Corona-Test
15:45 · 11. Mai 2022

Die Nationale Teststrategie

Corona-Tests helfen dabei, Corona-Infektionen frühzeitig zu entdecken und Infektionsketten zu durchbrechen. Wer wird nach der geltenden Nationalen Teststrategie auf das Coronavirus getestet – und mit welcher Testart? In diesem Artikel erfahren Sie mehr darüber.

Verstärkt und gezielt gegen COVID-19 testen /

Zu den wichtigsten Werkzeugen im Kampf gegen die Corona-Pandemie gehört das Testen. Tests helfen dabei, Infektionsketten schneller zu erkennen und zu durchbrechen. Sie können zudem zusätzliche Sicherheit im Alltag geben. Es können sich derzeit alle Bürgerinnen und Bürger – mit oder ohne Symptome – testen lassen.

Wer wie getestet wird

PCR-Tests: vorrangig priorisierte Personengruppen, nachrangig Personen mit positivem Antigen-Schnelltest

Bei hohen Fallzahlen und begrenzten Testkapazitäten wird der Zugang zu PCR-Testungen priorisiert. Einer PCR-Bestätigung sollte in der Regel erst ein korrekt durchgeführter, qualitativ hochwertiger SARS-CoV-2-Antigen-Test vorausgegangen sein. Grundsätzlich haben alle Bürgerinnen und Bürger nach einem positiven Corona-Schnelltest einen Anspruch auf eine PCR-Nachtestung. Allerdings sollen vulnerable Personen sowie Beschäftigte in Kliniken, Praxen, in der Pflege und Eingliederungshilfe priorisiert PCR-Tests erhalten.  

In folgenden Situationen ist eine PCR-Testung vorrangig:

  • PCR-Testung zur Klärung medizinisch-diagnostischer Fragen im ärztlichen Kontext (zum Beispiel Personen mit dem Risiko schwerer Verläufe)
  • PCR-Tests zur Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit medizinischer Einrichtungen
  • Schutz vulnerabler Bereiche (zum Beispiel in der Pflege oder Eingliederungshilfe)

Bei einem PCR-Test wird mit einem speziellen Tupfer ein Abstrich im Nasen-Rachenraum gemacht, da sich die Viren in den dortigen Schleimhäuten vermehren. Bei schwereren Verläufen kann auch Sekret aus den tiefen Atemwegen entnommen werden.

Im Labor wird das Erbmaterial der Viren so stark vervielfältigt, dass es nachgewiesen werden kann, auch wenn es nur in geringen Mengen vorkommt. Die Dauer zwischen der Durchführung des Tests und dem Ergebnis beträgt in der Regel ungefähr 24 Stunden. 

Weitere Infos zu PCR-Tests erhalten Sie hier.

Antigen-Schnelltests: für alle Personen sowie als wichtiges Hilfsmittel bei Isolierung oder Quarantäne

Antigen-Schnelltests funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie Schwangerschaftstests. Bei diesem Testverfahren werden Eiweißstrukturen von SARS-CoV-2 nachgewiesen. Dazu wird eine Probe von einem Abstrich aus der vorderen Nase oder dem Nasen- Rachenraum, selten auch Speichel- oder Gurgelproben, auf einen Teststreifen gegeben. Ist das SARS-CoV-2-Virus in der Probe enthalten, reagieren die Eiweißbestandteile des Virus mit dem Teststreifen. Auf dem Teststreifen wird eine Verfärbung sichtbar. Vorteile von Antigen-Schnelltests und Selbsttests sind die große Verfügbarkeit bei vergleichsweise geringen Kosten sowie das zeitnahe Testergebnis (in weniger als 30 Minuten). 

Auch bei einer roten Warnmeldung in der Corona-Warn-App sollte zunächst ein Antigen-Schnelltest durchgeführt werden.

Wichtig: Eine PCR-Bestätigung eines positiven und korrekt durchgeführten zertifizierten Antigen-Tests ist insbesondere bei hohen Inzidenzen in der Regel nicht notwendig und sollte aufgrund klinischer Kriterien abgewogen werden. Ein negatives Testergebnis ist nur eine Momentaufnahme, Hygiene- und Schutzmaßnahmen (Stichwort AHA+A+L-Formel) bleiben wichtig.

Bei einer Infektion wird dringend dazu geraten, nach der Isolationsdauer von fünf Tagen eine Testung mittels Schnelltest durchzuführen. Auch während der fünftägigen Quarantäne von Kontaktpersonen sollten diese sich täglich (selbst) testen. Für Beschäftigte in Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie ambulanten Pflegediensten und Einrichtungen der Eingliederungshilfe gilt als Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Tätigkeit ein negatives Testergebnis – sowohl bei Isolation als auch bei Quarantäne. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Der Bund übernimmt die Kosten für die Schnelltests, die individuell in Testzentren, Apotheken oder Praxen durchgeführt werden, sofern ein Anspruch nach der Testverordnung besteht. Sollte ein Anspruch nicht bestehen, sind die Kosten von den Bürgerinnen und Bürgern selbst zu tragen.

Schaubild Nationale Teststrategie zum Coronavirus

In Deutschland werden die folgenden Personengruppen nach der Testverordnung getestet

Ärztinnen und Ärzte können im Rahmen der Krankenbehandlung bei Vorliegen von COVID-19 spezifischen Symptomen eine PCR-Testung veranlassen. Dies gilt unabhängig von dem Vorliegen eines positiven Antigentests. Die Abrechnung erfolgt hier nicht nach der Testverordnung, sondern nach dem einheitlichen Bewertungsmaßstab für ärztliche Leistungen (EBM). Der Anspruch auf einen PCR-Test für asymptomatische Personen ist in der Testverordnung geregelt.

Ein strikter Anspruch auf eine PCR-Testung besteht jedoch nicht, da in vielen Fällen auch ein Antigentest ausreicht. Folgende Personengruppen haben gemäß Testverordnung einen Anspruch auf Testung:

  • Personen, die als Kontaktperson eines nachweislich Infizierten identifiziert wurden, haben Anspruch auf einen PCR-Test. Hierbei gilt: Die Feststellung muss durch eine Ärztin oder einen Arzt, die oder der die infizierte Person behandelt, erfolgen. Auch die Gesundheitsämter sowie Einrichtungen mit einer Teststrategie – etwa Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen oder Schulen – können Kontaktpersonen feststellen.
  • Personen, die aus einem Virusvariantengebiet nach Deutschland einreisen, haben bis zu 14 Tage nach ihrer Einreise Anspruch auf einen PCR-Test: Dabei gilt: Sie müssen sich in den letzten zehn Tagen vor ihrer Einreise zu einem beliebigen Zeitpunkt in einem Virusvariantengebiet aufgehalten haben.
  • Personen in einer Einrichtung des Gesundheitssystems – beispielsweise in einem Krankenhaus, einer Arztpraxis, einer stationären oder ambulanten Pflege – in der eine infizierte Person nachgewiesen wurde, haben Anspruch auf einen PCR-Test. Dies gilt, wenn sie sich in den letzten 14 Tagen in den betroffenen Bereichen der Einrichtung aufgehalten haben, in denen die infizierte Person festgestellt wurde. Dies gilt auch für Schulen und Kindertagesstätten.
  • Personen, die in einer Einrichtung des Gesundheitswesens oder in einem vergleichbar vulnerablen Bereich behandelt oder untergebracht werden sollen, haben ebenfalls Anspruch auf einen PCR-Test, sofern es die jeweilige Einrichtung oder der öffentliche Gesundheitsdienst verlangen. Zu den entsprechenden Einrichtungen zählen etwa Krankenhäuser, stationäre und ambulante Pflege, Obdachlosenunterkünfte oder Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerberinnen und Asylbewerber.

Wer kann Antigen-Schnelltests anwenden? 

Pflegeheime und andere Einrichtungen des Gesundheitswesens können im Rahmen ihres einrichtungs- oder unternehmensbezogenen Testkonzepts Antigen-Schnelltests in eigener Verantwortung beschaffen und nutzen. Die Menge der Tests, die pro Monat beschafft und verwendet werden darf, ist dabei begrenzt. Die Höhe der Begrenzung ist zum einen abhängig von der Zahl der Menschen, die in der Einrichtung behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden und richtet sich zum anderen nach der Art der Einrichtung. So dürfen beispielsweise Krankenhäuser und stationäre Pflegeeinrichtungen je behandelter, betreuter, gepflegter oder untergebrachter Person bis zu 35 Antigen-Schnelltests pro Monat beschaffen, während dieser Wert bei ambulanten Pflegediensten auf bis zu 20 Antigen-Schnelltests beschränkt ist. Die Beschaffung der Tests übernehmen die Einrichtungen selbst. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gibt auf seiner Website Hinweise zu Antigen-Schnelltests und führt eine Liste der erstattungsfähigen Antigen-Schnelltests. Die Tests können über die normalen Vertriebswege insbesondere über Apotheken, den Großhandel oder direkt vom Hersteller bezogen werden.

 

In welchen Situationen können überwachte Selbsttests über die Testverordnung abgerechnet werden? 

Für folgende Personengruppen können Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung, dessen Durchführung vor Ort überwacht wurde, eingesetzt werden:

  • Patientinnen und Patienten, Betreute, Pflegebedürftige, Untergebrachte, vor allem in medizinischen Einrichtungen der stationären und ambulanten Versorgung (ohne Praxen der human-, zahnärztlichen oder sonstigen humanmedizinischen Heilberufen), in (teil)stationären Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter und pflegebedürftiger Menschen, von ambulanten Pflegediensten und Diensten der Eingliederungshilfe und in Tageskliniken
  • Besucherinnen und Besucher unmittelbar vor dem Betreten der Einrichtung: vor allem in medizinischen Einrichtungen der stationären und ambulanten Versorgung (ohne Praxen der human-, zahnärztlichen oder sonstigen humanmedizinischen Heilberufen) sowie in (teil)stationären Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter und pflegebedürftiger Menschen

Bei Personen, die in den oben genannten Einrichtungen tätig sind oder tätig werden sollen, können die Selbsttests auch ohne Überwachung erfolgen. In diesem Fall darf jedoch kein Nachweis über das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus und kein COVID-19-Zertifikat ausgestellt werden. 

Antigen-Tests zur Eigenanwendung dürfen jedoch nicht im Rahmen der kostenlosen Tests für Bürgerinnen und Bürger zum Einsatz kommen. Der Anspruch umfasst ausschließlich die Durchführung von Antigen-Schnelltests, die durch Dritte durchgeführt wurden.

Wo Sie sich kostenlos testen lassen können, sehen Sie hier.

Wie Sie bei einem Verdacht auf eine Infektion vorgehen sollten

Nehmen Sie Erkältungssymptome ernst, auch wenn Sie bereits genesen oder geimpft sind: Auch bei leichten Anzeichen eines Atemwegsinfekts sollten Sie sich – am besten telefonisch – bei einer Ärztin oder einem Arzt melden. Oder wenden Sie sich außerhalb der Sprechstunden an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der bundesweit geltenden Telefonnummer 116 117. Die Ärzte oder der Bereitschaftsdienst werden Ihnen – sofern ein Test erforderlich ist – mitteilen, wo der Test durchgeführt werden kann. 

In Notfällen, zum Beispiel bei starker Atemnot, wählen Sie die 112.

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