Bundesministerium für Gesundheit

Selbsttest

Selbsttests sind jetzt im Handel verfügbar. Ihr Vorteil ist, dass sie von jeder Person verwendet werden können. Sie können dazu beitragen, durch ihre schnelle und breite Anwendbarkeit sonst unerkannte Infektionen zu entdecken. Wichtige Fragen rund um die Selbsttests beantworten wir hier.

Wie funktioniert ein Selbsttest?

Der Selbsttest weist SARS-CoV-2-Viruseiweiße nach. Er ist einfach in der Anwendung und kann beispielsweise zu Hause durchgeführt werden. In der Gebrauchsinformation werden Ihnen alle Schritte für die Entnahme einer Probe, der Testdurchführung und der Testergebnisdarstellung ausführlich erklärt.

Der Test kann zum Beispiel mit einem Nasen-Abstrich oder mit Speichel erfolgen. Dafür müssen ausreichend viele Viren, zum Beispiel im Nasen-Raum oder der Speichelprobe, vorhanden sein. Am höchsten ist die Virusmenge kurz vor Beginn der Krankheitszeichen und zu Beginn der Infektion. Aber nicht jede Infektion zeigt Symptome. Wenn zum Testzeitpunkt weniger Viren vorhanden sind, kann der Test trotz einer bestehenden Infektion negativ ausfallen. Daher schließt ein negatives Testergebnis eine Infektion nicht aus. Die Schutzmaßnahmen – wie die AHA+A+L-Formel – sollten Sie daher weiterhin einhalten.

Ein großer Vorteil des Selbsttests ist, dass das Testergebnis schnell – zumeist innerhalb von 15 bis 30 Minuten – vorliegt. Die Dauer hängt vom jeweiligen Test ab. Die Selbsttests haben jedoch gegenüber den PCR-Tests eine höhere Fehlerrate. Aus diesem Grund muss nach jedem positiven Selbsttest immer ein PCR-Test zur Bestätigung gemacht werden. Der Selbsttest zeigt immer nur eine Momentaufnahme für den Tag an.

Stand: 19.10.2021

Muss ich den Selbsttest zu einer bestimmten Uhrzeit durchführen?

Der Selbsttest wird am besten morgens direkt nach dem Aufstehen durchgeführt, da die Viruslast dann am höchsten ist. Es sollte darauf verzichtet werden, vor dem Test die Nase zu putzen, den Mund auszuspülen, die Zähne zu putzen, etwas zu trinken oder zu essen. Er kann aber auch zu jeder anderen Tageszeit durchgeführt werden.

Stand: 26.11.2021

Haben Selbsttests denselben Wert wie Antigen-Schnelltests?

Es dürfen nur solche Antigen-Schnelltests oder überwachte Antigen-Tests zur Eigenanwendung im Rahmen der Testverordnung (TestV) und der Nationalen Teststrategie verwendet werden, die die durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut festgelegten Mindestkriterien für Antigen-Tests erfüllen. Die Antigentests zur Eigenanwendung mit Sonderzulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) müssen bereits über eine CE-Kennzeichnung für professionelle Anwender verfügen und positiv durch das PEI evaluiert worden sein. Weiterer Schwerpunkt der BfArM-Prüfung sind mit Blick auf die verlässliche Nutzung durch Laien, Nachweise zur Gebrauchstauglichkeit der Tests.

Das BfArM gibt auf der Homepage weitere Informationen und verweist auf eine Liste der Antigen-Tests zum direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2, die Gegenstand des Anspruchs nach § 1 der TestV sind sowie eine Liste der Antigentests zur Eigenanwendung mit Sonderzulassung durch das BfArM. Mittlerweile gibt es auch Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung, die das reguläre Konformitätsbewertungsverfahren erfolgreich durchlaufen haben und entsprechend CE-gekennzeichnet sind. Die Tests können über die normalen Vertriebswege insbesondere über Apotheken, den Großhandel oder direkt vom Hersteller bezogen werden.

Stand: 24.11.2021

Ich weiß nicht, ob ich den Selbsttest richtig durchgeführt habe. Was soll ich tun?

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie den Selbsttest korrekt verwendet haben, können Sie im Anschluss noch einen Antigen-Schnelltest – beispielsweise in einem Testzentrum – von geschultem Personal durchführen lassen. Im Zweifel und bei entsprechendem Verdacht (zum Beispiel wenn Symptome wie Husten, Fieber, Geschmacks- oder Geruchsstörungen auftreten) sollten Sie einen PCR-Test durchführen lassen.

Wenden Sie sich in diesem Fall an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt, an das Gesundheitsamt oder an ein Testzentrum. Nehmen Sie bitte zuerst telefonisch Kontakt auf. Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Testen und können auch direkt nach Testzentren in Ihrer Nähe suchen.

Stand: 22.10.2021

 

Ich habe ein positives Selbsttestergebnis. Was muss ich tun?

Ein positives Testergebnis erhärtet den Verdacht auf eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 aus und muss umgehend durch einen PCR-Test bestätigt werden. Bitte nehmen Sie telefonisch mit einer Ärztin oder einem Arzt, dem Gesundheitsamt oder einem Testzentrum in Ihrem Bundesland Kontakt auf. Bei einem positiven Testergebnis müssen Sie davon ausgehen, dass Sie für andere Menschen hochansteckend sind. Es ist dringend geboten, dass Sie sich anschließend in häusliche Isolation begeben und Kontakte zu weiteren Personen vermeiden. Damit schützen Sie sich selbst und andere. Weitere Informationen zu den Schutzmaßnahmen finden Sie hier.

Bitte informieren Sie sich zu länderspezifischen Regelungen bei offiziellen Stellen in Ihrem Bundesland, zum Beispiel auf den Seiten Ihrer Landesregierung:

Stand: 22.10.2021

Gibt es einen Anspruch auf einen PCR-Test bei einem positiven Schnell- oder Selbsttest?

Ja. In Testzentren besteht unmittelbar die Möglichkeit, nach einem positiven Antigen-Schnelltest die Probe für einen PCR-Test nehmen zu lassen. Wer sich zuhause selbst getestet und ein positives Ergebnis erhalten hat, sollte einen Termin bei der Hausärztin oder beim Hausarzt machen oder sich unter der Telefonnummer 116 117 melden, um sich dann mit einem PCR-Test testen zu lassen. Bis zum Bestätigungstest sollte man zuhause bleiben und sich an die AHA+A+L-Regel halten.

Stand: 02.11.2021

Gibt es eine Meldepflicht bei einem positiven Selbsttest?

Nein. Wer einen Selbsttest macht, der positiv ausfällt, sollte diesen aber genauso wie bei einem positiven Antigen-Schnelltest durch einen PCR-Test bestätigen lassen und vorsichtshalber solange zu Hause bleiben, niemanden treffen und auch Abstand zu anderen Haushaltsmitgliedern wahren, bis das Ergebnis vorliegt. Die AHA+L-Regeln sind weiterhin zu beachten.

Stand: 24.11.2021

Ich habe ein positives Testergebnis im Selbsttest, der anschließende PCR-Test ist negativ. Woran liegt das?

Das positive Ergebnis eines Selbst- oder Antigen-Schnelltests ist grundsätzlich durch einen zusätzlichen PCR-Test abzusichern.

Das Ergebnis eines PCR- oder Labortests ist zuverlässiger, da die Auswertung der Probe im Labor erfolgt. Daher kann es auch bis zu einem Tag dauern, bis das Ergebnis eines PCR-Tests vorliegt. Selbsttests können dagegen mithilfe der Gebrauchsanleitung auch zu Hause durchgeführt werden. Deren Ergebnis liegt bereits 15 bis 30 Minuten später vor. Die Antigen-Schnelltests werden von geschultem Personal durchgeführt, das Ergebnis steht ebenfalls bereits nach 15 bis 30 Minuten fest.

Schnell- und Selbsttests können im Alltag Sicherheit geben, z. B. bei Treffen mit Personen aus anderen Haushalten. Beim Verdacht einer Corona-Infektion reichen diese Tests aber nicht aus. Der PCR-Test bleibt der Goldstandard und sollte beim Verdacht einer Ansteckung oder beim Auftreten von Symptomen in jedem Fall durchgeführt werden. Sollte ein Selbst- oder Schnelltest positiv ausfallen, vereinbaren Sie bitte direkt einen Termin für einen PCR-Test, entweder bei der Hausärztin oder dem Hausarzt oder unter 116 117. Testzentren können direkt einen weiterführenden PCR-Test veranlassen. Begeben Sie sich bitte auch in häusliche Isolation und beachten Sie die AHA+L-Regeln, um andere zu schützen.

Stand: 01.04.2021

Ich habe ein negatives Ergebnis bei einem Selbsttest. Kann ich eine Infektion mit einem Coronavirus SARS-CoV-2 sicher ausschließen?

Nein. Selbsttests sind weniger zuverlässig als PCR-Tests. Auch wenn die in Deutschland im Handel erhältlichen Selbsttests (mit einer Sonderzulassung des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte oder einer CE-Kennzeichnung mit vierstelliger Kennnummer der Benannten Stelle) bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen müssen, sind sie in ihrer Aussagekraft eingeschränkt. Dies gilt in besonderem Maße im Falle einer Testung ohne Symptome.

Insbesondere wenn eine niedrige Viruslast vorliegt, wie zum Beispiel in der frühen Phase nach einer Ansteckung (etwa in den ersten fünf Tagen) oder ab der zweiten Woche nach Symptombeginn kann ein Test negativ sein, obwohl eine Infektion vorliegt. Sie können dann ansteckend für andere Menschen sein.

Auch kann ein Nachweis nicht gelingen, wenn die Probeentnahme nicht ideal vorgenommen wurde und sich zu wenig Virusmaterial in der Probe befindet. Die Leistungsfähigkeit/Qualität der Tests spielt daneben eine große Rolle. Daher schließt ein negatives Testergebnis eine akute Infektion und die mögliche Weitergabe des Virus nicht aus.

Deswegen ist es wichtig, die Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen weiterhin einzuhalten. Im Mittelpunkt steht dabei die AHA- Formel: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (richtiges Husten, Niesen und gründliches Händewaschen) und im Alltag Maske tragen. Weitere Informationen zu den Schutzmaßnahmen finden Sie hier.

Stand: 29.10.2021

Ich habe leichte Symptome einer Erkältung und einen negativen Selbsttest. Wie soll ich mich verhalten?

Bei leichten Symptomen kann ein Test auf das SARS-CoV-2-Virus ein wichtiger Beitrag zur Begrenzung der Virus-Verbreitung sein. Bedenken Sie bitte dabei, dass COVID-19 und normale Erkältungen sich ohne Test nicht sicher voneinander unterscheiden lassen. Ein negatives Testergebnis schließt eine Infektion mit dem Coronavirus zu keinem Zeitpunkt aus. Wenn zum Beispiel in der frühen Phase einer Infektion eine niedrige Viruslast vorliegt, kann das Testergebnis negativ sein, obwohl Sie infiziert sind.

Deshalb ist es ratsam, sich auch bei leichten Erkältungssymptomen in eine freiwillige Quarantäne zu begeben und Kontakte zu anderen Menschen so gut es geht zu vermeiden. Lassen Sie sich zudem nach Möglichkeit mit einem PCR-Test testen. Bei Symptomen ist der Weg zum Arzt (nach telefonischer Anmeldung) im Zweifel die richtige Entscheidung.

Mehr Informationen zu COVID-19-Symptomen finden Sie hier.

Stand: 10.11.2021

Ich bin eine Kontaktperson. Muss ich trotz eines negativen Selbsttests eine Quarantäne einhalten?

Grundsätzlich beträgt die Pflicht zur Quarantäne bei engen Kontaktpersonen zehn Tage. Diese kann nach frühestens fünf Tagen durch die Übermittlung eines negativen PCR-Testergebnisses und frühestens nach sieben Tagen mit einem negativen Antigen-Schnelltest vorzeitig beendet werden.

Eine Ausnahme von der Quarantäne gilt für vollständig Geimpfte oder Genesene, die keine COVID-19-Symptome aufweisen. Bis zum 14. Tag nach dem letzten Kontakt zu der infizierten Person sollten Kontaktpersonen beobachten, ob COVID-19-Symptome auftreten.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Stand: 25.11.2021

Ich war bereits an COVID-19 erkrankt. Ist ein Selbsttest sinnvoll?

Wenn die Infektion mit SARS-CoV-2 durch einen PCR-Test nachgewiesen wurde, besteht innerhalb von einigen Monaten nach dem Ende der Infektion ein gewisser Schutz vor einer erneuten Infektion. Allerdings kann eine zweite Infektion in seltenen Fällen oder auch eine Infektion mit einer neuen Virusvariante auftreten. Ein Selbsttest kann daher sinnvoll sein.

Stand: 24.11.2021

Muss ich einen Selbsttest selbst bezahlen?

Die Kosten eines Selbsttests, den Sie beispielsweise zu Hause durchführen, müssen Sie selbst tragen. Darüber hinaus entscheiden die einzelnen Länder, ob die Selbsttests Teil ihrer Teststrategie und damit für bestimmte Bereiche übernommen werden.

Stand: 27.10.2021

Wo kann ich einen Selbsttest kaufen?

Corona-Selbsttests können zum Beispiel in Apotheken oder im Handel (beispielsweise in Drogerien oder Supermärkten) erworben werden. Die Preise für Selbsttests können voneinander abweichen, ein 5er-Pack kostet aber in etwa 5 Euro.

Wichtig: Achten Sie insbesondere beim Online-Kauf darauf, dass der Anbieter vertrauenswürdig ist. Selbsttests müssen eine CE-Kennzeichnung tragen oder vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) befristet zugelassen werden. Eine Liste seriöser Antigen-Tests zur Eigenanwendung finden Sie hier.

Stand: 02.11.2021

Wie unterscheide ich einen seriösen von einem unseriösen Selbsttest?

Folgende Faktoren helfen Ihnen bei der Erkennung eines seriösen Selbsttests:

Auf der Außenseite der Verpackung des Selbsttests befindet sich gut leserlich ein Aufdruck

  • über die Sonderzulassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte und/oder
  • die CE-Kennzeichnung zusammen mit einer vierstelligen Kennnummer der benannten Stelle.

In der Verpackung befindet sich eine deutschsprachige Gebrauchsinformation. Damit ist sichergestellt, dass der Selbsttest für die Anwendung durch Laien entwickelt wurde und in Europa verkehrsfähig ist.

Die Liste der Selbsttests, für die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine Sonderzulassung erteilt hat, finden Sie hier.

Stand: 16.11.2021

Wer kontrolliert die Qualität der Selbsttests?

Selbsttests unterliegen als In vitro-Diagnostika dem Medizinproduktegesetz. Um in Deutschland in den Handel zu kommen, benötigen sie eine CE-Kennzeichnung. Beim sogenannten Konformitätsbewertungsverfahren zur CE-Kennzeichnung ist eine benannte Stelle beteiligt, deren vierstellige Kennnummer gemeinsam mit dem CE-Kennzeichen gut leserlich auf der Außenseite der Verpackung angebracht ist.

Nach dem Medizinproduktegesetz müssen Selbsttests so hergestellt sein, dass das Medizinprodukt (inklusive Gebrauchsinformationen, Kennzeichnung etc.) hinsichtlich Sicherheit und Leistungsfähigkeit für Laien ausreichend gebrauchstauglich ist und die Ergebnisqualität unter diesen Anwendungsbedingungen sichergestellt werden kann. Dies umfasst die gesamte Anwendung des Tests und schließt auch die Berücksichtigung einer entsprechend gebrauchstauglichen beziehungsweise zuverlässigen Probennahme und Ergebnisdarstellung ein. Für den Marktzugang ist die Erfüllung dieser Vorgaben gegenüber einer Benannten Stelle nachzuweisen. Zudem wird geprüft, dass die Gebrauchsinformationen den Anwenderinnen und Anwendern über das erhaltene Ergebnis detailliert aufklären und die Bedeutung erläutern.

Werden die vorgenannten Vorgaben vollumfänglich erfüllt und von der benannten Stelle im Rahmen des Konformitätsbewertungsverfahren bestätigt, ist eine Verkehrsfähigkeit gegeben und der Hersteller kann an das Produkt das CE-Kennzeichen anbringen. Die CE-Kennzeichnung enthält auch eine vierstellige Kennnummer der benannten Stelle, die an dem Konformitätsbewertungsverfahren beteiligt war. Selbsttests unterliegen anschließend der Überwachung durch die zuständigen Behörden sowie einem Medizinprodukte-Beobachtungs- und Meldesystem zur Erfassung und Abwehr von nachträglich bekanntwerdenden Risiken (Vigilanzsystem).

Stand: 25.10.2021

Sind Selbsttests Pflicht vor dem Schul- oder Kita-Besuch?

Es ist Aufgabe der Länder, ihre Schulen und Kitas mit Schnelltests zu versorgen. Es können auch Selbsttests als Teil der Teststrategie der Länder für Kitas und Schulen zum Einsatz kommen. Hier finden Sie eine Übersicht zu den Regelungen der einzelnen Länder. 

Stand: 24.11.2021