Corona-Test
15:09 · 22. April 2022

Ich möchte mich auf Corona testen lassen – wann, wo und wie?

Selbsttest, Antigen-Schnelltest, PCR-Test – die verschiedenen Testverfahren sind für unterschiedliche Situationen geeignet. Hier erfahren Sie, wann für Sie welcher Corona-Test infrage kommt.

Coronatests helfen bei der Eindämmung der Pandemie

Ich habe einen leichten Schnupfen – ist der harmlos oder könnte es sich um eine Infektion mit dem Coronavirus handeln? Ich fühle mich gesund – aber kann ich es verantworten, meine 78-jährige Mutter zu besuchen? Die Corona-Warn-App zeigt eine rote Warnung an – sollte ich jetzt einen Antigen-Schnelltest oder PCR-Test durchführen lassen? Je nach Situation gilt es abzuwägen, welcher Corona-Test angemessen ist.

Woran merke ich, ob ich Corona habe?

Für die Ausbreitung des Coronavirus spielt es eine entscheidende Rolle, dass viele Menschen eine Infektion gar nicht bemerken, zumindest nicht zu Beginn. Sie gehen mitunter ahnungslos zur Arbeit, haben zahlreiche Kontakte und stecken dabei viele weitere Menschen an. Bleiben Sie auch bei leichten Symptomen wie Schnupfen oder Husten zuhause, um sicherzugehen, dass Sie niemanden infizieren. Am besten klären Sie den Verdacht zunächst telefonisch ab. Rufen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt an und schildern Sie die Symptome. So können Sie gemeinsam über das weitere Vorgehen beraten. Der nächste Schritt könnte ein Corona-Test sein.

Mehr zum Thema Symptome erfahren Sie hier.

Wann sollte ich mich ohne Infektionsverdacht testen lassen?

Auch wenn Sie keine Krankheitssymptome aufweisen oder keinen Kontakt zu einer Corona-infizierten Person hatten, können Sie sich mit einem Antigen-Schnell- oder Selbsttest präventiv testen. Damit schützen Sie sich und andere. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie Kontakt zu vulnerablen Personen haben, zum Beispiel zu Älteren oder zu Menschen mit Vorerkrankungen.

So klappt es mit dem Selbsttest

Schnelltests sind in Supermärkten, Drogerien und Apotheken erhältlich. In der Handhabung sind sie einfacher als ein PCR-Test. Der Test kann zum Beispiel mit einem Nasenabstrich oder mit Speichel erfolgen. Wie man den Selbsttest korrekt durchführt, erfahren Sie in der beiliegenden Gebrauchsanweisung. Dort lesen Sie bitte nach, wie Sie dabei vorgehen sollten und wie sich das Testergebnis ablesen lässt. Tipps zur Durchführung und Anwendung, lesen Sie auch hier.

Sie sollten zunächst einen qualitativ hochwertigen Antigen-Schnelltest in Erwägung ziehen. Die Antigen-Schnelltests für die professionelle Anwendung müssen von Personen angewendet werden, die die dafür erforderliche Ausbildung oder Kenntnis besitzen, etwa von geschultem Personal in Apotheken, Hausarztpraxen oder in einem nahegelegenen Testzentrum. Das negative Testergebnis des Antigen-Schnelltests genügt auch zur vorzeitigen Beendigung einer Isolierung oder Quarantäne.

So funktioniert ein Antigen-Schnelltest

Beim Antigen-Schnelltest wird ein Abstrich aus der vorderen Nase oder dem Nasen-Rachenraum entnommen und auf einen Teststreifen gegeben. Ist das SARS-CoV-2-Virus in der Probe enthalten, reagiert der Teststreifen nach einigen Sekunden mit einer sichtbaren Verfärbung. Der Vorteil dieser Testvariante: Für die Auswertung braucht es kein Labor. Ein Ergebnis liegt in weniger als 30 Minuten vor. Mittlerweile gibt es auch Varianten als Gurgel-, Spuck- und Lollitest.

Mehr zum Antigen-Test erfahren Sie auch in diesem Artikel.

Einen Überblick über Testzentren in Deutschland finden Sie in unserer Deutschlandkarte.

Wie zuverlässig sind Schnell- und Selbsttests?

Für die Treffgenauigkeit beider Testvarianten ist entscheidend, wie hoch die Viruslast ist, also wie stark sich das Coronavirus bereits im Nasen-Rachenraum vermehrt hat. Die Viruslast ist meist erst nach ersten Krankheitssymptomen hoch genug, um erfasst werden zu können. Betroffene können jedoch schon ein bis zwei Tage vor Beginn der Symptome ansteckend sein – noch bevor ein Antigen-Schnell- oder Selbsttest ein positives Ergebnis anzeigt.

Wer hat Anspruch auf einen PCR-Test?

Alle Bürgerinnen und Bürger haben bei einem positiven Testergebnis Anspruch auf einen PCR-Test. Zuvor muss allerdings ein zertifizierter und korrekt durchgeführter Antigen-Schnelltest angewendet werden. Wer nach einer Risikobegegnung eine rote Warnmeldung in seiner Corona-Warn-App angezeigt bekommt, sollte sich auch zuerst mit einem Antigen-Schnelltest testen lassen.

Priorisierung von PCR-Tests

Bestimmte Personengruppen und Beschäftigte im Gesundheitswesen haben grundsätzlich Vorrang bei der Diagnose und Auswertung ihrer PCR-Tests. Diese sind:

  • Menschen, die ein Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben. Zu dieser Gruppe zählen Ältere, Vorerkrankte sowie Patientinnen und Patienten mit Immunschwäche.
  • Mitarbeitende im Gesundheitswesen. Dazu zählt das Personal in Arztpraxen, Krankenhäusern, der Pflege und den Rettungsdiensten.
  • Personen, die in „vulnerablen“ Bereichen tätig sind - also Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen, der Eingliederungshilfe sowie pflegende Angehörige.

Wie läuft ein PCR-Test ab?

Sollte Ihre Ärztin oder Ihr Arzt einen PCR-Test für erforderlich halten, bekommen Sie direkt in der Praxis einen Termin dafür oder eine Adresse, wo Sie den Test machen lassen können. Außerhalb der hausärztlichen Sprechzeiten können Sie auch den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer 116 117 anrufen. Dort erfahren Sie, ob und gegebenenfalls wo Sie einen PCR-Test machen lassen können.

Den PCR-Test führen geschulte Fachleute durch. Üblicherweise entnehmen sie mit einem speziellen Tupfer einen Abstrich aus dem Rachen oder der Nase. Dies ist die Region im Körper, in der sich die SARS-CoV-2-Erreger nach der Infektion vermehren. Die Probe wird dann in ein Labor geschickt und dort untersucht. Nach circa 24 Stunden liegt das Testergebnis per E-Mail vor. Bis Sie das Ergebnis einsehen können, sollten Sie unbedingt in häuslicher Quarantäne bleiben. Mehr zum PCR-Test erfahren Sie hier.

Das beschriebene Vorgehen gilt nur bei leichten bis mittleren Symptomen einer Atemwegserkrankung. In Notfällen, vor allem bei Atemnot, wählen Sie bitte immer die 112.

AHA+L+A-Formel beachten

Für alle Testarten gilt: Ein negatives Testergebnis ist immer nur eine Momentaufnahme. Darum ist es wichtig, auch nach einem negativen Test weiterhin die AHA+L+A-Formel zu beachten: Abstand halten, auf Hygiene achten und – da, wo es im Alltag eng wird oder in geschlossenen Räumen – eine Maske tragen. Ein positives Ergebnis kann durch einen PCR-Test bestätigt werden. Auf jeden Fall sollten Sie sich bei Verdacht auf eine Infektion sofort häuslich isolieren.

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