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Bundesministerium für Gesundheit

Schnelltest

Antigen-Schnelltests funktionieren ähnlich wie Schwangerschaftstests. Die leichte Handhabung eines Schnelltests erlaubt die Testung auch außerhalb eines Labors, z. B. in einer Pflegeeinrichtung oder medizinischen Einrichtung. Alle Fragen zu Schnelltests beantworten wir hier.

Wie funktionieren Antigen-Schnelltests?

Der Test basiert auf dem Nachweis von SARS-CoV-2-Eiweißen. Dazu muss ein Abstrich im Nasenrachenraum vorgenommen werden. Die einfachere Auswertung eines Antigen-Schnelltests erlaubt die Testung auch außerhalb eines Labors, z. B. in einer Pflege- oder medizinischen Einrichtungen und Arztpraxen ohne Diagnostiklabor. Alle zurzeit auf dem Markt befindlichen Antigen-Schnelltests müssen von geschultem, medizinischem Personal durchgeführt werden. Über das Ergebnis erhält man einen Nachweis, der maximal 24 Stunden gültig ist.

Alle Bürgerinnen und Bürger ohne Symptome können sich mindestens einmal wöchentlich kostenfrei testen lassen.

Eine Übersicht über die Testzentren in Deutschland finden Sie hier

Stand: 15.06.2021

Wie hoch ist die Genauigkeit von Schnelltests?

Grundsätzlich sind Schnelltests weniger genau als PCR-Tests.

Die Aussagekraft eines Schnelltests hängt vom Anteil der infizierten Personen unter den getesteten Personen (Vortestwahrscheinlichkeit) sowie von der Sensitivität und Spezifität der Tests ab. Die Sensitivität ist der Anteil der Personen mit positivem Testergebnis unter den Infizierten, die Spezifität der Anteil der Personen mit negativem Testergebnis unter den Nicht-Infizierten. Wie Sie Schnelltest-Ergebnisse deuten und weitere Informationen können Sie diesem interaktiven Schaubild des Robert Koch-Instituts entnehmen.

Stand: 14.07.2021

Sind Antigentests in der Lage, bekannte neue Virusvarianten zu erkennen?

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat mit Wirkung vom 14. Januar 2021 die Mindestkriterien zur Aufnahme in die Liste der Antigentests auf SARS-CoV-2 zur professionellen Anwendung, die Gegenstand des Anspruchs nach §1 Satz 1 Coronavirus-Testverordnung (TestV) sind („Schnelltests“), um folgenden Passus erweitert:

Angaben zum Testdesign

Der Antragsteller muss Angaben zu den spezifischen SARS-CoV-2-Proteinen (Antigenen) machen, die durch den jeweiligen Test nachgewiesen werden. Entsprechende Angaben zur Wirkungsweise des Tests sind auch in die Packungsbeilage entsprechend den Vorgaben der IVD (in-vitro-Diagnostika)-Richtlinie aufzunehmen.

Wenn der betreffende Antigentest das SARS-CoV-2 Oberflächenprotein ("Spike") nachweist, muss dargelegt werden, ob der Antigennachweis auch das Spike-Protein von genetischen SARS-CoV-2-Varianten (zum Beispiel „Alpha“ B, 1.1.7) zuverlässig erfasst. Die Mehrzahl der kommerziell erhältlichen CE-gekennzeichneten SARS-CoV-2 Antigen-Schnelltests weisen das virale Nucleocapsid (N) Proteins nach. Das virale N-Protein wird von Testherstellern überwiegend für den Direktnachweis des Virus genutzt, da es in relativ großer Menge im Viruspartikel vorhanden ist und zudem sehr konserviert ist (also weniger Veränderungen unterliegt).

Voraussetzung für eine Sonderzulassung von Antigen-Tests zur Eigenanwendung („Selbsttests“) durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ist die Erfüllung der aktuellen Mindestkriterien des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), also auch die Mindestkriterien zu den Virusvarianten.

Stand: 05.06.2021

Warum werden Antigen-Schnelltests eingesetzt?

Beim Antigen-Schnelltest wird von geschultem Personal eine Probe entnommen und vor Ort ausgewertet. Über das Ergebnis erhält man in der Regel innerhalb von 15 - 30 Minuten einen Nachweis, der maximal 24 Stunden gültig ist.

Antigen-Schnelltests basieren dabei auf dem Nachweis von SARS-CoV-2-Eiweißen. Dazu muss ein Abstrich im Nasenrachenraum vorgenommen werden. Die einfachere Auswertung eines Antigen-Schnelltests erlaubt die Testung auch außerhalb eines Labors, z.B. in einer Pflegeeinrichtung oder medizinischen Einrichtungen und Arztpraxen ohne Diagnostiklabor. Antigen-Schnelltests müssen, im Gegensatz zu sogenannten Selbsttests, von geschultem, medizinischem Personal durchgeführt werden.

Sollte ein Schnelltest positiv ausfallen, vereinbaren Sie bitte einen Termin für einen bestätigenden PCR-Test bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt oder unter 116 117. Testzentren können direkt einen weiterführenden PCR-Test veranlassen.

Hier finden Sie eine Übersicht der Testzentren sowie weitere Informationen. 

Stand: 20.07.2021

Wer kann Antigen-Schnelltests anwenden?

Antigen-Schnelltests müssen von geschulten Personen durchgeführt werden und entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen dabei berücksichtigt werden. Hierbei kommt es insbesondere auf die korrekte Durchführung des Nasen- bzw. Rachenabstrichs an, bei dem infiziertes Gewebe mit einem Abstrichtupfer aus dem Mund- oder Nasenraum entnommen wird. Wird der Abstrich fehlerhaft durchgeführt, kann das Ergebnis des Schnelltests verfälscht sein.

Stand: 24.06.2021

Wie lange sind Schnelltests gültig?

Das negative Testergebnis eines Schnelltests ist für insgesamt maximal 24 Stunden gültig.

Bei einem positiven Testergebnis sind Sie dazu angehalten einen Labor- oder PCR-Test zu machen, um das Ergebnis des Schnelltests zu überprüfen. Vereinbaren Sie hierfür bitte einen Termin für einen bestätigenden PCR-Test bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt oder unter 116 117. Testzentren können direkt einen weiterführenden PCR-Test veranlassen.

Stand: 19.07.2021

Wie können Antigen-Schnelltests bei möglichen Lockerungen hilfreich sein?

Der Umfang sowie der zielgerichtete und zeitgerechte Einsatz der Testung auf SARS-CoV-2 spielen eine wichtige Rolle um Infektionen frühzeitig zu erkennen, ggf. eine medizinische Versorgung einzuleiten und Infektionsketten effizient durchbrechen zu können. Darüber hinaus bilden die Zusammenführung und Analyse der Daten die Grundlage für die Einschätzung der epidemiologischen Lage. Die SARS-CoV-2-Testung ist jedoch nur Teil eines Bündels von Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie, wie zum Beispiel Infektionsschutzmaßnahmen, Kontaktnachverfolgung, usw., die koordiniert ineinandergreifen müssen, um ihr volles Wirksamkeitspotential entfalten zu können. In der Nationalen Teststrategie wird eine der aktuellen Situation und den Testmöglichkeiten angepasste Vorgehensweise für verschiedene Settings festgelegt.

Stand: 16.07.2021

Was müssen Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser tun, um Antigen-Schnelltest zu beantragen?

Pflegeheime und andere Einrichtungen des Gesundheitswesens können ihm Rahmen ihres einrichtungs- oder unternehmensbezogenen Testkonzepts PoC-Antigentests (Antigen-Schnelltests) in eigener Verantwortung beschaffen und nutzen. Die Menge der Tests, die pro Monat beschafft und verwendet werden darf, ist dabei begrenzt. Die Höhe der Begrenzung ist zum einen abhängig von der Zahl der Menschen, die in der Einrichtung behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden und richtet sich zum anderen nach der Art der Einrichtung. So dürfen beispielsweise Krankenhäuser und stationäre Pflegeeinrichtungen je behandelter, betreuter, gepflegter oder untergebrachter Person bis zu 30 Antigen-Schnelltests pro Monat beschaffen, während dieser Wert bei ambulanten Pflegediensten auf bis zu 20 Antigen-Schnelltests beschränkt ist. Die Beschaffung der Tests übernehmen die Einrichtungen selbst. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gibt auf seiner Homepage Hinweise zu Antigen-Schnelltests und führt eine Liste der erstattungsfähigen Antigen-Schnelltests. Die Tests können über die normalen Vertriebswege insbesondere über Apotheken, den Großhandel oder direkt vom Hersteller bezogen werden.

Stand: 24.06.2021

Werden alle Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen und alle Schülerinnen und Schüler in Bildungseinrichtungen mit Antigen-Schnelltests getestet?

Mit Reihentests in Pflegeheimen, Schulen oder Kindertagesstätten lassen sich Infektionsketten schnell erkennen und frühzeitig unterbrechen.

In Deutschland werden folgende Personengruppen auf Kosten der GKV mit einem Antigen-Schnelltest getestet:

  • entsprechend des Testkonzepts der Einrichtung ohne einen COVID-19- Fall: Patienteninnen und Patienten, Betreute, Pflegebedürftige, Untergebrachte, vor allem in medizinischen Einrichtungen der stationären und ambulanten Versorgung (ohne Praxen der human-, zahnärztlichen oder sonstigen humanmedizinischen Heilberufen), in (teil)stationären Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter und pflegebedürftiger Menschen, von ambulanten Pflegediensten und Diensten der Eingliederungshilfe und in Tageskliniken.
  • Besucherinnen und Besucher unmittelbar vor dem Betreten der Einrichtung: vor allem in medizinischen Einrichtungen der stationären und ambulanten Versorgung (ohne Praxen der human-, zahnärztlichen oder sonstigen humanmedizinischen Heilberufen) sowie in (teil)stationären Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter und pflegebedürftiger Menschen.

Seit dem 8. März haben zusätzlich alle Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch auf mindestens einen Antigen-Schnelltest pro Woche. Die Kosten dafür übernimmt der Bund.

Bestimmte Einschränkungen, die das Infektionsschutzgesetz zur Eindämmung der Pandemie vorsieht, gelten für Geimpfte und Genesene nicht mehr. Dazu gehören zum Beispiel Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Weitere Informationen können Sie auch unserem Artikel Die nationale Teststrategie entnehmen. 

Stand: 08.06.2021

Welche Schnelltests werden erstattet?

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) führt eine Liste mit Schnelltests, die beim Einsatz erstattet werden. Die Liste wird anhand von Mindestkriterien und basierend auf Herstellerangaben erstellt. Diese Mindestkriterien werden vom PEI im Benehmen mit dem RKI entwickelt und im Verlauf angepasst.

Stand: 24.06.2021

Wo gibt es kostenlose Antigen-Schnelltests für Bürgerinnen und Bürger?

Seit dem 08. März haben alle Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch auf mindestens einen Antigen-Schnelltest pro Woche. Die Kosten dafür übernimmt der Bund.

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind verpflichtet, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten, mindestens zweimal pro Woche die Möglichkeit zu einem kostenlosen PCR-, Selbst- oder Schnelltest anzubieten. Ausnahmen gibt es für vollständig geimpfte bzw. von einer COVID-19 Erkrankung genesene Beschäftigte. Die Beschäftigten müssen die Testangebote nicht wahrnehmen oder der Arbeitgeberin oder dem Arbeitgeber Auskunft über ihren Impf- bzw. Genesungsstatus geben. Diese Regelung ist zunächst bis zum 10. September 2021 befristet. Die Kosten dafür trägt die Arbeitgeberin bzw. der Arbeitgeber. Mehr zur Bereitstellung von Tests, wo und wann diese durchgeführt werden sollten etc. erfahren Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Eine Übersicht der Testzentren nach Bundesland finden Sie hier

Stand: 01.07.2021

Gibt es ausreichend Antigen-Schnelltests für Bürgerinnen und Bürger?

Ja. Der Bund hat nach aktuellem Stand ein Kontingent von bis zu 925 Millionen Schnelltests für das Jahr 2021 gesichert.

Stand: 19.07.2021

Wie wird das Testergebnis dokumentiert?

Jedes Testzentrum hat ein Dokumentationssystem. Nach einem Schnelltest bekommt die getestete Person ein Zeugnis, auf dem unter anderem angegeben wird, wer, bei wem, wann, mit welchem Ergebnis getestet wurde. Ähnliche Zeugnisse halten Apotheken und Arztpraxen vor.

Stand: 24.06.2021

Gibt es eine Meldepflicht bei einem positiven Schnelltests?

Ja, positive Ergebnisse von PoC-Antigen-Schnelltests sind meldepflichtig. Auch Personen, die in Schulen oder anderen Einrichtungen diese Tests bei anderen Personen anwenden, sind in die Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) einbezogen.

Stand: 24.06.2021

Gibt es einen Anspruch auf einen PCR-Test bei einem positiven Schnell- oder Selbsttest?

Ja. In den Testzentren soll unmittelbar die Möglichkeit bestehen, nach einem positiven Schnelltest die Probe für einen PCR-Test nehmen zu lassen. Wer sich zuhause selbst getestet und ein positives Ergebnis erhalten hat, sollte einen Termin beim Hausarzt machen oder sich unter der Telefonnummer 116 117 melden, um sich dann mit einem PCR-Test testen zu lassen. Bis zum Bestätigungstest, sollte man zuhause bleiben und sich an die AHA+A+L-Regel halten.

Stand: 24.06.2021