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Bundesministerium für Gesundheit
Einfach erklärt
17:00 · 7. Mai 2021

Ich will mich auf Corona testen lassen – wo, wann und wie?

Testen, testen, testen – um die weitere Verbreitung des Coronavirus und seiner Varianten einzudämmen, müssen Infektionen frühzeitig entdeckt werden. Nur dann können Infizierte sich in häusliche Isolation begeben, ehe sie andere anstecken. Sie wollen sich testen lassen? Wir erklären, wie Sie vorgehen können.

Coronatests helfen bei der Eindämmung der Pandemie

Ich habe einen leichten Schnupfen – ist der harmlos, oder könnte es auch eine Corona-Infektion sein? Oder: Ich fühle mich zwar gesund – aber kann ich es wirklich verantworten, meine 78-jährige Mutter zu besuchen? Coronatests können helfen, bei solchen Fragen das Risiko besser abzuschätzen.

Sollte ich mich bei Erkältungssymptomen auf Corona testen lassen?

Wichtig ist: Nehmen Sie Erkältungssymptome ernst – auch, wenn diese nur leicht sind. Denn das Virus SARS-CoV-2 kommt in ganz unterschiedlichem Gewand daher. Manche Infizierte haben gar keine Symptome. Andere erkranken schwer. Wenn Sie mehr zu Symptomen erfahren wollen, lesen Sie den Artikel Fieber, Husten, Unwohlsein: Verdacht auf COVID-19

Um sicherzugehen, dass Sie niemanden mit dem Coronavirus infizieren, ist der erste Schritt bei - auch bei leichten - Symptomen: Zuhause bleiben. Und den Verdacht abklären, das tun Sie am besten telefonisch. Rufen Sie zunächst Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt an und schildern Sie Ihre Symptome. So können Sie gemeinsam über das weitere Vorgehen beraten. Wichtig: bei Vorliegen von Symptomen ist ein PCR-Test besser geeignet als ein Antigentest. Antigentests zeigen nicht selten ein falsch-negatives Ergebnis an, auch bei Personen die symptomatisch infiziert sind. Da bei symptomatischen Personen das Risiko, infiziert zu sein, höher ist als bei Personen, bei welchen keine Symptome vorliegen, sollten Sie auf Nummer Sicher gehen und gleich einen PCR-Test machen lassen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt können Sie dazu beraten. Ein PCR-Test ist bei symptomatischen Personen kostenlos!

So verläuft ein PCR-Test beim Verdacht auf Corona

Sollte Ihre Ärztin oder Ihr Arzt einen PCR-Test für erforderlich halten, bekommen Sie direkt in der Praxis einen Termin dafür oder eine Adresse, wo Sie den Test machen lassen können. Außerhalb der hausärztlichen Sprechzeiten können Sie auch den ärztlichen Bereitschaftsdienst anrufen. Die Telefonnummer ist bundesweit einheitlich: 116 117. Auch dort erfahren Sie, ob und gegebenenfalls wo Sie einen PCR-Test machen lassen können.  Den PCR-Test führen dafür geschulte Fachleute durch. Sie entnehmen mit einem speziellen Tupfer einen Abstrich aus dem Rachen oder der Nase. Das ist die Region im Körper, in der sich der SARS-CoV-2-Erreger nach der Infektion vermehrt. Der Abstrich wird an ein Diagnostiklabor geschickt. Das untersucht mittels der sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (PCR), ob Virusmaterial in der Probe enthalten ist. Dafür wird das Erbmaterial des Virus so stark vervielfältigt, dass es nachgewiesen werden kann, auch wenn es zuvor nur in geringen Mengen vorlag. Die Untersuchung der Probe dauert nur vier bis fünf Stunden. Je nachdem, wie stark das Testzentrum und das Diagnostiklabor ausgelastet sind, sollten Sie Ihr Ergebnis i. d. R. innerhalb von 24 Stundenerhalten. Meistens bekommen Sie dieses per Mail zugesandt. Es ist aber auch möglich, das Ergebnis direkt über die Corona-Warn-App zu erhalten.

Bis Ihnen das Ergebnis vorliegt, sollten Sie unbedingt in häuslicher Isolation bleiben. Empfohlen wird bei Erkältungssymptomen eine Quarantäne von fünf Tagen plus zwei Tagen, an denen Sie ohne Symptome sind. Auf der Seite des Robert Koch-Instituts finden Sie hierzu weitere Informationen.

Das beschriebene Vorgehen gilt bei leichten bis mittleren Symptomen einer Atemwegserkrankung. In Notfällen, vor allem bei Atemnot, wählen Sie bitte umgehend die 112. 

Coronatest ohne Infektionsverdacht: Mit regelmäßigen Antigen-Schnelltests Schutzmaßnahmen ergänzen

Auch wenn Sie keine Krankheitssymptome aufweisen oder keinen Kontakt zu einer Corona-infizierten Person hatten, haben Sie die Möglichkeit, sich testen zu lassen. Das ist insbesondere sinnvoll, wenn Sie in Kontakt mit gefährdeten Personen sind, also zum Beispiel mit älteren oder vorerkrankten Menschen. 

Den Antigen-Schnelltest (auch Point-of-care (PoC)-Schnelltest genannt) dürfen nur geschulte Personen durchführen. Er funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie ein Schwangerschaftstest. Aus der Nase oder dem Rachen wird ein Abstrich entnommen und auf einen Teststreifen gegeben. Falls das SARS-CoV-2-Virus in der Probe enthalten ist, reagieren dessen Eiweißbestandteile mit dem Teststreifen und er verfärbt sich. Das ist Ergebnis direkt vor Ort abzulesen und liegt meist nach weniger als 30 Minuten vor. 

Ein Antigen-Schnelltest allein reicht nicht: So sind Sie auf dem sicheren Weg

Zu beachten ist: Das Testergebnis ist immer nur eine Momentaufnahme. Antigentests sind nicht so verlässlich wie PCR-Tests, das heißt, dass sie bei einigen Menschen trotz vorliegender Infektion negativ ausfallen. Deshalb müssen Sie auch nach einem negativen Ergebnis unbedingt die Abstands- und Hygieneregeln weiter einhalten (Stichwort AHA+L-Formel). Nur wenn diese Maßnahmen weiter eingehalten und Antigentests regelmäßig (idealerweise zwei- bis dreimal pro Woche) durchgeführt werden, können Antigentests ein ergänzendes Instrument in der Pandemiekontrolle sein. Sollte das Ergebnis des Schnelltests positiv ausfallen, müssen Sie dies durch einen PCR-Test bestätigen lassen, da es in wenigen Fällen sein kann, dass der Test positiv ist, obwohl die Infektion bei Ihnen nicht vorliegt. Dafür wenden Sie sich bitte an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer 116 117. Unerlässlich ist , dass Sie sich in häusliche Isolation begeben, bis eine mögliche Infektion bei Ihnen abgeklärt ist.

Wöchentliche Antigen-Schnelltests: Die Strategie für mehr Sicherheit im Alltag 

Sie können sich auch ohne Infektionsverdacht testen lassen, um Ihre Kontakte im Alltag sicher zu gestalten. Die Nationale Teststrategie wurde im März insoweit ergänzt, dass sich seither alle Bürgerinnen und Bürger mindestens einmal in derWoche kostenlos mit einem Antigen-Schnelltest testen lassen können. Das kann beispielsweise ergänzend zu den AHA + L Regeln sinnvoll sein, wenn Sie Verwandte oder Freunde besuchen wollen oder wenn Sie einen beruflichen Termin haben, der eine Zugfahrt erfordert. 

Wo kann ich einen kostenlosen Antigen-Schnelltest machen? 

Nur dafür geschulte Personen sollten einen Antigen-Schnelltest durchführen. Wo genau die kostenlosen Tests angeboten werden, regeln die Bundesländer und Kommunen in eigener Verantwortung. Sie richten dafür Testzentren ein und erstellen Listen mit allgemeinmedizinischen Praxen und Apotheken, die Antigen-Schnelltests anbieten. Beachten Sie bitte, dass viele Testzentren, Praxen oder Apotheken dafür Termine vergeben. Es werden aber auch Tests ohne Terminvereinbarung angeboten.  

Für eine Übersicht, mit weiteren Informationen nach Ländern sortiert, lohnt sich ein Blick in unsere Deutschlandkarte:

Selbsttests können Sie selbst zuhause durchführen

Seit Anfang März sind Selbsttests zur Eigenanwendung im Handel. Diese können Sie selbst zuhause durchführen. Die Tests bekommen Sie in Drogerien, Apotheken, Supermärkten und Discountern. Dort können Sie sie zum Preis von rund fünf Euro kaufen, zumeist werden sie in Fünferpackungen zu etwa 25 Euro angeboten. In der Handhabung sind sie einfacher als ein PCR- oder Antigen-Schnelltest. Bei manchen müssen Sie mit einem Wattestäbchen einen Abstrich an der vorderen Nasenschleimhaut nehmen. Wie genau die einzelnen Tests funktionieren, erfahren Sie in der beiliegenden Gebrauchsanweisung. Dort lesen Sie bitte nach, wann Sie den Test am besten durchführen, wie Sie dabei vorgehen sollten und wie Sie das Testergebnis ablesen.

Ein Tipp: Grundsätzlich kann der Selbsttest zur Eigenanwendung zwar zu jeder Tageszeit durchgeführt werden. Am verlässlichsten ist das Ergebnis allerdings morgens direkt nach dem Aufstehen. SARS-CoV-2 kann am besten nachgewiesen werden, wenn ausreichend Viren vorhanden sind – morgens ist die Viruslast am höchsten. Verzichten Sie deshalb darauf, den Mund auszuspülen, die Zähne zu putzen,etwas zu trinken oder zu essen. 

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