Corona-Test
08:00 · 30. Juni 2022

Wissenswertes zu PCR-Tests

Der PCR-Test ist fester Bestandteil des Alltags in der Corona-Pandemie. Bei Millionen Menschen konnte mit dieser Test-Methode zuverlässig nachgewiesen werden, dass sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Alles was Sie zum Testverfahren wissen müssen, lesen Sie hier.

Die Auswertung des PCR-Tests erfolgt im Labor.

Der PCR-Test (auch Labortest genannt) gilt als das zuverlässigste Verfahren, um das Coronavirus nachzuweisen. Die Trefferquote liegt bei 98 Prozent, damit sind PCR-Tests verlässlicher als Antigen-Schnelltests oder Selbsttests. PCR-Tests sind zudem ein wichtiger Bestandteil der Nationalen Teststrategie. Seit Beginn der Pandemie wurden weltweit mehrere Milliarden PCR-Tests ausgewertet. Mit ihnen lassen sich auch Virusvarianten wie Delta oder Omikron zuverlässig nachweisen.

Die Abkürzung PCR steht für „Polymerase Chain Reaction“ (auf Deutsch Polymerase-Kettenreaktion) und ist ein Standardverfahren, durch das man etwa Virusinfektionen oder Erbkrankheiten nachweisen kann. Die Methode wird beispielsweise schon lange dazu genutzt, um Blutspenden auf Viren wie HIV oder Hepatitis zu untersuchen. 
Das Prinzip: Mithilfe der PCR werden DNA-Sequenzen durch wiederholtes Erhitzen und Abkühlen mit jedem Vorgang vervielfältigt – schnell und in großen Mengen. So gewinnt man auch aus kleinsten Erbgutmengen genug Material für genetische Analysen.

Wann sollte ich einen PCR-Test machen?

Liegt ein positives Testergebnis eines Antigen-Schnelltests oder -Selbsttests vor, hat die betroffene Person Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test. Aufgrund hoher Infektionszahlen und begrenzter Testkapazitäten ist ein PCR-Test zur Bestätigung eines positiven Antigen-Schnelltests nicht die Regel. Ärztinnen und Ärzte sowie Gesundheitsämter können nach Symptomen, relevanten Kontakten und Risikoindikationen fragen und dann entscheiden, ob ein PCR-Test durchgeführt werden sollte. 

Gut zu wissen: PCR-Tests von Risikopatientinnen und -patienten, Personen in der Pflege, Eingliederungshilfe oder häuslichen Pflege sowie von Menschen in medizinischen Bereichen (Praxen, Krankenhaus, Pflege, Rettungsdienste) werden bei der Diagnose und Auswertung im Falle hoher Infektionszahlen und begrenzter Testkapazitäten bevorzugt.

Sollten Sie aus einem sogenannten Virusvariantengebiet einreisen, sind Sie verpflichtet vor Einreise nach Deutschland einen PCR-Test durchzuführen. Dieser darf maximal 48 Stunden bei eigenständiger Einreise zurückliegen. Bei Einreise mit Flugzeug, Fähre, Busunternehmen oder Bahn darf der Test nicht älter als 48 Stunden ab Beginn der Beförderung sein. Ein negatives Testergebnis ist für alle Personen ab einem Alter von 6 Jahren verpflichtend – auch für vollständig Geimpfte und Genesene.

Kosten für einen PCR-Test

Die Kosten für einen PCR-Test werden sowohl für Versicherte der gesetzlichen als auch der privaten Krankenkassen übernommen, falls sie durch die geltende Testverordnung begründet sind. Mehr dazu lesen Sie im Artikel zur Nationalen Teststrategie. Sollten Sie auf eigenen Wunsch – zum Beispiel für eine Auslandsreise – einen PCR-Test durchführen, müssen Sie die Kosten grundsätzlich selbst tragen. Die Preise für einen PCR-Test in Deutschland variieren stark, je nachdem, ob das Ergebnis sofort oder innerhalb von 48 Stunden benötigt wird. Express-Varianten sind deutlich teurer. Der Vorteil: Das Ergebnis liegt schon nach etwa einer halben Stunde vor. Es gibt darüber hinaus Tests, deren Ergebnis innerhalb eines Tages vorliegt.

Hier kann man einen PCR-Test machen

Ein PCR-Test kann bundesweit an vielen Orten durchgeführt werden: in Krankenhäusern, Corona-Testzentren, in Hausarztpraxen, Apotheken, Drive-in-Testungen etc. Auch Gesundheitsämter und bestimmte Labore führen Tests durch. Hier finden Sie Infos zu Testmöglichkeiten in Ihrer Nähe

Was muss ich zum Termin mitbringen?

  • Versichertenkarte bei der GKV
  • Nachweis über ein positives Testergebnis eines offiziellen Antigen-Schnelltests oder -Selbsttests
  • Ausweisdokument (zum Beispiel ein Personalausweis)
  • Kinder und Jugendliche benötigen zusätzlich eine Einwilligungserklärung der Erziehungsberechtigten

Musterformulare für Pflegeheim- oder Krankenhausbesuche

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Wie ein PCR-Test abläuft

Ein PCR-Test ist schnell gemacht und bedarf keiner besonderen Vorkehrungen. Zuerst entnimmt geschultes Personal einen Abstrich aus dem oberen Rachenraum. Dazu werden spezielle Tupfer weit in den Mund und beide Nasenlöcher eingeführt. Die Probe wird anschließend in einem Röhrchen mit einer Trägerflüssigkeit verrührt und verschlossen. Danach geht es in das Labor zur finalen Analyse. Alternativ bietet sich der Gurgeltest an: Dafür gurgelt man für etwa eine Minute mit einer speziellen Lösung, die anschließend in ein Röhrchen gespuckt wird. Möglich sind auch Probenentnahmen durch Hustenauswurf oder die Entnahme von Sekret aus der Luftröhre, meist dann, wenn sich Symptome der tiefen Atemwege zeigen. Auch als Lolli-Tests können PCR-Tests durchgeführt werden. Das schafft vor allem bei Kindern höhere Akzeptanz, da der unangenehme Abstrich damit entfällt.

Im Labor kommt die Polymerase-Kettenreaktion zum Einsatz. Dabei wird die Erbinformation des Virus in sogenannten Zyklen vermehrt und anschließend untersucht. Dieser Vorgang ist zeitintensiv, das Testresultat liegt frühestens nach 24 Stunden vor. Über das Ergebnis werden Sie in der Regel per E-Mail oder SMS informiert. Es ist aber vielerorts auch möglich, das Ergebnis direkt über die Corona-Warn-App zu erhalten. 

Bei kostenpflichtigen Express-Varianten kann das Ergebnis dagegen schon nach wenigen Stunden übermittelt werden. Ein Nachweis über einen negativen PCR-Test hat eine Gültigkeit von maximal 72 Stunden. Danach wird das Ergebnis nicht mehr anerkannt.

Positiver PCR-Test – was muss ich jetzt tun? 

Fällt der PCR-Test positiv aus, liegt mit 98-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Infektion mit dem Coronavirus vor. In diesem Fall ordnet das zuständige Gesundheitsamt eine sofortige häusliche Isolation über fünf Tage an. Weitere Infos zum Thema Isolierung bzw. Quarantäne finden Sie hier.

Ct-Wert beim PCR-Test – wie ansteckend bin ich?

Ein positiver PCR-Test weist auf eine Infektion hin und zeigt, dass man das Virus in sich trägt. Das kann allerdings vor, während oder nach einer Corona-Infektion sein. Wie ansteckend eine Person ist, hängt vor allem davon ab, wie viel Viren im Körper sind. Das lässt sich über den Ct-Wert (cycle-threshold-Wert) abschätzen. Wer einen PCR-Test durchführen lässt, erhält neben der Mitteilung „positiv“ oder „negativ“ auch einen sogenannten Ct-Wert bzw. einen Ct-Wertebereich. Dieser ist ein Maß für die Menge an SARS-CoV-2 in einer Probe. Genauer gesagt gibt der Ct-Wert die Zahl der Messzyklen an, die das PCR-Verfahren im Labor durchlaufen muss, bevor das Coronavirus nachgewiesen wird. Fällt der Ct-Wert einer getesteten Person niedrig aus, enthält die Probe viel Virusmaterial. Ein hoher Ct-Wert dagegen steht für wenig Virus in der Probe. Dennoch muss bei der Bewertung des Ct-Werts folgendes beachtet werden: Ein hoher Wert kann auch eine Indikation sein, dass die Infektion abklingt oder gerade erst anfängt. 

Gut zu wissen: Nach 48 Stunden Symptomfreiheit und mit einem frühestens an Tag 5 der Isolation abgenommenen positiven PCR-Test und einem Ct-Wert von über 30 ist es laut des Robert Koch-Instituts Beschäftigten in Einrichtungen des Gesundheitswesens, Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie ambulanten Pflegediensten und Einrichtungen der Eingliederungshilfe erlaubt, ihrer Arbeit nachzugehen. Ein Ct-Wert von 30 bedeutet also, dass 30 Messzyklen durchgeführt werden mussten, um das Coronavirus nachzuweisen. Dies spricht für eine geringe Viruslast in der Probe, weshalb man davon ausgeht, dass die infizierte Person nicht mehr ansteckend für andere ist. Weitere Informationen zum Ct-Wert finden Sie hier.

PCR-Testergebnis und der Genesenennachweis

Einen Genesenennachweis bekommt man nur dann, wenn die Corona-Infektion mittels eines positiven PCR-Tests nachgewiesen wurde. Ein positiver Antigen-Schnelltest oder ein Antikörpernachweis reichen hierfür nicht aus. Die PCR-Testung muss dabei mindestens 28 Tage und darf höchstens 90 Tage zurückliegen. Als Nachweis gilt der Befund, den die Arztpraxis oder das Labor zusendet. Auch eine ärztliche Bescheinigung, die das Datum des positiven PCR-Tests bescheinigt, wird anerkannt. Den digitalen Genesenennachweis zum Einscannen in der Corona-Warn-App stellen Apotheken zur Verfügung. Die genauen Vorgaben für einen Genesenennachweis finden Sie im Infektionsschutzgesetz (IfSG).

Wer ihr oder sein positives PCR-Testergebnis verloren oder weggeworfen hat, muss für Ersatz sorgen, um einen Genesenennachweis zu erhalten. Wurde der Test bei der Hausärztin oder beim Hausarzt gemacht, kann man um eine Kopie des Laborbefunds bitten. Wer im Testzentrum positiv getestet wurde, kann sich an das zuständige Gesundheitsamt wenden. Hier werden alle Infektionsfälle dokumentiert. 

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