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Corona-Test
09:57 · 21. September 2021

Ich will mich auf Corona testen lassen – wo, wann und wie?

Selbsttest, Schnelltest oder PCR-Test – die verschiedenen Tests sind für unterschiedliche Situationen geeignet. In diesem Artikel erfahren Sie, wann Sie welchen Corona-Test machen sollten und wie Sie sich testen lassen können.

Coronatests helfen bei der Eindämmung der Pandemie

Ich habe einen leichten Schnupfen – ist der harmlos, oder könnte es auch eine Infektion mit SARS-CoV-2 sein? Oder: Ich fühle mich zwar gesund – aber kann ich es wirklich verantworten, meine 78-jährige Mutter zu besuchen? Coronatests können helfen, bei solchen Fragen das Risiko besser abzuschätzen.

 

Sollte ich mich bei Erkältungssymptomen auf das Coronavirus testen lassen?

Wichtig ist: Nehmen Sie Erkältungssymptome ernst – auch, wenn diese nur
leicht sind. Denn das Virus SARS-CoV-2 kommt in ganz unterschiedlichem Gewand daher. Manche Infizierte haben gar keine Symptome. Andere erkranken schwer. Wenn Sie mehr zu Symptomen erfahren wollen, lesen Sie den Artikel Fieber, Husten, Unwohlsein: Verdacht auf COVID-19

Um sicherzugehen, dass Sie niemanden mit dem Coronavirus infizieren, ist der erste Schritt auch bei leichten Symptomen: Zuhause bleiben. Am besten klären Sie Ihren Verdacht zunächst telefonisch ab. Rufen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt an und schildern Sie Ihre Symptome. So können Sie gemeinsam über das weitere Vorgehen beraten. Der nächste Schritt könnte ein Test auf SARS-CoV-2 sein. Wichtig: Haben Sie Symptome, ist ein PCR-Test besser geeignet als ein Antigen-Schnelltest. Antigentests zeigen nicht selten ein falsch-negatives Ergebnis an, auch bei Personen, die symptomatisch infiziert sind. Da bei symptomatischen Personen das Risiko, infiziert zu sein, höher ist als bei Personen ohne Symptome, sollten Sie auf Nummer Sicher gehen und gleich einen PCR-Test machen lassen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt können Sie dazu beraten. Ein PCR-Test ist bei symptomatischen Personen kostenlos!

 

So verläuft ein PCR-Test beim Verdacht auf eine Corona-Infektion

Sollte Ihre Ärztin oder Ihr Arzt einen PCR-Test für erforderlich halten, bekommen Sie direkt in der Praxis einen Termin dafür oder eine Adresse, wo Sie den PCR-Test machen lassen können. Außerhalb der hausärztlichen Sprechzeiten können Sie auch den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer 116117 anrufen. Auch dort erfahren Sie, ob und gegebenenfalls wo Sie einen PCR-Test machen lassen können. Den PCR-Test führen geschulte Fachleute durch. Üblicherweise entnehmen sie mit einem speziellen Tupfer einen Abstrich aus dem Rachen oder der Nase. Dies ist die Region im Körper, in der sich die SARS-CoV-2-Erreger nach der Infektion vermehren. Der Abstrich wird an ein Diagnostiklabor geschickt, wo mittels der sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (englisch Polymerase Chain Reaction – PCR) untersucht wird, ob Virusmaterial in der Probe enthalten ist. Dafür wird das Erbmaterial des Virus so stark vervielfältigt, dass es nachgewiesen werden kann, auch wenn es zuvor nur in geringen Mengen vorlag. Die Untersuchung der Probe dauert vier bis fünf Stunden. Je nachdem, wie stark das Testzentrum und das Diagnostiklabor ausgelastet sind, sollten Sie Ihr Ergebnis in der Regel innerhalb von 24 Stunden erhalten. Es gibt allerdings auch schnellere PCR-Tests (s. Infokasten). Meistens bekommen Sie das Ergebnis per E-Mail zugesandt. Es ist aber auch möglich, das Ergebnis direkt über die Corona-Warn-App zu erhalten.

Bis Ihnen das Ergebnis vorliegt, sollten Sie unbedingt in häuslicher Isolation bleiben. Empfohlen wird bei Erkältungssymptomen eine Quarantäne von fünf Tagen plus zwei Tage, an denen Sie ohne Symptome sind. Auf der Seite des Robert Koch-Instituts finden Sie hierzu weitere Informationen.

Das beschriebene Vorgehen gilt bei leichten bis mittleren Symptomen einer Atemwegserkrankung. In Notfällen, vor allem bei Atemnot, wählen Sie bitte umgehend die 112. 

 

Coronatest ohne Infektionsverdacht: Mit regelmäßigen Antigen-Schnell- und Selbsttests Schutzmaßnahmen ergänzen

Auch wenn Sie keine Krankheitssymptome aufweisen oder keinen Kontakt zu einer Corona-infizierten Person hatten, können Sie sich testen zu lassen. Damit gestalten Sie Ihre Kontakte im Alltag sicherer und schützen sich und andere – dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie in Kontakt mit gefährdeten Personen sind, also zum Beispiel mit älteren oder vorerkrankten Menschen. Die Nationale Teststrategie sieht vor, dass sich bis zum 10. Oktober 2021 alle Bürgerinnen und Bürger mindestens einmal in der Woche kostenlos mit einem Antigen-Schnelltest testen lassen können.

So Funktioniert ein Antigen-Schnelltest

Den Antigen-Schnelltest (auch Point-of-care (PoC)-Schnelltest genannt) funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie ein Schwangerschaftstest. Aus der Nase oder dem Rachen wird ein Abstrich entnommen und auf einen Teststreifen gegeben. Falls das SARS-CoV-2-Virus in der Probe enthalten ist, reagieren dessen Eiweißbestandteile mit dem Teststreifen und er verfärbt sich. Das Ergebnis ist direkt vor Ort abzulesen und liegt meist nach weniger als 30 Minuten vor. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Robert Koch-Instituts

 

Wo kann ich einen kostenlosen Antigen-Schnelltest machen? 

Antigen-Schnelltests sollten nur geschulte Personen durchführen. Wo genau die kostenlosen Tests angeboten werden, regeln die Bundesländer und Kommunen in eigener Verantwortung. Sie richten dafür Testzentren ein und erstellen Listen mit allgemeinmedizinischen Praxen und Apotheken, die Antigen-Schnelltests anbieten. Beachten Sie bitte, dass viele Testzentren, Praxen oder Apotheken dafür Termine vergeben. Es werden aber auch Tests ohne Terminvereinbarung angeboten.  

Für eine Übersicht, mit weiteren Informationen nach Ländern sortiert, lohnt sich ein Blick in unsere Deutschlandkarte:

 

Selbsttests können Sie selbst zuhause durchführen

Seit Anfang März sind Selbsttests zur Eigenanwendung im Handel erhältlich. Diese können Sie selbst zuhause durchführen. Die Tests erhalten Sie in Drogerien, Apotheken, Supermärkten und Discountern zu einem geringen Preis von wenigen Euro. In der Handhabung sind sie einfacher als ein PCR- oder Antigen-Schnelltest. Bei manchen müssen Sie mit einem Wattestäbchen einen Abstrich an der vorderen Nasenschleimhaut nehmen. Wie genau die einzelnen Tests funktionieren, erfahren Sie in der beiliegenden Gebrauchsanweisung. Dort lesen Sie bitte nach, wann Sie den Test am besten durchführen, wie Sie dabei vorgehen sollten und wie Sie das Testergebnis ablesen.

Ein Tipp: Grundsätzlich kann der Selbsttest zur Eigenanwendung zwar zu jeder Tageszeit durchgeführt werden. Am verlässlichsten ist das Ergebnis allerdings morgens direkt nach dem Aufstehen. Das Coronavirus SARS-CoV-2 kann am besten nachgewiesen werden, wenn ausreichend Viren vorhanden sind – morgens ist die Viruslast am höchsten. Verzichten Sie deshalb darauf, den Mund auszuspülen, die Zähne zu putzen, etwas zu trinken oder zu essen. 

Wie zuverlässig sind Schnell- und Selbst-Tests?

Antigen-Schnell- und Selbsttests weisen eine Coronavirus-Infektion ab einer gewissen Virusmenge nach. Diese ist oft erst nach Symptombeginn hoch genug, um von Antigen-Schnell- und Selbsttests erfasst werden zu können. Infektiös können Betroffene aber schon ein bis zwei Tage vor Symptombeginn sein – also noch bevor ein Antigen-Schnell- oder -Selbsttest ein positives Ergebnis anzeigt. Nichtsdestotrotz sind auch Antigen-Schnell- und Selbsttests wichtige Werkzeuge bei der Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Denn bei regelmäßiger Anwendung können sie helfen, Infizierte zu identifizieren und Infektionsketten zu durchbrechen.

AHA+L+A-Formel beachten

Für alle Testarten gilt: Auch ein negatives Testergebnis ist immer nur eine Momentaufnahme. Darum muss auch nach einem negativen Test auf jeden Fall weiter die AHA+L+A-Formel beachtet werden. Ein positiver Antigen-Schnell- oder Selbsttest muss umgehend durch einen PCR-Test bestätigt werden. Sollten Sie keine Symptome haben, kann diese Bestätigung über ein Testzentrum erfolgen. Sie können sich unter der Telefonnummer 116 117 oder im Internet informieren, wo Sie in Wohnortnähe einen Test machen können. Sollten Sie Symptome haben, kontaktieren Sie bitte zunächst telefonisch Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt. Egal, ob Sie Symptome haben oder nicht: Bei einem positivem Testergebnis sollten Sie sich grundsätzlich häuslich isolieren!

Der PCR-Test ist sehr zuverlässig und spürt auch kleine Virenmengen auf. Weil er die höchste Testgenauigkeit bietet, gilt er unter Fachleuten als „Goldstandard“. Statt wie üblich als Nasen-Rachen-Abstrich kann er auch als Gurgeltest durchgeführt werden – dabei wird mit einer salzigen Lösung etwa 30 Sekunden gegurgelt, bevor die Lösung zurück in den Probenbehälter gespuckt wird. Für manche ist dies angenehmer als ein Abstrich.

Ein PCR-Test ist nicht nur bei Vorliegen von Symptomen oder nach engem Kontakt zu einer infizierten Person die bevorzugte Testart: Aufgrund seiner hohen Aussagekraft wird er etwa von Reiseveranstaltern oder im Rahmen der Einreisebestimmungen von Reiseländern als vorzulegender Nachweis einer nicht bestehenden Coronavirus-Infektion verlangt. Darüber hinaus gilt nur ein PCR-Test mit positivem Testergebnis ab vier Wochen nach der Durchführung bis sechs Monate danach als Nachweis, eine Corona-Infektion überstanden zu haben (Genesenen-Nachweis). Übrigens: Sollten Sie diesen wichtigen Nachweis einmal verlieren, können Sie sich an die Stelle wenden, die den Test durchgeführt hatte, zum Beispiel Ihre Arztpraxis oder das Testzentrum. Dort können Sie sich eine neue Bescheinigung ausstellen lassen (möglicherweise kostenpflichtig).

Aufgrund des aufwändigeren Testverfahrens im Labor dauert es länger, bis das Ergebnis eines PCR-Tests vorliegt, in der Regel bis zu 24 Stunden. Es gibt aber auch deutlich schnellere Verfahren: Der sogenannte Same-Day-PCR-Test liefert das Ergebnis noch am selben Tag, manche Express-PCR-Tests sogar schon nach einer halben Stunde. Je schneller die Tests, desto teurer sind sie meistens auch: Während reguläre PCR-Tests ab etwa 40 Euro zu Buche schlagen, kann ein Express-Test je nach Anbieter deutlich über 100 Euro kosten.

Der Ct-Wert (von englisch Cycle Threshold, „Zyklus-Schwelle“) wird im Rahmen eines PCR-Tests ermittelt und ermöglicht eine Einschätzung für die Ansteckungsgefahr, die von einer infizierten Person ausgeht. Beim PCR-Test wird das Erbgut des Virus vermehrt. Dabei werden die Zyklen der Vermehrung gezählt, bis genetische Informationen des Virus nachweisbar sind. Je mehr Zyklen für den Nachweis notwendig sind, desto geringer ist die Viruslast der infizierten Person – und damit ihr Ansteckungspotenzial. Ein hoher Ct-Wert korrespondiert also mit einer geringen Viruslast. Ein Ct-Wert größer als 30 gilt laut Robert Koch-Institut als Anzeichen dafür, dass ein Infizierter nicht ansteckend ist. Allerdings ist dies nur als Richtwert zu verstehen, da für die tatsächliche Viruslast weitere Faktoren wie etwa die Abstrichmenge oder die Patientengeschichte eine Rolle spielen.

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