befällt das Corona-Virus vor allem die Atemwege. Es kommt zur Atemnot. Das Virus greift also die Lunge an. Es kann aber auch andere Organe angreifen, zum Beispiel das Herz, die Nieren oder das Nerven-System.

Wenn das Virus die Lunge befallen hat, bekommt man eine Lungen-Entzündung. 
Dann sammelt sich Flüssigkeit in der Lunge. Eine gesunde Lunge holt sich Sauerstoff aus der Luft und gibt diesen Sauerstoff an das Blut ab. Eine entzündete Lunge kann das nicht mehr. Dann muss die kranke Person Sauerstoff bekommen, zum Beispiel über eine Sauerstoff-Maske. Wenn das nicht ausreicht, dann muss die Person auf der Intensiv-Station künstlich beatmet werden. Das heißt, dass mit einem Beatmungs-Gerät viel Sauerstoff in die Lunge gepumpt wird. Das Gerät übernimmt dann das Atmen für die Patientin oder den Patienten.

Wie wird ein schwerer Krankheits-Verlauf behandelt?

Eine extra Behandlung oder ein Medikament zur Behandlung des Corona-Virus gibt es noch nicht. 
Bisher werden nur die befallenen Organe behandelt. Außerdem wird die Patientin oder der Patient unterstützt, damit sie oder er sich selbst gegen das Virus wehren kann. Sie oder er bekommt zum Beispiel Sauerstoff und Medikamente.

Wird es bald Medizin für eine Corona-Behandlung geben?

Es werden gerade sehr viele Medikamente zur Behandlung des Corona-Virus entwickelt.
Die Medikamente müssen aber noch genau geprüft werden.
Dazu laufen zurzeit über 4.500 Studien.
Einige Medikamente sind schon geprüft und zugelassen. Das sind:

Monoklonale Anti-Körper

Diese Anti-Körper werden künstlich hergestellt.
Sie verhindern, dass das Corona-Virus die Zellen im Körper angreift. Das Medikament muss also gleich zu Beginn einer Corona-Erkrankung genommen werden. Dann breitet sich das Virus nicht so stark aus.

Es gibt mehrere Medikamente mit monoklonalen Anti-Körpern, die in Deutschland zugelassen sind.

Anti-Körper von Genesenen

Aus dem Blut von Genesenen können Anti-Körper entnommen werden. Die Anti-Körper werden gereinigt und dann einer neu erkrankten Person verabreicht. 
Die Anti-Körper verhindern, dass sich das Virus stark ausbreiten kann. Die erkrankte Person hat es dann einfacher, sich gegen das Virus zu wehren.

Remdesivir  

Dieses Medikament sorgt dafür, dass sich das Corona-Virus im Körper nicht weiter vermehrt. Es wird auch bei Erkrankungen mit dem Ebola-Virus eingesetzt. Aber die ersten Tests haben keine guten Ergebnisse und nur eine geringe Wirkung gezeigt.

Mesenchymale Stammzellen

Diese Stammzellen erhalten und heilen das Gewebe im Körper.
Bei einer Corona-Erkrankung sollen diese Stammzellen das Lungen-Gewebe schützen. Die Stammzellen hemmen starke Entzündungen. 

Dexamethason

Auch dieses Medikament hemmt Entzündungen im Körper. 

Wie sicher sind Medikamente für die Corona-Behandlung?

Alle Medikamente werden auch nach ihrer Zulassung ständig überwacht. Es wird laufend getestet, ob die Medikamente wirklich nützlich sind und ob sie gut wirken. 
Und es wird untersucht, wie sicher die Medikamente sind. Das bedeutet: Sind die Medikamente gut verträglich? Gibt es Personen-Gruppen, die diese Medikamente nicht gut vertragen? Gab es starke Nebenwirkungen?

Wegen dieser ständigen Überwachung der Medikamente kann es sein, dass die Zulassung von einem Medikament wieder beschränkt wird. Zum Beispiel darf das Medikament dann nur noch für bestimmte Personen-Gruppen verwendet werden und für andere nicht. 

Manche Medikamente, über die in den Medien berichtet wird, sind in der EU und Deutschland noch gar nicht zugelassen. Das heißt, dass die Prüf-Verfahren noch nicht abgeschlossen sind. Aber ohne abgeschlossenes Prüf-Verfahren darf ein Medikament nicht verordnet werden.

Welche Medikamente zur Behandlung von Corona werden zurzeit in Deutschland angewendet? Hier entlang zur Internet-Seite des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) (nicht in Leichter Sprache).

„Long-COVID“ und „Post-COVID“

Long-COVID und Post-COVID sind Langzeit-Folgen nach einer Corona-Erkrankung. Das sind gesundheitliche Beschwerden, die lange nach einer schweren Corona-Erkrankung auftreten können. Es gibt aber auch Beschwerden, die erst viel später nach einer leichten Corona-Erkrankung auftreten.

Was ist der Unterschied von Long-COVID und Post-COVID?

Der Unterschied ist die Dauer und das Auftreten von Beschwerden: Bei Long-COVID hat man Krankheits-Anzeichen mindestens noch 4 Wochen nach der Corona-Erkrankung. Bei Post-COVID treten Krankheits-Anzeichen mindestens noch 12 Wochen nach der Corona-Erkrankung auf.

Krankheits-Anzeichen von Long-COVID und Post-COVID

Normalerweise dauert eine Corona-Erkrankung 2 oder 3 Wochen. Eine schwere Erkrankung kann mehr als doppelt so lange dauern. Bei einer schweren Erkrankung sind einzelne Organe betroffen. Das sind zum Beispiel die Lunge, die Nieren, das Herz, die Leber oder das Gehirn. Es kann sehr lange dauern, bis die Organe wieder ausgeheilt sind. 

Viele Erkrankte haben noch lange Zeit später Krankheits-Anzeichen. Sie sind dauerhaft müde und fühlen sich abgeschlagen. Sie bekommen plötzlich schlecht Luft, müssen erbrechen oder ihnen wird schwindelig. 
Andere leiden auch unter Depressionen, Ängsten oder sie haben Schlaf-Störungen. Viel später können auch Gedächtnis-Lücken auftreten. Typisch ist auch, dass man lange Zeit nicht richtig riechen und schmecken kann. 

Weitere Langzeit-Folgen können Muskel-Schmerzen oder Gelenk-Schmerzen sein. Auch Muskel-Schwäche oder Schwierigkeiten mit Gleichgewicht und Bewegungs-Koordination können auftreten. Grund dafür sind Nerven, die durch die Corona-Erkrankung geschädigt werden. Meist gehen diese Beschwerden aber wieder zurück. 

Wie werden Long-COVID und Post-COVID behandelt?

Es wird noch untersucht, wie die Langzeit-Folgen am besten behandelt werden können. 

Die Leitlinie “Long-/Post-COVID-Syndrom" für Betroffene, Angehörige und pflegende Personen (nicht in Leichter Sprache) informiert ausführlich über den neuesten Forschungs-Stand. 

Da es so viele verschiedene Krankheits-Anzeichen gibt, ist es wichtig, immer genau den Einzelfall zu untersuchen. Manche Kliniken haben sich darauf spezialisiert. Sie haben eine eigene Abteilung eingerichtet: eine Post-COVID-Ambulanz. Wer sich länger als 6 Monate nach der Erkrankung dauerhaft erschöpft fühlt, kann sich an eine Post-COVID-Ambulanz wenden. Es gibt zum Beispiel eine Ambulanz an der Charité Berlin. Und es gibt Selbsthilfe-Gruppen, die sich zum Thema Long-COVID austauschen.

Zurzeit wird geschätzt, dass 15 von 100 erkrankten Personen von den Langzeit-Folgen einer Corona-Erkrankung betroffen sind.

Was bedeutet "Fatigue"?

Fatigue [gesprochen: fä-tiek] bedeutet: Müdigkeit oder Erschöpfung.
Bei dem Fatigue-Syndrom fühlt man sich erschöpft, ist dauerhaft müde und hat keine Energie, etwas zu tun. Fatigue ist eine häufige Langzeit-Folge von Corona-Erkrankungen oder nach anderen Erkrankungen des Immun-Systems. Deshalb sollte man sich während und nach einer Erkrankung ausreichend lange ausruhen, schlafen und Stress vermeiden.  Bei manchen Personen helfen auch Yoga oder Atem-Übungen.

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